Schwitzen unter Palmen

Die Männer-Nationalmannschaft des DJB legt in Teneriffa den Grundstein für die kommenden Aufgaben. Beim Ausdauerlehrgang auf den Kanaren schwitzen die acht Judokas bei besten Bedingungen. Sie schwitzen beim Laufen, sprinten die Berge hoch, probieren sich auf dem Rad, feilen an ihrer Kraftausdauer in der Crossfitbox und absolvieren ihr Krafttraining im Outdoor-Gym.

16.04.2017 von [Moritz Belmann]

Die Judokas der Männer-Nationalmannschaft des DJB spulen aktuell ein beeindruckendes Programm herunter. Zwei Mal am Tag bittet Bundestrainer Richard Trautmann zur Einheit. Dabei stehen mit Laufen und Radfahren auch Punkte auf dem Plan, die bei einem Judoka eher selten Freudensprünge verursachen. „Judokas sind Kampfsportler und keine reinen Ausdauerathleten. Deshalb sind diese Blöcke schwer für die Aktiven. Es entspricht nicht ihrer Mentalität, acht Stunden Rad durch die Berge zu fahren oder sonst etwas in dieser Richtung zu machen“, erklärt Trautmann. Deshalb wollte der Bundestrainer mit dem ausgewählten Trainingsort einen neuen Impuls setzen. „Das Trainingslager soll auch Spaß machen. Das ist hier auf jeden Fall gegeben“, sagt Trautmann, dessen Sportler zwischen den Einheiten das Wetter und die Bedingungen vor Ort zur Regeneration nutzen.

Der Fokus des Trainingslagers liegt dabei auf der Grundlage für die anstehenden Aufgaben. Im kommenden Monat werden die Mitglieder der Judo-Nationalmannschaft nach Japan reisen und dort vier Wochen im Mutterland des Judo trainieren. Für die dort zu erwartenden Umfänge im spezifischen Training legen Trautmann und sein Team auf den Kanaren jetzt die konditionellen Grundlagen. „Judo ist ziemlich komplex. Hier wollen wir erst einmal im aeroben Bereich unsere Fähigkeiten verbessern, auch wenn dies im Wettkampf nicht der limitierende Faktor ist. Wir ermöglichen damit ein höheres Niveau des spezifischen Trainings auf der Matte. Aber natürlich setzen wir hier auch Spitzen im anaeroben Bereich“, beschreibt Trautmann die Trainingsgestaltung. Unterstützt wird er dabei von seinem Team.

Sportwissenschaftler Dr. Oliver Heine beobachtet die Werte der Sportler ganz genau und dokumentiert jede Einheit. So werden individuelle Anpassungen der Intensität ermöglicht. Neben Heine sorgt sich Physiotherapeut Sebastian Kästle um die Regeneration der Athleten. Komplettiert wurde das Team durch Trainer Daniel Gürschner, der in den ersten neun Tagen das Training leitete, und Daniel Jacko der ebenfalls zu Beginn des Aufenthalts auf Teneriffa die sportwissenschaftliche Betreuung gewährleistete.

Trainingsort der Judokas ist das Trainingscenter Tenerife Top Training. Der Komplex, welcher 2008 eröffnet worden ist, begrüßt zum ersten Mal eine Judomannschaft und bietet mit seinen Anlagen perfekte Trainingsmöglichkeiten. „Wir haben hier einen sehr guten Kraftraum, was für uns parallel wichtig ist, wir haben eine perfekt ausgestattet Crossfitbox und dann haben wir verschiedenste Optionen zum Lauftraining und Radfahren“, freut sich Trautmann. Diese Bedingungen spornen auch die Judokas an. Die Aktiven trainieren hart und ziehen das vorgegebene Pensum durch. „Wir können hier drei Wochen lang unter super Bedingungen trainieren. So kann jeder Athlet das Maximale aus sich herausholen. Nach den Einheiten hier, sind wir für Japan gerüstet“, sagt Olympiateilnehmer Marc Odenthal. Er und seine Mannschaftskollegen sind bis kommenden Dienstag auf Teneriffa. So lange schwitzen sie noch unter Palmen.