Juniorteam-Spotlight: Miss Unstoppable aus Heubach

Klaus Müller

Der Verlauf ihrer Karriere gleicht einer Achterbahn. Im Sturm erobert sie regelmäßig die oberen Plätze der Weltrangliste, bevor es erneut zu einer Talabfahrt kommt. In Alina Böhm schlägt jedoch ein Kämpferherz, welches auch nicht aufgibt, wenn es mal wieder aussichtslos erscheint.

10.10.2017 von [Karolin Huse]

Vor allem die letzten vier Jahre sind von einem regelmäßigen Auf und Ab geprägt. Die Sportlerin vom JZ Heubach erinnert sich vor allem nicht gern an das Jahr 2014. Durch ein vorzeitiges Aus bei den Deutschen Meisterschaften der U18 verbaute sich Alina die Saison. „Es war der düsterste Tag in meiner Judolaufbahn, als ich dort nach zwei verlorenen Kämpfen ausschied, zumal ich mit Medaillenambitionen angetreten bin“, blickt die 19-jährige zurück.

Ein Jahr später wendete sich das Blatt. Und zwar in einem Ausmaß, dass die junge Sportlerin selbst ein wenig überraschte. Das „Golden Girl“ gewinn in der ersten Hälfte des Jahres jedes Turnier, bei dem sie antrat. In Herne machte sich Alina selbst ein großes Geschenk, indem sie den Fauxpax des letzten Jahres wieder gut machte und souverän den Deutschen Meistertitel in Empfang nahm. Der Titel diente als Türöffner für die anschließende Europacupsaison. Nach zwei Siegen bei den Top-Europacups in Teplice (Tschechische Republik) und Berlin galt sie als Favoritin für die U18-Europameisterschaft in Sofia (Bulgarien). Dieser Rolle wurde Alina mehr als gerecht, denn am Ende des Tages  wurde die Nationalhymne für sie gespielt. Mit dem kontinentalen Titel im Gepäck reiste die Athletin vom Judozentrum Heubach nach Sarajevo (Bosnien-Herzegowina) zur Weltmeisterschaft. Das Glück war bis zum Finale auf ihrer Seite. Der Vizetitel hatte einen bitteren Beigeschmack, denn neben der Silbermedaille begleitete Alina auch ein Kreuzbandriss nach Hause.

Die Verletzung beendete die erfolgreiche Saison der hoffnungsvollen Nachwuchssportlerin und hielt sie einige Monate fern von den Wettkampfmatten. Den Wiedereinstieg auf europäischer Ebene wagte Alina im Juli 2016. In der neuen Altersklasse erkämpfte sie bei den Junioren eine Bronzemedaille beim Europacup in Prag (Tschechische Republik). Die Medaille gab ihr das nötige Selbstbewusstsein und die Bestätigung, die sie nach dem herben Rückschlag benötigte.

Die Sterne standen zu Beginn dieses Jahres gut für die Sportlerin aus Baden-Württemberg. Mit Platz drei in Arlon (Belgien) legte Alina den Grundstein für die diesjährige Europacuptour. In Lignano (Italien) und Leibnitz (Österreich) rutschte die Studentin für Sportpublizistik mit den Plätzen fünf und sieben knapp am Podest vorbei. In Prag feierte sie ihren ersten Europacupsieg bei den Junioren, bevor sie ihre Leistungen mit Platz zwei in Berlin unterstrich. Und wieder blühte Alina in einer Bestform auf, die mit der Nominierung für die Junioreneuropameisterschaft belohnt wurde. Zwei Wochen vor dem kontinentalen Highlight kam der Rückschlag in Form eines zweiten Kreuzbandrisses. Die Talabfahrt beginnt erneut.

Alina geht jedoch relativ gefasst mit diesem Rückschlag um, getreu ihrem Motto: Sieben Mal fallen und acht Mal aufstehen. „Ich bin mit meinem ersten Kreuzbandriss schon einmal gefallen und wieder aufgestanden. Ich nehme es mir fest vor, dies erneut zu tun“, sagt das Kämpferherz. Die Reha steht nun im Vordergrund, damit es im Spätsommer 2018 wieder auf internationalen Matten losgehen kann. Bis dahin steht nun erstmal das Studium in Tübingen im Mittelpunkt. Ihr Kampfgeist ist trotz des Tiefpunktes nicht getrübt. „Ich komme zurück. Verlasst euch drauf.“

Wir warten gespannt auf ihr Comeback und wünschen bis dahin eine schnelle Genesung und viel Glück!

Das "Juniorteam-Spotlight" ist ein Format, das vom DJB Juniorteam ins Leben gerufen wurde. Junge, erfolgreiche Athleten sollen jeden Dienstag vorgestellt werden. Die jungen Engagierten arbeiten dazu mit der Bundesjugendleitung und den "Helden von Morgen" zusammen, um ihre Bekanntheit zu steigern. Vorschläge und Wünsche können auf der Facebookseite des DJB Juniorteams geäußert werden oder per direkt per Mail beim Jugendmedienteam des DJB unter jungemedien(at)judobund.de.