Juniorteam-Spotlight: Die Comeback-Künstlerin aus München

Klaus Mueller

Diese Sportlerin ist nicht zu stoppen. Obgleich drei Jahre hinter ihr liegen, die vollgepackt mit Verletzungspech und Trainingsausfall sind, kämpft sich Michelle Hürzeler regelmäßig auf die Bildfläche zurück. In Stuttgart feierte sie nun mit dem dritten Platz bei der Deutschen Meisterschaft ihr, hoffentlich letztes, Comeback.

06.02.2018 von [Karolin Huse]

Verein: TSV München-Grosshadern
Landesverband: LV Bayern
Gewichtsklasse: -63 kg
Jahrgang: 1996
Beruf: Student (Sportwissenschaften)
Größter Erfolg: Nominierung U21 WM 2015

 

Strahlend ließ sich Michelle vor wenigen Wochen die Bronzemedaille um den Hals hängen.  Es ist ihre zweite, die sie bei den Erwachsenen einheimst. 2015 wurde die 21-jährige bereits Deutsche Vizemeisterin in Bonn. „Das Jahr fing sehr gut für mich an, in Bonn habe ich erfahrene Gegner hinter mir gelassen“, erzählt die Bayerin, die nach dem nationalen Höhepunkt auch international glänzte. Nach vier Medaillen bei den Junioren-Europacups wurde Michelle mit der Nominierung zur Weltmeisterschaft belohnt.


Während der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung wendete sich das Blatt. Eine schwerwiegende Verletzung am Ellenbogen machte einen Start unmöglich. Während sich ihre Nationalmannschaftskollegen in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit der Weltelite maßen, wurde die Kämpferin des TSV München-Grosshaderns operiert. Im Frühjahr des Jahres 2016 wagte sie sich zurück auf die Tatami und verletzte sich erneut am gerade genesenen Gelenk. Und wieder musste Michelle eine Zwangspause hinnehmen, eine zweite Operation war nötig. Nach den ihr vertrauten Rehabilitationsprozessen und dem darauffolgenden Trainingseinstieg, wurde bald darauf ein bekanntes Sprichwort wahr. Alle guten Dinge sind drei. Und so kam es zu einem dritten herben Rückschlag. Ein Bandscheibenvorfall wurde diagnostiziert, der operativ behandelt werden musste.

„Ob ich während der gesamten Zeit an das Aufgeben gedacht habe? Natürlich habe ich das. Aber Judo ist ein extrem wichtiger Teil meines Lebens und so habe ich gegen die starken Frustrationen angekämpft, die mich nach den Verletzungen belasteten“, begründet die Münchnerin, die sich immer auf die Unterstützung ihrer Familie und Freunde zählen konnte. „Hätten sie mir nicht durchweg den Rücken gestärkt, so wären die Rückschläge weitaus schwieriger zu bewältigen gewesen.“

Doch jetzt soll erstmal Schluss mit dem Verletzungspech sein, dafür soll das eigentliche Ziel in Michelles sportlicher Karriere wieder in den Vordergrund rücken. Das lässt sich einfach definieren. „Olympiasiegerin werden“, kommt dem Energiebündel sehr einfach von den Lippen. Ob das nach diesem Verletzungszirkus möglich ist? „Warum denn nicht? Es ist nichts unmöglich. Wenn ich selbst daran glaube, dann kann ich es auch schaffen.“ Die Bedingungen am Münchner Olympiastützpunkt sind perfekt. Und wenn es im Training nicht rund läuft, bietet die Trainingsgruppe den nötigen Halt. „Wenn ich mich in einem Moment nicht selbst aufraffen kann, dann tut es meine Gruppe.“ Und wenn keine mentale Unterstützung von Nöten ist, dann wird eben der „Bachelor“ gemeinsam angeschaut.

Der nächste Halt auf Michelles Liste ist der Heim Grand Slam in Düsseldorf. Dort soll das Comeback auf internationalen Wettkampfmatten begangen werden.

Wir wünschen ihr eine erfolgreiche und vor allem verletzungsfreie Zukunft!

Das "Juniorteam-Spotlight" ist ein Format, das vom DJB Juniorteam ins Leben gerufen wurde. Junge, erfolgreiche Athleten sollen jeden Dienstag vorgestellt werden. Die jungen Engagierten arbeiten dazu mit der Bundesjugendleitung und den "Helden von Morgen" zusammen, um ihre Bekanntheit zu steigern. Vorschläge und Wünsche können auf der Facebookseite des DJB Juniorteams geäußert werden oder per direkt per Mail beim Jugendmedienteam des DJB unter jungemedien(at)judobund.de.