Juniorteam-Spotlight: Münchens großer Kämpfer

Klaus Mueller

Der 132. Platz (Stand: 11.12.17) in der IJF Weltrangliste wirkt auf den ersten Blick nicht einschüchternd. Im Judo ist jedoch nahezu alles möglich, Weltmeister kann man auch werden, wenn man nicht zur Top Ten der Weltspitze gehört. Die Tatsache wurde in diesem Jahr besonders aus deutscher Sicht bestätigt und wird von vielen Kämpfern zur Motivation genutzt. Zu denen gehört auch Lukas Vennekold, der im kommenden Jahr deutlich in der Weltrangliste aufsteigen will.

12.12.2017 von [Paola Onofaro / Karolin Huse]

Lukas, der am Anfang des Jahres seinen ersten Deutschen Meistertitel feiern konnte, erzielte 2016 die ersten Erfolge auf internationaler Ebene bei den Männern. Nachdem er sich bereits als Kadett und Junior bei nahmhaften Turnieren auf das Podest kämpfen konnte, ist jetzt der Anschluss an den Männerbereich hergestellt. Bei Europacups in der Schweiz und in Slowenien verpasste der Athlet des TSV München-Großhadern noch knapp das Treppchen. Einen Monat später fuhr Lukas in der Slowakei jedoch seinen ersten Europacupsieg ein. Die gute Form bestätigte er kurz darauf beim Heim-Europacup in Saarbrücken, von dem er silbergeschmückt wiederkehrte. Die Belohnung für die erbrachten Leistungen ließ nicht lange auf sich warten. Kurz vor dem Jahresende stand auch der Name Lukas Vennekold auf der Liste der Bundeskader.

„Der Sprung in den Bundeskader hat mir viel Motivation und Kraft gegeben und wird mir viele Türen öffnen“, grinst der Bayer, der seit Dezember 2016 in der Gewichtsklasse bis 73 kg startet. Recht hatte er. In Duisburg wurde der 22-jährige Deutscher Meister und sicherte sich auf diese Weise auch das Ticket für den Grand Prix in Düsseldorf. Dass das Aus für ihn dort bereits im Achtelfinale kam, enttäuschte den Studenten der Sportwissenschaften nicht, im Gegenteil. „Es war mein erster Grand Prix und keiner erwartete eine Medaille von mir. Stattdessen konnte ich ganz ungezwungen mein Bestes geben und das Kämpfen vor heimischer Kulisse genießen.“ 

Im Sommer verbuchte Lukas einen weiteren großen Erfolg für sich. In Coimbra (Portugal) belegte er bei der Universiade den zweiten Platz und konnte somit einen Haken auf seiner Liste setzen, denn eine Medaille bei der Studenten-Europameisterschaft wurde schon zu Jahresanfang als eines der zwei großen Ziele deklariert. Diese Platzierung sicherte ihm die Nominierung zu der U23-Europameisterschaft. Auf den zweiten Haken musste er verzichten, das Aus bei den kontinentalen Titelkämpfen kam bereits nach dem zweiten Kampf.

Kurz vor dem Weihnachtsfest steht die letzte Trainingsmaßnahme an. Die deutschen Auswahlmannschaften verschiedener Altersklassen reisen alljährlich im Dezember zu einem mehrwöchigen Trainingscamp in das Judo-Mutterland. Für Lukas gehört in diesem Jahr zum ersten Mal auch die Teilnahme am Grand Slam in Tokio dazu. „Die Chance auf eine der vorderen Platzierungen war gering, denn hier gehen nur die Besten der Besten an den Start.“
Nach einem Auftaktsieg musste sich der Youngster gegen einen Routinier geschlagen geben.

Nach dem Trainingscamp in Japan geht es für Lukas in eine wohlverdiente Weihnachtspause, um Kraft für die anstehenden Turniere zu sammeln. Die To-Do-Liste ist bereits geschrieben. Ganz oben steht die Teilnahme an der Europameisterschaft der Männer und Frauen. Der Weg dahin ist jedoch noch lang. Die deutschen Titelkämpfe werden die erste Prüfung im neuen Jahr darstellen. Wir wünschen ihm dafür viel Erfolg!

Das "Juniorteam-Spotlight" ist ein Format, das vom DJB Juniorteam ins Leben gerufen wurde. Junge, erfolgreiche Athleten sollen jeden Dienstag vorgestellt werden. Die jungen Engagierten arbeiten dazu mit der Bundesjugendleitung und den "Helden von Morgen" zusammen, um ihre Bekanntheit zu steigern. Vorschläge und Wünsche können auf der Facebookseite des DJB Juniorteams geäußert werden oder per direkt per Mail beim Jugendmedienteam des DJB unter jungemedien@judobund.de. .