DEM U21 in Frankfurt (Oder): Lob für den Ausrichter

Die Deutschen Meisterschaften U21 in Frankfurt (Oder) sind Geschichte. Niedersachsen und Berlin erkämpften jeweils drei Meistertitel und führen damit die Medaillenwertung an.

13.03.2017 von [Birgit Arendt]

Die Meisterschaften in der U21 endeten am zweiten Tag mit den Kämpfen der niedrigsten und höchsten Gewichtsklassen. Dabei gab es sehr unterschiedliche Einschätzungen der Gewichtsklassen durch die verantwortlichen Bundestrainer. Gerade im niedrigen Gewichtsklassenbereich setzt sich ein Trend der letzten Jahre fort, dass es nur wenige Kämpferinnen gibt, die hier antreten. In der Klasse bis 44 kg der Frauen U21 waren gerade mal fünf Kämpferinnen am Start. In der Klasse bis 48 kg lediglich 13 Teilnehmerinnen. Gerade diese Klassen sind eine Grundlage, um auch im Frauenbereich international im unteren Klassenbereich konkurrenzfähig zu sein. Dabei hat die Deutsche Meisterin Janina Teßmann aus Berlin eine gute Vorstellung in der 48-Kilo-Klasse gegeben. „International wird sich noch zeigen, ob wir konkurrenzfähig sind“, sagt Bundestrainer Lorenz Trautmann im Ergebnis dieser Wettkämpfe.

Dagegen gibt es in den beiden oberen Klassen ein recht großes Potenzial an Kämpferinnen, die Hoffnungen für die Zukunft rechtfertigen. Julie Hölterhoff meldete sich nach einer langen Verletzungszeit sehr gut zurück und wurde Meisterin in der 78-Kilo-Klasse. Mit Christina Faber und Teresa Zenker stehen zwei weitere große Talente in Position.

Auch im Schwergewicht gibt es große Potenziale für die Zukunft. Samira Bouizgarne siegte sehr souverän. „Sie hat bereits Sachen umgesetzt, die wir gerade in den letzten Wochen besprochen haben“, freut sich Bundestrainer Trautmann über ihre Entwicklung. Aber auch Renée Lucht meldete sich als Vizemeisterin gut nach ihrer Verletzungspause zurück. Auch die weiter platzierten Sportlerinnen, die zum Teil noch in der U18 kämpfen können, sind eine sehr ernst zu nehmende Konkurrenz im Schwergewicht.

„Grundsätzlich gehe ich sehr positiv aus dieser DEM U21 heraus“, sagt Lorenz Trautmann. „Ich habe das Gefühl, dass wir überall Potenzial haben und gute Konkurrenzsituationen in den Gewichtsklassen.“ Dabei schätzt er auch ein, dass sich die Zusammenarbeit mit den Landes-, Stützpunkt- und Heimtrainern gut entwickelt hat und für die langfristige Arbeit eine gute Ausgangsposition besteht.

Auch im Bereich der Männer U21 gibt es ein recht unterschiedliches Niveau. Hier ist im untersten Gewichtsklassenbereich das Potenzial recht dünn. „Da gibt es noch Potenzial nach oben, genauso wie im Schwergewicht“, schätzt Bundestrainer Pedro Guedes ein. Dagegen sieht er in der Klasse bis 100 kg durchaus eine gute Konkurrenz bei den Kämpfern.

Als überragende Kämpfer wurden vor allem die Deutschen Meister Michel Adam (-66 kg), Tim Gramkow (-81 kg) und Eduard Trippel (-90 kg) eingeschätzt. Der Bundestrainer der Männer, Richard Trautmann, der hier beide Tage zur Sichtung des Nachwuchses genutzt hat, bescheinigt diesen jungen Männern ein sehr hohes Niveau. „Sie haben schon bei den Männern mit ersten Erfolgen angeklopft“, freut er sich über die Sportler, die im nächsten Jahr in den Männerbereich wechseln werden.
Dabei ist gerade in der 81-Kilo-Klasse ein großes Potenzial auch hinter Tim Gramkow.

U21-Bundestrainer Guedes betont im Gespräch noch einmal seine Glückwünsche an alle Trainer der Medaillengewinner. „Die Trainer leisten eine sehr gute Arbeit“, dankt er ihnen.

Trotz aller Diskussionen um die Sportförderpolitik und die drohende Schließung des Brandenburger Bundesstützpunktes sind die Teilnehmer und Funktionäre immer wieder voll des Lobes für die Durchführung der Deutschen Meisterschaften in Frankfurt (Oder). „Es ist wieder eine super Veranstaltung gewesen“, betont DJB-Sportdirektor Mark Borchert. „Es ist alles sehr angenehm und unkompliziert für Athleten, Betreuer und Zuschauer“, ergänzt er. Dazu trägt sicher bei, dass kein Eintritt verlangt wird und großzügig Platz vorhanden ist.

Frankfurt (Oder) mit seinen reichen Erfahrungen im Organisieren solcher Turniere hat wieder seinem Namen alle Ehre gemacht.
 

Die Ergebnisse vom zweiten Wettkampftag:

Frauen U21


-44 kg
1. Sarah Ischt, MTV 1862 Vorsfelde - NS
2. Tabea Müller, Sportfreunde Blau-Gelb Marburg - HE
3. Laya Meister, Judo Club Wiesbaden 1922 - HE
3. Chelsea Goliasch, Judosportverein 61 Zwickau - SN
5. Paige North, TuS Hermannsburg - NS

-48 kg
1. Janina Teßmann, BC Samurai Berlin - BE
2. Sarah Herrmann, Budo Club Greffern - BA
3. Marielle Merhi, Judo-Club Sakura Herzogenrath - NW
3. Özlem Gülmez, Judo-Sportverein Speyer - PF
5. Grete Riegert, Judo-Sportverein Speyer - PF
5. Evelin Martel, Neustädter LC - SH
7. Asa Wendt, Judo-Club Godshorn - NS
7. Anja Kluczenski, Judo-Club Samura Oranienburg - BB

-78 kg
1. Julie Hölterhoff, Kraftsportverein Esslingen 1894 - WÜ
2. Christina Faber, Judo Club Wiesbaden 1922 - HE
3. Teresa Zenker, SV Halle - ST
3. Lea Schmid, Judozentrum Heubach - WÜ
5. Liane Heinz, TSV Leinfelden - WÜ
5. Anna Maria Freitag, Polizei-Sportverein Duisburg 1920 - NW
7. Isabel Ludwig, Ju-Jutsu/Judo Club Neuried - BA
7. Lisa Severin, ETSV Weiche Flensburg - SH

+78 kg
1. Samira Bouizgarne, 1. Judo-Club 1958 Mönchengladbach - NW
2. Renée Lucht, HT16 - HH
3. Jule Erdorf, TSV Hertha Walheim Judoabteilung - NW
3. Ina Bauernfeind, SV-Neuhaus/Rothenbruck - BY
5. Hanna Rollwage, Judo in Holle - NS
5. Lina Hüls, TV Mesum - NW
7. Ariane Knoll, PSV Weimar - TH
7. Lara Katharina Bachmann, To-Judo-Kan Ratzeburg - SH

Männer U21

-55 kg
1. Kevin Müller, Judoclub Leipzig - SN
2. Niels Blagnies, Athletik-Club 1990 Taucha - SN
3. Dominik Röder, Judo-Club Lauf 1973 - BY
3. Maximilian Trippel, JC Rüsselsheim - HE
5. Korphong Hüttenmoser, SV Fellbach Budo - WÜ
5. Philipp Holzmann, Judo-Club Marbach - BA
7. Benedikt Morkus, ASV Fürth - BY
7. Philip Utzig, Sport-Union Annen - NW

-60 kg
1. Florian Pachel, Judoclub Leipzig - SN
2. Leon von Hübbenet, RSV Eintracht 1949 - BB
3. Jan Mollet, DJK Eppelheim - BA
3. Pascal Meyer, Budokan Brandenburg - BB
5. Chris Lammers, Judoclub Leipzig - SN
5. Peer Radtke, 1. Judo-Club 1958 Mönchengladbach - NW
7. Daniel Scheller, TSV Abensberg - BY
7. Rami Pangerl, TSV Peiting - BY

-100 kg
1. Daniel Zorn, BC RANDORI Berlin - BE
2. Viktor Driller, Budo-Club Karlsruhe - BA
3. Vladislav Gavrilov, Judo-Team Berlin - BE
3. Jan Niklas Goldhammer, BAC 55 Hockenheim - BA
5. Jim Barthel, JV Königs Wusterhausen/Zernsdorf - BB
5. Luis-Miguel Kroll, Erfurter Judo-Club - TH
7. Leon Kary, TSV Bayer 04 Leverkusen - NW
7. Marvin Manthey, TV Heitersheim - BA

+100 kg
1. Henrik Noack, PSV Olympia Berlin - BE
2. Daniel Messelberger, TuS Bad Aibling - Sparte Judo - BY
3. Marcel Röhr, Judoclub Leipzig - SN
3. Fabian Meyer, FSV 1950 Gotha - TH
5. Thomas Deußen, DJK VfL 1919 Willich - NW
5. Sebastian Wendt, SV Nienhagen - NS
7. Felix-Leopold Fischer, Sportverein Judo Schlatkow - MV
7. Daniel Dukart, TS Einfeld - SH


Ergebnisse und Wettkampflisten