„judo & more“ - Schweißgebadet zum Ziel

In der Sportschule Lindow findet das jährliche Sommercamp der DJB-Jugend statt. 133 Teilnehmer erlebten in diesem Jahr die Stargäste Sven Maresch und Andreas Tölzer und verbrachten fünf Tage gemeinsam, um täglich Judo zu trainieren und viele weitere sportliche Aktivitäten zu absolvieren.

11.08.2015 von [Jane Hartmann]

Das diesjährige Feriencamp „judo & more“ begann für viele Teilnehmer gleich mit einem Highlight. Nachdem die Zimmer der 133 gemeldeten Jugendlichen, Trainer und Betreuer bezogen waren, ging es gleich auf die Judomatte, und einer der Stargäste Sven Maresch leitete das erste Training. Sven zeigte verschiedene Varianten des Seoi-nage und erzählte, warum er mit Judo begonnen hat und von seinem  Ehrgeiz, der ihn zu diesem Erfolg gebracht hat. Die Judowerte des DJB, die für ihn in seinem Leben außerhalb der Tatami sehr wichtig sind, fanden in seinen Worten große Bedeutung. Viele Teilnehmer holten sich im Anschluss an das Training bei der Fragerunde mit Sven Autogramme und Tipps. Sven, vielen Dank, dass Du trotz der WM-Vorbereitung Zeit für das Feriencamp gefunden hast. Viel Erfolg für die WM und erfülle Dir nächstes Jahr Deinen Traum – einmal Olympiasieger zu werden!

Uchi-komi im Wasser – geht das? Der Frühsport im See am Montag zeigte, Uchi-komi kann man auch im Wasser üben. Auf der Tatami wurden die Techniken von Sven Maresch wiederholt, und die DJB-Trainer Michael Weyres und Sven Helbing zeigten weitere Folgetechniken. Der nächste Stargast, der für die ganze Woche blieb, ließ etwas länger auf sich warten. Andreas Tölzer, ungeduldig erwartet, lüftete am Abend das Geheimnis der Namensgebung des „Tölz-Drehers“. Er zeigte seine Spezialtechnik in Einzelschritten und die Sportler versuchten sie mit Erfolg nachzumachen.

Das gab es bisher zu „judo“ zu sagen, aber im Feriencamp gibt es sehr viel unter der Rubrik „more“ zu erleben. Traditionell begannen die ersten Disziplinen des DJB-Sportabzeichens, an dem in diesem Jahr 33 Sportler teilnahmen. Der See war wie in jedem Jahr sehr stark frequentiert und die vielen verschiedenen Sportplätze ebenso.

Nach dem alltäglichen Frühsport, entweder freiwillig eine Runde um den Wutzsee laufen oder Schwimmen im See, begann die nächste Judoeinheit im gewohnten Ablauf. Die Erwärmung erfolgte gemeinsam und dann gingen die verschiedenen Gruppen, aufgeteilt nach Graduierung, in die weiteren Hallen zum Techniktraining. Das Techniktraining in diesem Jahr wurde von Michael Weyres, Sven Helbing und dem Stargast Andreas Tölzer durchgeführt. Am Vormittag wurden Standtechniken gezeigt und trainiert und am Nachmittag Bodentechniken. Danach traf man sich in der großen Halle zum gemeinsamen Randori und später durften sich die Jüngeren in einer Halle bei kleinen Spielen austoben. Nachmittags stand die Einheit der Bodentechniken an, und vorher gab es wie vor jeder und nach jeder Judoeinheit freiwillig „100, 100, 100“ (je 100 Liegestütze, Sit-ups und Rückenmuskulaturübungen). Trotz der enormen Wärme und somit eine sehr hohe Waldbrandstufe, durften wir am Abend ein Lagerfeuer anzünden. Die Küche bereitete Stockbrot vor, welches über der Glut an einem Stock gebacken wurde.

Mittwoch war der judofreie Tag, der den Trainern und Betreuern im Vorfeld sehr viel Organisation und Fleiß abfordert. In diesem Jahr gab es einen Crosslauf, den jeder Teilnehmer mit verschiedenen Stationen durchlaufen musste. Schweißgebadet kamen die Sportler im Ziel an und gaben auf der Strecke ihr Bestes, damit sie in der Teamwertung auf den vorderen Plätzen landen konnten. Interessant und vielseitig war der Nachmittag. Jeder Teilnehmer sollte sich mindestens bei einer angebotenen Aktivität beteiligen, z. B. Kanu fahren, Bogenschießen, Klettern am Kletterturm, Beachvolleyballturnier, Fußballturnier, Tischtennisturnier und Sumo. Nach diesem anstrengenden Programm bei der Hitze, im Schatten 35 Grad, konnten wir uns noch mal in Ruhe im See abkühlen.

Der Donnerstag begann wieder mit freiwilligem Frühsport und danach ein vielseitiges Frühstück. Gut gestärkt ging es im Judogi auf die Matte, zum Trainieren der Standtechniken am Vormittag und der Bodentechniken am Nachmittag.  Mit voller Ausrüstung, lange Hose, langärmeliges Oberteil und festes Schuhwerk, ging es am Abend auf die Nachtwanderung. Die Jüngeren liefen die „kurze Strecke“ und die Älteren und Erfahrenen die „lange Strecke“. Gesund und munter sind alle zurückgekommen, ohne vom Wegesrand abzukommen.

Nun begann leider schon der letzte Tag des Feriencamps „judo & more“ in Lindow und es stand noch einiges auf dem Programm. Neben dem Judotraining liefen auch zwei Turniere während der Woche, das Fußball- und das Bouleturnier. Am Freitag standen die Finals an, die sehr spannend waren. Beim Fußball gewann die Mannschaft TSV Bayer 04 Leverkusen und beim Boule das Betreuerteam Michael Hartmann und Ulf Dräger. Den Siegern herzlichen Glückwunsch. Das Highlight und somit aber auch ein trauriger Programmpunkt stand an, die Disco mit der Diashow. Während des Feriencamps werden von allen „Knippswütigen“ die entstandenen Bilder in einem Ordner gesammelt und von einem Expertenteam einige für die Diashow ausgesucht. Tanzend bei guter Musik und lustigen Bildern klang das Feriencamp aus und es flossen nicht nur viele Schweißperlen sondern auch wieder viele Abschiedstränen.

Allen Teilnehmern, ob groß oder klein, denen es in Lindow bei „judo & more“ sehr gut gefallen hat, kann ich sagen, im nächsten Jahr findet diese Maßnahme des DJB wieder statt. Der Termin steht schon fest: in der 29. Kalenderwoche vom 24. bis zum 30. Juli 2016.