Kata: Gold und Bronze in Pordenone

Fotos: Fanderl

Mit dem EJU-Kata-Turnier im italienischen Pordenone fand das zweite richtungsweisende Turnier der Saison statt, um sich auf die bevorstehenden internationalen Wettkampfhöhepunkte einzustimmen. Fünf DJB-Teams nutzten die Chance, um ihren aktuellen internationalen Leistungsstandpunkt auszuloten.

15.03.2017 von [Frey/Bernreuther]

In der Ju no Kata präsentierten sich unsere Weltmeister Wolfgang Dax-Romswinkel und Ulla Loosen (NW) den Wertungsrichtern auf den Punkt konzentriert. Schon in der Vorrunde zeigten beide ihre Weltklasse und ließen keinen Zweifel aufkommen. Sie verwiesen bereits in der Vorrunde die direkten Kontrahenten, die WM-Vierten aus Italien sowie die WM-Fünften aus Kroatien, mit deutlichem Abstand auf die Folgeplätze. Im Finale boten beide eine Kata nach Maß, mit der auch an diesem Tag kein anderes Kata-Team mithalten konnten und gewannen souverän die Goldmedaille. Ebenso ambitioniert und konzentriert warteten die beiden Tübinger Wolfgang Fanderl und Heike Betz (BY/WÜ) mit einer harmonisch dargebotenen Ju no kata auf und konnten sich mit Platz sieben in Schlagweite zu den platzierten Paaren gut in Szene setzen.

Mit einer beeindruckenden Leistung trumpften Astrid Machulik und Marcus Nietner (BE) in der Kodokan Goshinjutsu auf und sicherten sich die erste DJB-Medaille in dieser Kata bei einem EJU-Turnier seit 2009. Mit einer in Ausdruck und Dynamik nahezu perfekten Demonstration von Angriff und Verteidigung überzeugten die beiden Berliner sowohl in der Vorrunde als auch im Finale die Wertungsrichter und platzierten sich hinter den ehemaligen Vize-Weltmeistern Volpi/Calderini (ITA) sowie den aktuellen WM-Dritten Sato/Polo (ITA) auf Platz drei. Mit dieser Leistung knüpften beide an ihren Auftritt in Brüssel an und belohnten sich selbst für ihre kontinuierliche Arbeit mit ihrer ersten EJU-Medaille.

Eine ebenfalls starke Kata-Demonstration boten Michael Zapf und Lukas Stenzel (BB) in der Nage no kata. In der Vorrunde noch mit einem hauchdünnen Vorsprung von einem Punkt auf Platz drei gelegen, mussten sie sich im Finale trotz persönlicher Steigerung und deutlichem Herausarbeiten der einzelnen Wurfprinzipien mit dem undankbaren vierten Platz begnügen. Doch zeigt das Ergebnis, dass die beiden Medaillengewinner des letztjährigen EJU-Randori no kata-Cups, den Wechsel vom Nachwuchsbereich in die Erwachsenen-Wettkampfklasse mit Bravour gemeistert haben.

Reinhard Köhler und Jürgen Mohr (PF) kamen in der Katame no kata leider nicht über Platz acht hinaus.

Alles in allem zeigten die beiden EJU-Tournaments in Brüssel und Pordenone mit dem Gewinn von vier Medaillen, dass die DJB-Teams mit Zuversicht auf die Saison-Höhepunkte zusteuern können, dienten beide Turniere der DJB-Kata-Kommission zugleich auch als Sichtungsturniere für die Anfang Mai im Pembroke auf Malta stattfindenden Europameisterschaften.

EJU Kata-Judges-Seminar

Parallel zum Kata-Turnier fand das EJU-Kata-Judges-Seminar statt. Vom DJB nahmen neben dem DJB-Kata-Referenten Dr. Stefan Bernreuther auch die beiden Judges Dr. Magnus Jezussek und Sebastian Frey teil, um ihre Lizenzen zu erweitern.

Neben den aktuellen Regelinterpretationen in Theorie und Praxis sowie Fragen zu technischen Ausführungen einzelner Techniken und Erläuterungen in der Nage no kata, der Ju no kata und der Kodokan Goshinjutsu, nutzte die EJU-Kata-Kommission das Seminar auch zur Qualifizierung und Prüfung von Kata-Judges.

Beginnend mit dem schriftlichen Test zur Regelkunde und Fehleranalyse lag das besondere Augenmerk in der praktischen Überprüfung der technischen Fertigkeiten in den Rollen von Tori und Uke der angehenden Judges. Mit sehr guten Leistungen in allen Prüfungsbereichen überzeugten hierbei Dr. Magnus Jezussek in der Kodokan Goshinjutsu und Sebastian Frey ebenfalls in der Kodokan Goshinjutsu sowie in der Ju no kata. Beide schlossen die Prüfung mit Bestnoten ab. Dr. Magnus Jezussek ist nun, neben Dr. Stefan Bernreuther und Karl-Heinz Bartsch, Inhaber aller fünf internationalen Kata-Judges-Lizenzen.