Der Deutsche Judo-Bund trauert um Henry Hempel

Mit Henry Hempel verstarb am vergangenen Freitag einer der ganz großen Judokas Deutschlands im Alter von 82 Jahren. Der Brandenburger war 26 Jahre lang Cheftrainer im Deutschen Judo-Verband der DDR.

22.11.2015

Der frühere Judo-Kämpfer – er war mehrfacher Deutscher Meister im Einzel und mit der Mannschaft – begann bereits 1960, damals als 27-Jähriger, als Trainer und betreute die DDR-Auswahl bei den Europameisterschaften in Amsterdam. Ab 1962 war er dann 26 Jahre lang Cheftrainer im Deutschen Judo-Verband der DDR und hatte damit die längste Amtszeit der Welt in solch einer Funktion!

Neben seiner Arbeit als Verbandstrainer, in der er stets hohe Anforderungen an die Trainer und Athleten stellte, erwarb er sich große Verdienste bei der Entwicklung des Graduierungssystems in den 60er-Jahren.

Als Trainer feierte er großartige Erfolge. Olympiagold durch Dietmar Lorenz 1980 in Moskau, zwei Silbermedaillen und sechs Mal Bronze, drei Weltmeistertitel (Detlef Ultsch 1979 in Paris und 1983 in Moskau sowie Andreas Preschel 1983), zwei Vize-WM-Titel, 14 Bronzemedaillen und 26 Europameister stehen in seiner Vita als Trainer.

1990 übernahm er die Leitung der Landessportschule Lindow und leitete die Schule viele Jahre bis zu seiner Pensionierung.

1991 wurde Henry Hempel, den alle seine Freunde nur „Henner“ nannten, Präsident des Brandenburgischen Judo-Verbandes und übte diese Funktion bis 2002 aus. Seitdem war er Ehrenpräsident des BJV. 1992 wurde er als erster Ostdeutscher in den Ehrenrat des Deutschen Judo-Bundes berufen.

Der Höhepunkt in seiner Judo-Karriere war die Verleihung des 9. Dan während der Weltmeisterschaft 2001 in München durch die Internationale Judo-Föderation. Mit dieser Ehrung wurde sein Lebenswerk geachtet.

Der Deutsche Judo-Bund trauert um eine herausragende Persönlichkeit, die sich große Verdienste um den Judosport in Deutschland erworben hat.


Quelle: Brandenburgischer Judo-Verband