Wenn die Insel ruft

Die „Insel-Akademie“ fand dieses Jahr auf Borkum statt. Vom 07.-09.07.2017 war die größte Ostfriesische Insel Schauplatz der Judo-Junior-Akademie (JJA).

12.07.2017 von [Lino Hermanns]

Nach der zweistündigen Fährfahrt haben Projektreferentin Maria Deimel und die Teilnehmer der zweiten JJA 2017 die Insel erreicht. Die Überfahrt wurde zum Kennenlernen genutzt und erste Kontakte sind entstanden. Zudem wurden organisatorische Dinge geklärt und die Erwartungen für das Wochenende formuliert. Neben Sommer, Sonne, Strand und Meer standen ja noch viele weitere Programmpunkte auf dem Plan.

Vor Ort angekommen gab es einen herzlichen Empfang durch Dominique Plewe und Steffi Schulz-Krupp. Sie sind beide aktive Judoka und Trainerinnen vom TuS Borkum. Dort betreuen sie die Kinder-und Jugendabteilung. Das Sport- & Jugendgästehaus des TuS Borkum bot den Weitgereisten alle benötigten Annehmlichkeiten und die Judomatten für die ersten Praxiseinheiten waren auch schon aufgebaut. Vielen Dank an Dominique und Steffi und den TuS Borkum.

Nach dem Abendessen starteten die DJB-Juniorteamer und Neu-Referenten Marie Breier und Kai-Uwe Ölkers ihren Einstieg in das Thema „Integration“. Es entstand ein reger Austausch und erste Erfahrungen mit dem Thema wurden geschildert. Im Anschluss gab es um 21:00 Uhr noch eine abendliche Kata-Praxiseinheit mit Kata-Bundestrainer und Kata-Vizeweltmeister Sebastian Frey. Später am Abend saßen alle zusammen im Gruppenraum und haben den Tag gemeinsam ausklingen lassen.

Am Samstagmorgen ging es direkt auf die Matte. Diesmal stand wieder das Thema „Integration“ auf dem Programm. Unsere beiden Experten gaben Tipps für Praxiseinheiten mit integrativen Gruppen. In Kleingruppen wurden exemplarische interkulturelle Trainingsstunden erarbeitet. Marie und Kai haben sich beide in der Vergangenheit und auch aktuell intensiv mit dieser Thematik beschäftigt. Kai gibt in seinem Verein und an einigen Berliner Schulen Flüchtlingstraining und Marie hat im Rahmen ihres Bundesfreiwilligendienstes (BFD) beim Deutschen Judo-Bund (DJB) ihre Projektarbeit darauf ausgerichtet. Die interkulturellen Trainingseinheiten wurden von den Kleingruppen am Ende der Einheit vorgestellt und sollen in naher Zukunft in einem Leitfaden für interkulturelles Training erscheinen.

Danach fand noch eine sog. non verbale Judoeinheit statt. Eine Trainingseinheit ohne jegliche sprachliche Kommunikation. Alles Wichtige wurde durch Gesten, Klatschen oder Fingerschnippen verständlich gemacht. Eine sehr interessante Erfahrung. Kommunikation kann auch ohne Sprache funktionieren!  

Im Anschluss an ein entspanntes Mittagessen stand der Islam im Mittelpunkt. Um Trainingseinheiten mit Muslimen oder anderen Glaubensrichtungen durchführen zu können, sollte man sich auch mit deren Religion auseinandersetzen. Was sind die fünf Säulen des Islam? Wie ist der Islam entstanden? Es wurden Hintergründe dieser Religion beleuchtet. Zum Ende der Theorieeinheit wurden noch verschiedene Emojis für nonverbale Trainingseinheiten oder zur Unterstützung integrativer Trainingseinheiten gestaltet. Bilder zur Unterstützung von Sprache, Mimik und Gestik.

Tolles Foto in toller Umgebung!

Bei super Wetter ging es am Nachmittag an den Strand. Alle Teilnehmer freuten sich auf das alljährliche JJA-Highlight. Sebastian Frey führte eine spannende Kata-Einheit durch und es wurden einzelne Judotechniken im Sand durchgeführt. Eine „Insel-Akademie“ ohne Judoeinheit mit Blick auf das Meer ist undenkbar. Danach wurde die Gunst der Stunde genutzt und es entstanden jede Menge Fotos. Tolle Schnappschüsse für Facebook, Instagram und Co. Zum Schluss wagten die meisten Teilnehmer noch den Sprung ins kühle Nass. Der lange Tag wurde nach einer weiteren Kata-Einheit im Dojo mit einem gemeinsamen Grillabend beendet. Bis spät in die Nacht tauschten sich die jungen Judoka aus.

Am Sonntagmorgen setzte sich die „Reisegruppe Borkum“ ein letztes Mal zusammen und resümierte das Wochenende. Das Feedback zur Judo-Junior-Akademie auf Borkum fiel sehr positiv aus. Hervorgehoben wurde die gute Gruppendynamik und auch die Referenten waren sehr zufrieden. Das Thema „Integration“ wurde auch innerhalb der Gruppe gelebt. Mittags hieß es dann „Leinen los“ und zurück aufs Festland. Es war aber bestimmt nicht der letzte Besuch…

 

Wer noch nicht genug hat oder keinen Platz für Borkum ergattern konnte, kann sich noch für die JJA in Saarbrücken anmelden. Weitere Informationen gibt es hier.