DEM U21: Ippon-Feuerwerk an der Oder

Am zweiten Wettkampftag der Deutschen Einzelmeisterschaften der U21 in Frankfurt/Oder unterstrichen in den meisten Gewichtsklassen die Favoriten ihre Ambitionen. Dabei zeigten die Kämpferinnen und Kämpfer auf den Matten in der Brandenburghalle tolle Würfe und beeindruckende Techniken.

06.03.2016 von [Moritz Belmann]

Immer wieder ging ein Raunen durch die Brandenburghalle in Frankfurt/Oder. Die Fotografen wussten gar nicht, auf welchen Kampf sie sich fokussieren sollten. Ein Ippon und damit verbunden eine gute Technik jagte den nächsten. Dabei setzten sich unter dem Strich die Favoriten durch. „In den meisten Gewichtsklassen gab es heute Sportler, die mir gefallen haben“, analysierte Richard Trautmann, Bundetrainer der männlichen U21. Dabei stellte Trautmann eine große Leistungsdifferenz in den einzelnen Gewichtsklassen fest. „Wir haben überall Kämpfer, die mir für die internationale Saison Hoffnung machen. Doch die Decke ist recht dünn“, so der Bundestrainer. Die Ausnahme bilde die Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm die am gestrigen Tag für ein gutes Niveau gesorgt hätte. Technisch sieht Trautmann vor allem bei den Fußwürfen und im Griffkampf Verbesserungspotential. „Leider sehen wir wenig erfolgreiche Fußtechniken. Auch im Griffkampf müssen wir in einigen Gewichtsklassen an Tempo und Härte zulegen“, erklärte er. Zufrieden zeigte sich der Bundestrainer mit den Eindrehtechniken und mit dem Kämpfen aus dem klassischen Griff. Neben den  favorisierten Siegern, machte Trautmann auch Überraschungen aus. In der Gewichtsklasse bis 55 Kilogramm zeigte Niels Blagnies (Athletik-Club 1990 Taucha) ein hervorragendes Turnier. Der Deutsche Meister der U18 überzeugte den Bundestrainer in Frankfurt/Oder mit seinem Auftreten. „Niels Blagnies hat heute echtes Leichtsgewichts-Judo gezeigt“, freute sich Trautmann.

Wie bei den Männern, setzten sich auch bei den Frauen die favorisierten Kämpferinnen durch. In der Gewichtsklasse bis 48 freute sich Bundestrainer Claudiu Pusa über die hohe Leistungsdichte und das gute Auftreten seiner Schützlinge. „Die Kämpferinnen haben internationales Niveau bewiesen“, erklärte Pusa. Dies galt auch für die Sportlerinnen der Klasse bis 78 Kilogramm. Technisch souverän kämpfte sich Anna-Maria Wagner (KJC Ravensburg) durch das Turnier. Die Starterin des Grand Prix in Düsseldorf begeisterte durch gute Bodenarbeit und erfolgreiche Eindrehtechniken. Darüber hinaus sorgte Christina Faber (Judo-Club Wiesbaden) für Aufsehen. „Christina Faber bringt frischen Wind in die Gewichtsklasse. Sie ist psychisch stark und gibt auf der Matte Gas“, analysierte Pusa das Auftreten der Deutschen Meisterin der Altersklasse U18. Im Gesamtblick fällt das Fazit des Bundestrainers positiv aus. „Die Kämpferinnen haben hart an sich gearbeitet und auch im psychischen Bereich einen Schritt nach vorne gemacht. Hinzu kommt die hervorragende Bodenarbeit. Vor allem Sankaku und Würgetechniken haben heute gut geklappt. Ich blicke in fast allen Gewichtsklassen positiv auf die internationale Saison“, sagte Pusa abschließend.

Nach dem Ende der beiden Wettkampftage in Frankfurt/Oder fahren die Sportlerinnen und Sportler aus Nordrhein-Westfalen mit den meisten Goldmedaillen Richtung Heimat. Die Judoka aus dem Westen holten vier Gold- und vier Bronzemedaillen. Ebenfalls erfolgreich waren die Kämpfer aus Sachsen. Mit drei Goldmedaillen landeten die Ostdeutschen auf dem zweiten Platz im Medaillenspiegel. Mit zwei Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen komplettierte Württemberg die Top drei der Landesverbände.

Ergebnisse: 

Frauen 

-44 kg
1. Lena Sophie Grulich, UJKC Potsdam - BB
2. Laya Meister, Judo Club Wiesbaden 1922 - HE
3. Sandrine Métier, Kampfsportverein Kippenheimweiler - BA
3. Viviane Schramm, BC DENTO - BE
5. Chelsea Goliasch, Judosportverein 61 Zwickau - SN
5. Tabea Müller, Sportfreunde Blau-Gelb Marburg - HE
7. Anastasia Chatzimichailidis, 1. Judoclub Nittendorf - BY


-48 kg
1. Miriam Schneider, Judo Club Hennef - NW
2. Janina Teßmann, BC Samurai Berlin - BE
3. Jana Scheffold, JudoTeam Steinheim - WÜ
3. Jana Schmitz, 1. Judo-Club 1958 Mönchengladbach - NW
5. Eva Jungbluth, TV Germania Manheim 1887 - NW
5. Jessica Keil, 1. JC Münchberg - BY
7. Jasmine Seifert, KSV Budokan Heiligenstadt - TH
7. Gina Schwendler, TSG Markkleeberg von 1903 - SN

-78 kg
1. Anna-Maria Wagner, KJC Ravensburg - WÜ
2. Christina Faber, Judo Club Wiesbaden 1922 - HE
3. Tracy Heusinger, Judo-Sportverein Speyer - PF
3. Judith Sophia Schiller, UJKC Potsdam - BB
5. Lina Hüls, TV Mesum - NW
5. Karina Horst, KSC Bushido Hamburg - HH
7. Wiebke Grüger, VfB Hellerau Klotzsche - SN
7. Anna-Lena Kronenberg, TSV Rudow 1888 - BE


+78 kg
1. Jana Bauernfeind, SV-Neuhaus/Rothenbruck - BY
2. Ina Bauernfeind, SV-Neuhaus/Rothenbruck - BY
3. Maxime Brausewetter, Erfurter Judo-Club - TH
3. Samira Bouizgarne, 1. Judo-Club 1958 Mönchengladbach - NW
5. Katharina Chanyau, JV Leipzig-Stahmeln - SN
5. Lena Jonitz, Spiel- und Kampfsportverein (SKV) Müritz - MV
7. Jennifer Müller, Judo-Club Weingarten - WÜ
7. Franziska Brunner, ASIA SPORT - MV

Männer

-55 kg
1. Niels Blagnies, Athletik-Club 1990 Taucha - SN
2. Manuel Mühlegger, TuS Bad Aibling - Sparte Judo - BY
3. Maximilian Heyder, Judo Club Naisa - BY
3. Dominik Röder, Judo-Club Lauf 1973 - BY
5. Philipp Holzmann, Judo-Club Marbach - BA
5. Chris Lammers, Judoclub Leipzig - SN
7. Max Ebner, Sport-Dojo Berlin - BE
7. Rudolf-Lennard Schophaus, Judo-Team Hannover - NS


-60 kg
1. Moritz Plafky, Judo Club Hennef - NW
2. Lukas Klemm, VfL Sindelfingen 1862 - WÜ
3. Pascal Meyer, Budokan Brandenburg - BB
3. Felix Edling, Judo Crocodiles Osnabrück - NS
5. Alexander Gabler, JC Rüsselsheim - HE
5. Patrick Görner, Judo Club Wiesbaden 1922 - HE
7. Lennart Scharff, Kraft-Sport Lüneburg von 1921 - NS
7. Hratschik Latschinian, Judo Club Geisenheim - HE

-100 kg
1. Johannes Valentin Frey, TSV Bayer 04 Leverkusen - NW
2. Daniel Zorn, BC RANDORI Berlin - BE
3. Milot jusufi, VfL Sindelfingen 1862 - WÜ
3. Dennis Samuel Mai, 1. Judoteam Heidelberg/Mannheim - BA
5. Waldemar Ebert, OCTAGON Sport - HB
5. Leon Kary, TSV Bayer 04 Leverkusen - NW
7. Konrad Ralf Gurk, PSV Weimar - TH
7. Jan-Luca Ritjens, Velberter Judo - Club - NW


+100 kg
1. Henrik Noack, PSV Olympia Berlin - BE
2. Lukas Rollwage, Judo in Holle - NS
3. Mario Güther, TSV München Großhadern - BY
3. Daniel Messelberger, TuS Bad Aibling - Sparte Judo - BY
5. Sebastian Wendt, TuS Hermannsburg - NS
5. Fabian Meyer, FSV 1950 Gotha - TH
7. Maximilian Kiel, PSV Eisenach - TH
7. Marcel Röhr, Judoclub Leipzig - SN