Natalia Kubin gewinnt Silber, Marius Piepke holt Bronze
Am Montagvormittag gingen nun auch die zwei deutschen Judoathleten, Natalia Kubin (bis 78 kg) aus Bad Nauheim und Marius Piepke aus Garbsen (bis 100 kg) bei den 1. Olympischen Jugendspielen in Singapur an den Start. Beide hatten in ihrem Auftaktkampf ein sehr gutes Los.
Natalia Kubin traf in ihrem ersten Kampf auf Kadijha Maxwell aus Barbados. Diese besiegte sie bereits in der ersten Minute mit einem Ippon.
In Runde zwei - dem Halbfinale - hatte sie Kseniya Darchuk aus der Ukraine als Gegnerin. Auch hier war sie die Stärkere und konnte die Ukrainerin ebenfalls durch Ippon besiegen. Somit zog Natalia in das Finale der Olympischen Jugendspiele ein. Im Finale hatte sie Lola Mansour aus Belgien zur Gegnerin. Mansour gewann im letzten Jahr bis 70 kg die EYOF im finnischen Tampere und konnte sich auf der Weltmeisterschaft in Budapest auf Platz zwei in derselben Gewichtsklasse wie Natalia platzieren. Sie war somit eine der stärksten Kämpferinnen des Turniers.

Der Kampf zwischen den beiden war sehr ausgeglichen. Die 16-Jährigen waren sehr aktiv und versuchten mit ihrer Spezialtechnik zu einer Wertung zu gelangen. Doch da beide sich nicht geschlagen geben wollten, ging der Kampf in die Golden-Score-Verlängerung.
Auch hier war die Entscheidung noch längst nicht getroffen. In den letzten sieben Sekunden aber, durch eine kleine Unkonzentriertheit von Natalia, nutze Mansour die Gelegenheit und konnte mit einem Yuko in Führung gehen. Somit war der Kampf beendet und die Belgierin entschied das Finale für sich.
„Es war sehr ärgerlich für mich, vor allem da ich in Führung lag, weil sie eine Bestrafung hatte. Ich hatte meine Konzentration verloren und mich werfen lassen. Die Gegnerin war wirklich gut und ich kann stolz sein, dass ich so lange mithalten konnte. Wenn ich mich in Ruhe hinsetze und nochmal darüber nachdenke, werde ich mich über Silber freuen. Die Spiele waren eine große Bereicherung vor allem für meine Karriere und es kann ja nur besser werden“, sagte Natalia in einem Interview. Die Enttäuschung war ihr anfänglich anzusehen, doch bei der Siegerehrung sah man ihr die Freude über Silber doch deutlich an.
Marius Piepke stand in seiner ersten Begegnung Fernando Vanoye - Neunter der WM U17 2009 - aus Mexiko gegenüber. Mit guten Ansätzen und sehr aktiven Bewegungen konnte Marius mit einer Yuko-Wertung in Führung gehen und schließlich seinen Auftaktkampf gewinnen.
Im Viertelfinale traf er auf Toma Nikiforov (Belgien). Gegen den 17-jährigen Belgier, der im vergangenen Jahr die EYOF U17 in der Klasse bis 90 kg gewonnen hatte und bei der Weltmeisterschaft U17, ebenfalls bis 90 kg, in Budapest einen zweiten Platz belegte, kam Marius nicht so recht an und verlor mit Ippon.
Im „kleinen Finale“ um Platz drei, stand ihm Mateja Glusac aus Serbien gegenüber. Auch dieser war letztes Jahr bei den Weltmeisterschaften U17 in der Gewichtsklasse bis 90 kg angetreten und belegte dort einen fünften Platz.

Marius konnte trotz eines sehr guten Griffs und viel Aktivität in der regulären Kampfzeit nicht zu einer Wertung gelangen. Auch dieser Kampf ging in die Golden-Score-Verlängerung. Der deutsche Judoka aus Garbsen war hierbei konstanter in seinen Ansätzen als sein Gegner, so dass die Kampfrichter, da beide Athleten zu keiner Wertung kamen, den Bronzesieg Marius zusprachen. Somit war die zweite Medaille an diesem Tag für das deutsche Judoteam gesichert.

„Ich hatte eine harte Vorbereitung und der Gegner war stärker als ich, aber ich hatte das Gefühl, dass sich die Kampfrichter für mich entscheiden würden. Normalerweise schaue ich bei solchen Entscheidungen nicht hin, doch diesmal musste ich hinschauen und die Kampfrichter haben sich zum Glück für mich entschieden. Ich habe das Ziel, eine Medaille zu holen erfüllt und mir war wichtig, gut zu kämpfen. Für mich ist das hier eine sehr schöne Erfahrung gewesen. Auch das Culture and Education-Programm finde ich sehr gut, da man hier viele neue Leute kennen lernen kann. Mein Ziel ist es für die Zukunft später Einsätze in der Männer-Nationalmannschaft zu bekommen. Für jeden Athleten ist eine Olympiateilnahme ein Traum. Man wird sehen, ob ich das verwirklichen kann.“ Platz eins belegte der Japaner Ryosuke Igarashi, der Weltmeister des vergangenen Jahres in der U17, der zweite Platz ging an den Belgier Toma Nikiforov.
Mit den Kämpfen der Gewichtsklassen -78 kg und -100 kg waren die Einzelwettkämpfe Judo auch beendet. Am Mittwoch werden noch die Mixed-Teams an den Start gehen, bevor schließlich am Donnerstag die große Abschlussfeier die ersten Olympischen Jugendspiele beenden wird.
Text und Fotos: Christiane Weidendorfer
Siegerehrungsfotos: Anna von Harnier
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