Luise Malzahn ist Europameisterin!
André Breitbarth ist Vize-Europameister!
Tia Berger und Nicholas Gerlach gewinnen die Bronzemedaille!
Luise Malzahn vom SV Halle sorgte mit dem Gewinn des Titels in der Klasse über 70 kg aus deutscher Sicht für den Glanzpunkt der Wettkämpfe. Silber gab es für André Breitbarth vom SFV Europa Braunschweig in der Kategorie über 90 kg. Auf dritte Plätze kamen Tia Berger vom PSV Berlin in der Klasse bis 70 kg und Nicholas Gerlach von KiK Berlin in der Klasse bis 81 kg (von links nach rechts).

Im Medaillenspiegel sicherte sich Russland mit 13 Medaillen (7 x Gold, 2 x Silber und 4 x Bronze) den ersten Platz, gefolgt von Ungarn (3/2/1), den Niederlanden (2/-/1), Deutschland (1/2/6) und Aserbaidschan (1/2/-).
Die Bundestrainer Sandra Schwalbe und Richard Trautmann waren mit dem Ergebnis hoch zufrieden. Nach den teilweise schweren Auslosungen übertraf die Medaillenausbeute deutlich die Erwartungen.
Zu den einzelnen Gewichtsklassen:
Frauen U17, bis 70 kg
1. Zsusza David, Ungarn
2. Scarlett Woolcock, Großbritannien
3. Tia Berger, PSV Berlin
3. Olga Pochkina, Russland
5. Gaelle Thepot, Frankreich
5. Marija Cosic, Kroatien
Frauen U17, über 70 kg
2. Regina Kapaeva, Russland
3. Ivana Maranic, Kroatien
3. Rebecca Telfer, Großbritannien
5. Barbara Ban, Slowenien
5. Elpida Aslanidou, Griechenland
Luise Malzahn marschierte souverän durch die Vorrunde. Nach einem Ippon-Sieg mit O-Uchi-Gari gegen die Ukrainerin Valentyna Shevchenko gewann sie nach 14 Sekunden gegen Irina Savcenco aus Moldawien und nach 69 Sekunden gegen Barbara Ban aus Slowenien. Im Halbfinale bezwang sie nach 58 Sekunden ungefährdet die Griechin Elpida Aslanidou. Auch im Finale behielt sie die Oberhand und erzielte gegen die Russin Regina Kapaeva die entscheidende Wazaari-Wertung. Mit einer eindrucksvollen kämpferischen Leistung hatte sie sich verdient den Europameistertitel erkämpft.
Männer U17, bis 81 kg
2. Ramin Gurbanov, Aserbaidschan
3. Valeri Liparteliani, Georgien
3. Nicholas Gerlach, KiK Berlin
5. Grigori Minaskin, Estland
5. Dor Vardi, Israel
Nicholas Gerlach holte in der ersten Runde gegen Viktor Oliynyk aus der Ukraine eine entscheidende Koka-Wertung. Dem Georgier Valeri Liparteliani unterlag er vorzeitig durch einen Ausheber. In der Trostrunde setzte er sich gegen den Griechen Grigorios Votikas und den Briten Luke Taylor durch. Tiago Rodrigues aus Portugal erhielt Hansoku-Make. Damit stand der Berliner im Kampf um die Bronzemedaille Dor Vardi aus Israel gegenüber. Nicholas Gerlach führte im „kleinen Finale“ seinen Tomoe-Nage-Ansatz in der Bodenlage mit einer Würgetechnik fort. Nach 39 Sekunden hatte er seinen Kontrahenten abgewürgt und sich damit den dritten Platz gesichert.
Männer U17, bis 90 kg
2. Lukas Krpalek, Tschechien
3. Sandro Tevdorashvili, Georgien
3. Sergey Kesaev, Russland
5. Jaime Bertomeu, Spanien
5. Roman Zhuravlov, Ukraine
Max Rollwage hatte kein leichtes Los erwischt. Der Kämpfer vom TuS Holle-Grasdorf stand in seiner ersten Begegnung dem Georgier Sandro Tevdorashvili gegenüber. Vier Minuten konnte er mithalten, bevor er in der Golden-Score-Verlängerung durch eine Beinfasstechnik verlor. Ebenfalls durch Beinfasser unterlag er dem Russen Sergey Kasaev in der Trostrunde und war damit vorzeitig ausgeschieden.
Männer U17, über 90 kg
2. André Breitbarth, SFV Europa Braunschweig
3. Michail Alexiadis, Griechenland
3. Levab Mukeria, Georgien
5. Tony Barre, Frankreich
5. Oleksandr Sizov, Ukraine
Mit vorzeitigen Siegen konnte André Breitbarth beeindrucken. Gegen den Polen Tomasz Talach siegte er durch O-Uchi-Gari. Den Italiener Luca Marmo bezwang er mit Tani-Otoshi. Natalino Borrega aus Portugal unterlag dem Braunschweiger durch O-Soto-Gari (Foto). Im Halbfinale hob André Breitbarth den Griechen Michail Alexiadis nach 1:19 Minuten mit einem Beinfasser von der Matte. Damit stand er im Finale gegen den Russen Magomed Nazhmudinov. Der Russe zeigte fast drei Minuten lang ununterbrochen ein passives Kampfverhalten, lief aus der Matte heraus und kämpfte abgebeugt, doch die Kampfrichter gaben unverständlicherweise keine Bestrafung. Dann wurde der Deutsche für das Fassen in das Hosenbein mit Shido bestraft, was den Kampfverlauf auf den Kopf stellte. Die erste Angriffsaktion des Russen führte schließlich nach 3:07 Minuten zur Ippon-Entscheidung. „André hat in diesem Kampf nichts falsch gemacht“ lobte Bundestrainer Richard Trautmann seinen Schützling, der sich die Silbermedaille hoch verdient hatte.
Text und Fotos: Erik Gruhn