Medientreff: Gegenwart und Zukunft verbinden

Am vergangenen Wochenende fand in Köln der DJB-Medientreff statt. Im Gästehaus der Sporthochschule Köln lautete das Motto „Neue Medien“. Der Schwerpunkt der Präsentationen und Workshops lag im Bereich Livestreaming, Videos und Soziale Medien.

02.10.2017 von [Lino Hermanns]

Schon am Freitagabend waren viele Teilnehmer vor Ort und nutzten beim Abendessen die Chance, sich kennenzulernen und erste Informationen auszutauschen. Die bunt gemischte Truppe reiste aus ganz Deutschland an. 29 Medieninteressierte hatten sich für den DJB-Medientreff angemeldet, um die Medienentwicklung im Judosport in Deutschland gemeinsam zu diskutieren und neue Richtungen der Öffentlichkeitsarbeit kennenzulernen. Geschäftsführer Reinhard Nimz und DJB-Präsident Peter Frese ließen es sich ebenfalls nicht nehmen, an dieser Veranstaltung teilzunehmen.

Nach dem Frühstück und der offiziellen Kennenlernrunde mit allen Teilnehmern startete Referent Leon Petzoldt mit seinem Vortrag zum Thema „Mini-Movies“. Zunächst stellte der DJB-Junioerteamer in seiner Präsentation heraus, welche Bedeutung Videos oder kurze Trailer in der heutigen Öffentlichkeitsarbeit haben. Bewegtbildaufnahmen erzeugen Emotionen und erreichen gerade das jüngere Publikum besser. Reichweitenvergleiche auf Facebook unterstützen diese These. Aber wie macht man ein Video? Braucht es viel Equipment und Know-How? Heutzutage reicht theoretisch schon ein Smartphone, um einen aussagekräftiges Video zu produzieren. Mit Apps wie Adobe Clip oder FilmoraGo stellt dies kein Problem dar – die Nutzung dieser Apps ist sehr benutzerfreundlich. Mit der Zeit steigt eventuell auch der Anspruch. Schon für wenig Geld kann man nützliches Equipment kaufen. Wie dieses aussieht und auf was man beim Filmen achten sollte, erläuterte Leon in seinem weiteren Vortrag.

Im Anschluss erläuterte Social-Media-Experte Bernd Fiedler, welche sozialen Kanäle sich für Vereine und Verbände lohnen und wie der Arbeitsaufwand für diesen Bereich minimiert werden kann. Es kann festgehalten werden, dass für Vereine und Verbände die Kombination aus Facebook, Youtube und Instagram von Vorteil ist. Twitter und Snapchat hingegen müssen nicht unbedingt bedient werden. Mit einer Plattform wie zum Beispiel hootsuite.com ist es möglich, mehrere Netzwerke von einem Ort aus zu verwalten. Dies erleichtert den Arbeitsaufwand enorm.

Eine der wichtigsten Präsentationsplattform ist für Verbände und Vereine weiterhin die eigene Website. In der heutigen Zeit suchen Menschen über das Internet nach einer geeigneten Sportart oder einem Sportverein. Daher ist die eigene Präsentation im World Wide Web enorm wichtig. Dieser Thematik hat sich Referent Arne Breitsprecher angenommen. Der studierte Digital Media-Experte hat schon diverse Websites gestaltet und kennt die Problematiken vieler Sportverbände und –vereine. In erster Linie sind es die anfallenden Kosten. Daher konzentrierte sich der Vortrag auf „kostengünstige Lösungen für eine ansprechende Website“. Neben Typo3 oder Joomla gibt es auch die wesentlich günstigere Alternative (in der Grundausstattung sogar kostenlos) von Wordpress. Was damit alles möglich ist und welche Vielzahl an nützlichen Plug Ins integriert werden können, zeigte Arne Breitsprecher in seiner Präsentation.

Nach so viel Input und einer ausgedehnten Kaffeepause wartete am Nachmittag noch ein weiteres Highlight auf die Teilnehmer. Björn Beinhauer, Geschäftsführer der DOSB New Media GmbH und verantwortlich für sportdeutschland.tv und sein Kollege Julian Rauer präsentierten den Teilnehmern, was in Zukunft neben den Livestreams großer Wettkämpfe noch im Judosport geplant ist. Als eine der wenigen Sportarten bekommt der Judosport eine eigene Plattform – judodeutschland.tv. Hier wird es unter anderem die Möglichkeit geben, als Verein Livestreams ohne großen Aufwand zu platzieren und Videos hochzuladen, um seinen Verein zu präsentieren. Eine Videoplattform für alle Judoka. Mehr dazu erfahrt ihr Anfang des nächsten Jahres.

Fachsimpeln über neue Medien und neue Wege...

Abgerundet wurde der informative Medientag mit einer Gruppenarbeit zum Thema „Judo-Fan-Club -Motivation entwickeln“. Lutz Pitsch, ehemaliger Vizepräsident des DJB nimmt sich in Zukunft diesem Thema an und wird gemeinsam mit dem DJB versuchen, den Fanclub wieder präsenter in den Köpfen der Judoka zu verankern. In der Gruppenarbeit sind viele interessante Vorschläge gesammelt und präsentiert worden. Ein großer Aspekt war die Darstellung des Judo-Fan-Clubs nach außen. Diese Ideen müssen nun ausgewertet, gebündelt und in Zukunft umgesetzt werden. Es wird spannend zu sehen sein, was hier in Zukunft passiert.

Nach einem langen und interessanten Tag wurden beim Abendessen die besprochenen Themen noch einmal vertieft und Erfahrungen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit ausgetauscht.

Am nächsten Morgen stand der letzte Programmpunkt auf dem Plan. Bundesligakämpfer, DokuMe-Gründer und Appentwickler Nicki Graczyk stellte seine PushApp-Module für Vereine vor. Verbände und Vereine können diese Vereinsapps auf ihre Bedürfnisse personalisieren lassen. Die Vereinskommunikation über das Smartphone ist jetzt schon eine gute Möglichkeit seine Mitglieder zu unterschiedlichsten Themen zu informieren oder sie mit spannenden Berichten, beispielsweise vom letzten Wettkampf oder der Judo-Safari, zu versorgen. In Zukunft ist die Arbeit mit diesen Push-Mitteilungen unabdingbar.

Im Laufe der zwei Tage wurde immer wieder von Seiten der Referenten und auch der Teilnehmer darauf hingewiesen, dass diese neuen Kommunikationsrichtungen nicht der einzige Weg sein dürfen. Man muss auch die Menschen abholen, die mit den digitalen Entwicklungen nicht mitgehen. Die besprochenen Themeninhalte sind eine Ergänzung zur klassischen Kommunikation, die in Zukunft allerdings immer wichtiger werden. Das Plakat vor dem Dojo oder der ausgelegte Flyer für einen Schnupperkurs beim Bäcker um die Ecke sollte weiterhin genutzt werden. Schließlich will man als Verband oder Verein alle Mitmenschen erreichen.

Zum Abschluss des DJB-Medientreffs 2017 bekamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Chance, Kritik, Anregungen, aber auch Lob auszusprechen. Das Feedback war sehr gut und es ist eine regelrechte Aufbruchsstimmung erzeugt worden. Um mit den Abschlussworten von DJB-Präsident Peter Frese zu sprechen: „Nun müssen wir alle an einem Strang ziehen – und das am besten in eine Richtung".