Judo Bundesliga


Dan-Träger


Stärke zeigen


Weltmeisterschaften der Junioren in Paris - 4. Tag

Luise Malzahn gewinnt nach einem großartigen Kampf Bronze! Auch André Breitbarth ist wie ausgewechselt und besiegt den Japaner souverän mit Ippon. Bronze auch für ihn! Jasmin Külbs verlor das Poolfinale und ist damit Siebte. Max Rollwage verlor seinen ersten Kampf und ist ausgeschieden.

weitere Fotos gibt es hier von Gregor Wolf

Gewichtsklasse über 78 kg: Jasmin Külbs aus Speyer

1. Kampf:

Nach bereits 30 Sekunden setzte Jasmin einen O-uchi-gari durch und erhielt dafür einen Waza-ari. Gleich im Anschluss ging sie in eine Festhalte über und gewann souverän innerhalb einer Minute diesen Auftaktkampf gegen die Koreanerin Sol-Ji Kang und steht damit bereits im Poolfinale.

Zweiter Kampf - Poolfinale:

Gegen die Spanierin Sara Alvarez hatte Jasmin große Mühe. Nach 40 Sekunden dann etwa ein ernster Zwischenfall. Jasmins Hose war am linken Bein weit aufgerissen. Das Problem war: Woher eine blaue Schwergewichtshose nehmen? Die Sportler hatten das Problem jedoch im Griff und Jasmin konnte weiter kämpfen. Nach fast zwei Minuten dann ein Fußfeger der Spanierin, der ihr einen Waza-ari brachte. Im Übergang dann gleich eine Festhalte, aus der Jasmin nicht mehr entkommen konnte. Damit verlor sie nach ca. zwei Minuten dieses Poolfinale und kämpft nun im Trostrundenfinale.
 


Dritter Kampf: Trostrundenfinale

Gegen die Französin Aurore Quintin gab es das erwartet schwere Aufeinandertreffen. Beide versuchten immer wieder Ansätze zu finden. Zwischenzeitlich erhielt Jasmin eine Bestrafung. Sie setzte mehrfach Uchi-mata an, kam jedoch nicht durch. Nach ca. eineinhalb Minuten dann wieder ein Uchi-mata-Ansatz, den jedoch die Französin auskonterte und Jasmin auf Ippon fiel.
Jasmin Külbs wird damit Siebte der Weltmeisterschaft.



Auch Jasmin wurde wie gestern bereits Aaron Hildebrandt von ihren Fans tüchtig angefeuert. Auch optisch wurde sie unterstützt. Ein großes Transparent hing in der Halle.



Gewichtsklasse bis 78 kg: Luise Malzahn aus Halle

1. Kampf:

Gegen die Weißrussin Yelizaveta Meiseyenka hatte Luise sicher nicht den leichtesten Auftaktkampf. Beide schenkten sich nichts, die Russin erhielt jedoch nach etwa einer Minute eine Bestrafung. Luise versuchte mehrere Ansätze, die sie nicht durch bekam. Die Russin bekam nach etwa einer Minute eine Bestrafung, versuchte ebenso wie Luise immer wieder Ansätze, die keiner durch bekam. Nach reichlich zwei Minuten dann einen Tomoe-nage-Ansatz von Luise, der ihr einen Yuko brachte.


 

Nach einer weiteren Minute dann ein Sumi-gaeshi von Luise mit Waza-ari-Wertung. Sie ging sofort in eine Festhalte über, die sie über die Zeit brachte und damit diesen Auftaktkampf gewonnen hat.



2. Kampf - Poolfinale:

Den Einzug ins Halbfinale gegen die Koreanerin Ha-Na Shim war eine Sekundensache. Bereis nach elf Sekunden gab es Ippon für Luise für einen O-uchi-gari. Damit steht sie im Halbfinale.



3. Kampf - Halbfinale:

Luise Malzahn dominierte den Halbfinalkampf gegen die Japanerin. Nach kurzer Zeit hatte sie einen Yuko, die Japanerin wurde verwarnt. Mehrere Ansätze von Luise kamen nicht durch. Nach ca. zweieinhalb Minuten dann ein Uchi-Mata der Japanerin und Luise konnte sich nicht halten. Damit verlor Luise das Halbfinale und steht nun im Kampf um Bronze.

4. Kampf - Kleines Finale:

Im Kleinen Finale ließ Luise Malzahn nichts mehr anbrennen. Zwei Waza-ari gegen die Russin Kapaeva brachten ihr den vorzeitigen Sieg. Damit gewinnt Luise Malzahn souverän Bronze.

Auch Luises Eltern und Schwester Claudia waren am Mattenrand dabei und unterstützten sie lautstark.




Gewichtsklasse bis 100 kg: Max Rollwage aus Holle


Max Rollwage hatten gegen den Weißrussen Anton Martsulevich sicher kein leichtes Los. Er kam nicht in den Kampf rein und verlor bereits nach vierzig Sekunden WM-Auftritt seinen Auftaktkampf mit Ippon durch einen O-uchi-gari des Weißrussen. Damit ist Max ausgeschieden.




Gewichtsklasse über 100 kg: André Breitbarth aus Braunschweig

 

1. Kampf:

Seinen ersten Kampf gegen den Polen Damian Nasaidko gewann André nach ca. drei Minuten. Erst bekam er einen Waza-ari und ging sofort in den Boden über und hielt den Polen. Damit der Sieg für André und er steht bereits im Poolfinale.





2. Kampf - Poolfinale:

Gegen den Esten Juhan Mettis wurde es für André enger. Beide erhielten nach wenigen Sekunden eine Strafe, das sie sich gegenseitig vom Greifen abgehalten haben. Eine Strafe für André folgte, er musste risikovoller werden. Gleichzeitig wurde er aber auch der Aktivere auf der Matte, sodass eine Strafe auch für den Esten folgte. Damit Gleichstand mit Yuko und keine weitere Wertung in der regulären Kampfzeit. Im Golden Score dann nach 20 Sekunden ein Ansatz, den André durchbrachte und es für ihn Ippon gab. Damit steht er im Halbfinale.



Dritter Kampf - André Breitbarth:

André Breitbarth begann äußerst verhalten diesen Kampf. Mit dem Russen Magomed Nazhmudinow kam er überhaupt nicht klar. Zwangsläufig erhielt auch zwei Inaktivitätsstrafen. Zwar bewirkten diese, dass er nun auch stärkere Kampfanteile hatte, aber dann bekam er noch eine weitere Strafe für Runterziehen. Er konnte in diesem Kampf kaum Akzente setzen und verlor durch diese Bestrafungen mit Waza-ari.
André Breitbarth kämpft nun ebenfalls um Bronze.

Vierter Kampf - Kleines Finale

André Breitbarth betritt die Matte und ist gegenüber dem Halbfinale wie ausgewechselt. Dominierend und aktiv übernimmt er sofort das Kampfgeschehen. Der Japaner bekommt schnell einen Shido für Inaktivität, ein zweiter Shido folgt nur wenig später. André versucht mehrere Wurfansätze. Nach weniger als eineinhalb Minuten dann ein Harai-goshi und André gewinnt sensationell gegen einen Japaner mit Ippon. Die beiden oberen Männerklassen sind die beiden einzigen Klassen, in denen die Japaner keine Medaille errungen haben.


André ist einfach nur glücklich, dass er Bronze gewonnen hat. "Im Halbfinale konnte ich nicht das durchbringen, was ich wollte, ich war auch im Kopf nicht klar", erzählt er nach der Siegerehrung. "Aber für das Kleine Finale haben mich meine Trainer Sven Loll und Richard Trautmann wieder gut motiviert, ich bin aggressiv rangegangen und es hat geklappt", ist er froh.
Auch seine Eltern drückten ihm am Mattenrand die Daumen. "Der erste Schock kam bereits am Mittwoch, als ich die Kampfliste gesehen habe", sagt seine Mutter noch immer aufgeregt. "Man ist so hilflos und kann nichts tun", beschreibt sie ihre Gefühle am Mattenrand.

Bundes-Trainer Richard Trautmann dagt zum Halbfinale: "Der Russe Nazhmudinow ist schon seit Jahren ein Angstgegner von André. Bereits seit dem Finale der U17-EM hat er immer gegen ihn verloren."
Mit dieser WM-Bronzemedaille im Hintergrund sollte es ihm zukünftig aber durchaus auch einmal gelingen, diesen Gegner zu bezwingen.

Videoteam

Wichtige Mitglieder in der deutschen Delegation sind die Männer vom Videoteam des Instituts für angewandte Trainingswissenschaften in Leipzig. Roland Oswald, Hartmut Paulat und Frank Schiller (Foto: von rechts) zeichnen hier in Paris alle Kämpfe auf, um später unter anderem für die Sportler eventuelle Gegner bereits im Vorfeld studieren zu können. Dies ist auch eine der Aufgaben an jedem Abend, sich mit den Trainern entsprechend vorzubereiten, damit diese die Sportler auf ihre Gegner einstellen können.



Resümee

Bei dieser Weltmeisterschaft gab es eine tolle Stimmung in der Halle. Am Samstag waren ca. 5000 Zuschauer in der Halle und feuerten vor allem ihren französischen Sieger Loic Pietri in der 81-Kilo-Klasse an. Aber auch die deutschen Fans waren lautstark zu hören. 

Japan dominierte diese WM wie kaum ein früheres Mal. Immerhin acht Mal wurde die japanische Nationalhymne gespielt und damit stellten die Japaner in der Hälfte aller Gewichtsklassen einen Weltmeister. Außerdem haben sie außer in der Klasse bis 100 kg in allen anderen Klassen Kämpfer um die Medaillen gehabt.
Lediglich unser André Breitbarth hat ein Kleines Finale gegen einen Japaner gewonnen. Somit nehmen diese 14 Medaillen mit nach Hause.
Bemerkenswert ist auch, dass drei Athleten ihren WM-Titel verteidigt haben: Sara Menezes aus Brasilien in der 48-Kilo-Klasse, Haruka Tachimoto in der Klasse bis 70 kg und Lukas Krpalek aus Tschechien in der Klasse bis 100 kg.

Deutschland steht in der Natioenwertung zwar in der Olympischen Rechnung auf Platz zwölf - es fehlt eben ein Titel. Wenn man jedoch die Anzahl der Medaillen sieht, steht nach Japan lediglich noch Frankreich vor dem deutschen Team.

Hier die Ergebnisse des vierten WM-Tages:

Frauen U20:

-78 kg:

1. Akari Ogata, JPN
2. Kayla Harrison, USA
3. Mayra Aguiar, BRA
3. Luise Malzahn, GER
5. Regina Kapaeva, RUS
5. Ivanna Makukha, UKR
7. Ha-Na Shim, KOR
7. Naranjargal Tsend-ayush, MGL

+78 kg:

1. Larisa Ceric, BIH
2. Iryna Kindzerska, UKR
3. Sandra Jablonskyte, LTU
3. Kanae Yamabe, JPN
5. Sara Alvarez, ESP
5. Aurore Quintin, FRA
7. Jasmin Kuelbs, GER
7. Maria Trefilova, RUS

Männer U20:

-100 kg:

1. Lukas Krpalek, CZE
2. Tomasz Domanski, POL
3. Tobias Mol, NED
3. Alejandro San Martin, ESP
5. Elmar Gasimov, AZE
5. Anton Martsulevich, BLR
7. Clement Delvert, FRA
7. Feyyaz Yazici, TUR

+100 kg:

1. Eun-Saem Cho, KOR
2. Magomed Nazhmudinov, RUS
3. Andre Breitbarth, GER
3. Domenico Di Guida, ITA
5. Oleksandr Sizov, UKR
5. Ryuta Toyoda, JPN
7. Sokhrukh Kuchkarov, UZB
7. Juhan Mettis, EST



Text und Fotos: Birgit Arendt

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