Juniorteam-Spotlight: Die bayrische Überraschungskandidatin

Klaus Mueller

Mit halben Sachen gibt sich das Superleichtgewicht aus Nürnberg nicht zufrieden. Gleich im ersten U18-Jahr hat Darja Dorowskich ihre Ambitionen deutlich gemacht und ihre Gewichtsklasse ordentlich aufgewirbelt. Der erste Einsatz auf kontinentaler Ebene rundete die Saison zudem zufriedenstellend ab.

07.08.2017 von [Karolin Huse]

Bereits in den vergangenen Jahren bahnte sich Darjas großes Talent an. Gezeigt hat sie es 2016 auf den stark besetzten Bundessichtungsturnieren der Altersklasse U17. Aus Holzwickede brachte sie Gold mit nach Hause, in Bamberg gewann sie Silber. Eine weitere Silbermedaille konnte die dreifache Süddeutsche Meisterin beim Messecup in Thüringen ergattern.

Von dem Verlauf der letzten Monate ist der Youngster trotzdem selbst am meisten überrascht. Obwohl sie auf deutscher Ebene bereits versiert ist und ein Platz bei den Deutschen Meisterschaften durchaus erwartet war, hatte das Aushängeschild des Judovereins Jahn Nürnberg 2012 nicht geglaubt, dass ihr der Übergang in die neue Altersklasse so leicht fallen würde. Nach einer souveränen Qualifikationsrunde trumpfte Darja in Herne mit dem nationalen Titel auf. Wenige Wochen später holte sie jeweils Bronze bei den Top-Europacups in Teplice (Tschechien) und Berlin. Der siebte Platz in Bielsko Biala (Polen) untermauerte ihr Potential und bestätigte die erhaltene Nominierung zu den Europameisterschaften.

Der Traum von einer EM-Medaille war allerdings schnell vorbei, eine Auftaktniederlage verhinderte eine Platzierung im vorderen Bereich. Darja selbst nimmt das ganz locker. Trotz der Niederlage hat ihr der Wettkampf sehr viel Spaß gemacht, sie kann viel Positives für sich von diesem Großevent mitnehmen. Zudem wurde der Altersunterschied auf diesem Niveau bemerkbar.

Doch schon im nächsten Jahr kann das ganz anders aussehen. Darja, die auf der Matte hauptsächlich mit Schulterwürfen punktet, wird gegen Ende des Monats mit der Nationalmannschaft nach Japan reisen und sich intensiv auf die anstehenden Wettkämpfe vorbereiten. Die Reise kommt ihr sehr zugute, denn sie profitiert dort nicht nur von den harten Trainingseinheiten, sondern bekommt sicher auch die Möglichkeit, bekannte japanische Kämpfer kennen zu lernen. Die imponieren der Schülerin nämlich am meisten.

Nach der Japanreise stehen für sie noch zwei Sichtungsturniere in Holzwickede und Bamberg an. Die will das Energiebündel nutzen, um sich optimal auf die kommende Saison vorzubereiten. Dann klappt es sicher auch mit der EM-Medaille.

Wir wünschen ihr eine aufregende Zeit in Japan und drücken ihr für die anstehenden Turniere die Daumen!

Das "Juniorteam-Spotlight" ist ein Format, das vom DJB Juniorteam ins Leben gerufen wurde. Junge, erfolgreiche Athleten sollen jeden Dienstag vorgestellt werden. Die jungen Engagierten arbeiten dazu mit der Bundesjugendleitung und den "Helden von Morgen" zusammen, um ihre Bekanntheit zu steigern. Vorschläge und Wünsche können auf der Facebookseite des DJB Juniorteams geäußert werden oder per Mail beim stellvertretenden Bundesjugendleiter Fabian May