Juniorteam-Spotlight: Der Zögling aus Naisa

Horst Geiger

Zu den führenden Athleten in seiner Gewichtsklasse gehört Max Heyder. Mithilfe von Talent, Fleiß und einer besonderen Unterstützung ebnete sich der Bayer den Weg an die deutsche Spitze.

18.12.2017 von [Karolin Huse]

Der zweifache Deutsche Meister, der 2002 mit dem Judosport begann, trainierte die ersten Jahre unter seinem Vater, der Trainer und Abteilungsleiter beim Judoclub Naisa ist. Heute hat das Leichtgewicht sechs Medaillen bei Deutschen Meisterschaften und sechs Europacup-Platzierungen unter den Top sieben auf seiner Haben-Seite stehen. Bei den im Nobember ausgetragenen Kontinentalmeisterschaften der U23 in Montenegro belegte Max Platz sieben. „Auch wenn ich die Medaillenränge knapp verfehlt habe, bin ich mit mir zufrieden. Ich habe starke Gegner geschlagen und mein bisher bestes EM-Ergebnis erzielt. Das macht Hunger auf mehr“, sagt Max und gibt somit schon Auskunft auf das Ziel im nächsten Jahr. Noch einen Versuch hat er in dieser Altersklasse, bevor er endgültig bei den Männern antreten wird.

Erstmals startete Max 2013 bei der Europameisterschaft der Kadetten in Tallinn. Ein frühes Aus verbaute jedoch den Weg in die Medaillenränge. 2016 wurde er erneut für die EM nominiert, diesmal aber in der Juniorenklasse. Eine Schulterverletzung, die sich der 21-jährige kurz vor der Meisterschaft zuzog, verhinderte unglücklicherweise den Start an diesem Turnier. „Eine Verletzung ist immer ärgerlich, aber vor einer Meisterschaft ist es besonders hart. Dennoch bin ich verletzungstechnisch eher verschont geblieben“, gibt der Süddeutsche zu, der sich mit der verpassten EM abgefunden hat.

Zusätzlich zu dem Rehabilitationsprozess machte ihm auch der Gewichtsklassenwechsel zu schaffen, den er über den letzten Jahreswechsel anging. Seit diesem Jahr kämpft Max nun in der Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm. Doch spätestens 2018 will der Bundesligist, der für den TSV München-Großhadern kämpft, in der Gewichtsklasse „ankommen“ und sich auch bei den Erwachsenen etablieren.

Max, der der Sportfördergruppe der bayrischen Polizei angehört, trainiert am Olympiastützpunkt in München. Trotzdem hält er den Kontakt zu seinem Heimatverein aufrecht und gibt auch gern Tageslehrgänge für die Kinder. Für ihn ist es besonders wichtig, seine Wurzeln nicht aus den Augen zu verlieren. Max, der vor seinem Umzug nach München in Naisa und Bamberg trainiert hat, ist besonders stolz auf die einzigartige Unterstützung, die er in den letzten Jahren erfahren hat. In Bamberg trainierte er unter den Ex-Spitzenkämpfern Florian Wanner und Hendrik Schumacher, die ihm dort den nötigen Schliff verpassten.

Kurz vor dem Ende seiner Schulzeit hätte Max schon an den Olympiastützpunkt nach München wechseln müssen, um den Anschluss an die nationale Spitze nicht zu verlieren. Das war zu dieser Zeit jedoch nicht möglich. Schumacher, der das Potential seines Schützlings erkannt hatte, kam ihm mit einem überraschenden Lösungsansatz zu Hilfe. Der Chef des familiären Verpackungsunternehmens „Schumacher packaging“ richtete in seiner Firma ein privates Dojo ein, um Max individuell zu fördern. „Mithilfe seiner Bemühungen hat er mich zu dem Kämpfer geformt, der ich heute bin. Ich bin unendlich dankbar für diese Unterstützung“, sagt Max, der den Kontakt zu Schumacher weiterhin aufrecht hält und stets auf dessen Hilfe zählen kann.

Nach der Weihnachtspause steht mit der Deutschen Meisterschaft der Männer und Frauen ein wichtiger nationaler Höhepunkt vor der Tür, welcher entscheidend für den Verlauf der Saison sein wird.


Wir wünschen ihm dafür alles Gute und das notwendige Quäntchen Glück!

Das "Juniorteam-Spotlight" ist ein Format, das vom DJB Juniorteam ins Leben gerufen wurde. Junge, erfolgreiche Athleten sollen jeden Dienstag vorgestellt werden. Die jungen Engagierten arbeiten dazu mit der Bundesjugendleitung und den "Helden von Morgen" zusammen, um ihre Bekanntheit zu steigern. Vorschläge und Wünsche können auf der Facebookseite des DJB Juniorteams geäußert werden oder per direkt per Mail beim Jugendmedienteam des DJB unter jungemedien@judobund.de. .