Neuer DJB-Veteranenboss auf Meisterkurs: Jens-Peter Bischof

Foto: Stefan Steigmann

Er ist ein Großer im deutschen Veteranen-Judo in jeder Beziehung. Der neue DJB-Beauftragte für den Veteranensport: Jens-Peter Bischof aus Berlin. Er war schon zweimal Weltmeister und ist mit 2,10 Meter wohl auch der Größte in unserem Metier.

17.04.2018 von [Karlheinz Otto]

Zwar ist der 47-Jährige auf deutschen Matten kein Unbekannter mehr, aber in neuer Funktion möchte er nun in Wiesbaden, wenn der Schwergewichtler das 12. Meisterschafts-Gold anpeilt, auch mit allen der Ü30-Fraktion über die „bessere Platzierung des Veteranensports“ im DJB ins Gespräch kommen. Seiner Meinung nach hat das Interesse der über 30-Jährigen in allen Landesverbänden zugenommen, was nicht nur bei Meisterschaften zu beobachten sei, sondern auch auch bei den verschiedensten Turnieren. DJB-Vizepräsident Dietrich Schneider ist sich sicher, dass Jens-Peter Bischof der Richtige ist, der im DJB die Veteraneninteressen bestmöglich vertreten werde. „Wir Alten werden gebraucht, mit unseren Erfahrungen auch als gewisses Vorbild für die Mädchen und Jungen in den Vereinen“, sagt  Bischof, der in seinem jetzigen Verein Randori Berlin auch für den Nachwuchs in Aktion ist.

Er kann das beurteilen, weil er als Siebenjähriger einst in Schwerin einen Judogi anzog, später dann beim SC Leipzig unter Wolf-Rüdiger Schulz, der kürzlich vom Landesverband Württemberg verabschiedet wurde, trainierte, und über die DDR-Spartakiadebewegung (3. Platz) es 1988 zum DDR-Meister U19 gebracht hatte. Sein damals größter Kontrahent war Frank Möller. „Gegen ihn hatte ich keine Chance, er war immer der Bessere“. Eine Verletzung zwang ihn schließlich Abschied vom Leistungssport zu nehmen, und das dann gleich zehn Jahre. Da war er aus beruflichen Gründen als Bezirksleiter bei der Deutschen Bahn im Stellwerkbau nach Berlin umgesiedelt.

Die Liebe zum Judosport fand sich wieder. Erst Übungsleiter in einem Weißenseer Verein und dann wieder aktiver Kämpfer. Es folgten sieben Berliner Meistertitel und Bronze bei den Deutschen Meisterschaften der Männer in Riesa 2013. Ab 2006 betrieb er „Leistungssport auf Freizeitniveau“, wie er sein Tun beschreibt. Bisher nahm er an neun Europameisterschaften (-/4/5) und sechs Weltmeisterschaften (2/1/3) teil. Was einst 2005 bei KiK in Berlin begann, hat an Interesse zugenommen, sieht es Jens-Peter Bischof. Deshalb will er mithelfen, dass die Ü30-Teilnehmerzahlen weiter wachsen, das Niveau noch zunimmt und der Veteranensport im Internet eine größere Resonanz einnimmt. „Wünschenswert wäre, wenn es in allen Landesverbänden Ü30-Verantwortliche gäbe, mit denen ich mich dann austauschen könnte.“ In Wiesbaden jedenfalls soll der Anfang gelingen.