DJB-Mitgliederversammlung in Düsseldorf

Vertreter aus allen Landesverbänden kamen zur diesjährigen Mitgliederversammlung des Deutschen Judo-Bundes (DJB) nach Düsseldorf.

22.11.2015 von [Erik Gruhn]

Nach der Begrüßung durch DJB-Präsident Peter Frese gedachte die Versammlung den Verstorbenen. Stellvertretend wurden Heiner Metzler, Wolfgang Frank, Reinhard Otto und Thomas Wiese genannt.

Vizepräsidentin Michaela Engelmeier berichtete von ihrer Arbeit als Bundestagsabgeordnete. Es wurde ein Anti-Doping-Gesetz verabschiedet. Sie zeigte sich überzeugt davon, dass unser Land den Flüchtlingsstrom gut schultern kann. „Es ist nicht menschenwürdig, die Flüchtlinge in Turnhallen unterzubringen“, sagte sie und war sich sicher, auf einem guten Weg zu sein, andere Unterkünfte zu finden.

Peter Frese zeigte sich mit den internationalen Wettkampfergebnissen zufrieden. Er stellte fest, dass die erfolgreichen Judokas Bundeswehrsoldaten sind oder bei der Bundespolizei arbeiten. Er lobte die gute Zusammenarbeit zwischen den Bundes- und Landestrainern. Die Einführung des Deutschen Jugendpokals sieht er sehr positiv. Die beiden Veranstaltungen mit Fünfermannschaften der U14 und U16 waren gut besucht. Er erläuterte die Problematik des Startrechts von ausländischen Mitbürgern. Die Regelungen müssen sich mit dem EU-Recht vereinbaren lassen und die deutschen und ausländischen Starter gleichberechtigt behandelt werden. Er wünscht sich ein „Pro für Olympia“ in Hamburg.

Ole Bischof, seit fast einem Jahr Vizepräsident im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), besuchte die DJB-Mitgliederversammlung und berichtete über die aktuelle Situation im Spitzenverband. Er erwartet eine große Zustimmung in der Bevölkerung zu den Olympischen Spielen in der Stadt Hamburg am kommenden Wochenende. Der DOSB bereitet eine große Reform des deutschen Leistungssportsystems vor. Nach den Spielen in Rio werden die Konzepte vorgestellt.

Auf Antrag der Bundesjugendleitung wurden die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften der Landesverbände für die U18 und U21 aus dem Wettkampfkalender des DJB gestrichen. Neu eingeführt werden wieder Gruppenmeisterschaften für Frauen und Männer als Qualifikation zu den Deutschen Meisterschaften, die nach Entscheidung in der Gruppe offen oder mit vorgeschalteter Ebene ausgetragen werden können.

Die Dan-Prüfungsordnung für geistig behinderte Judokas zum 1. Dan wurde mit großer Mehrheit verabschiedet und die Ausbildungsordnung um die Trainer C-Lizenz Elementarbereich ergänzt. Für den Kata-Bereich wurden eine eigene Wettkampfordnung und eine Lizenzordnung für Kata-Wertungsrichter in Kraft gesetzt.

Ab 1.1.2016 wird eine neue Kyu-Prüfungsmarke, die in Verbindung mit einer Urkunde und einem Begleitheft herausgegeben wird, eingeführt. Dies hatten die Vertreter der Landesverbände bereits im Vorjahr beschlossen. Das Vereins-Zertifikat des DJB wird 2016 neu aufgelegt.

Anika Walldorf, die Jugendbildungsreferentin des DJB, stellte den Landesverbandsvertretern die Initiativen zum Thema „Junges Engagement im Judo“ mit zwei Videofilmen vor.


DJB-Präsident Peter Frese (rechts) bedankte sich zum Abschluss der Tagung bei DJB-Mitarbeiterin Tina Dannemann, die seit Jahren für die Protokollführung bei der Mitgliederversammlung zuständig ist und den DJB im kommenden Jahr verlässt, um den wohlverdienten Ruhestand anzutreten; links DJB-Geschäftsführer Reinhard Nimz
 


Ehrungen im Rahmen der Mitgliederversammlung: Heinz Jenkel (3. von links) und Friedrich Andres (3. von rechts) wurde der 6. Dan-Grad verliehen; Willi Moritz (rechts) erhielt die Silberne Ehrennadel des DJB; zu den Gratulanten gehörten DJB-Präsident Peter Frese (links) und die Vizepräsidenten Lutz Pitsch (2. von links) und Dr. Volkmar Schöneburg (2. von rechts)