Dan-Träger


Stärke zeigen


Europameisterschaft der U20 in Prag - 3. Tag

Denis Herbst ist Europameister! Dino Pfeiffer gewinnt Silber. Damit erreichen die deutschen Athleten bei der Junioren-EM 2007 Gold, Silber und vier Mal Bronze.

Im Finalkampf der 100-Kilo-Klasse stand nach 2:51 min die Halle in Prag Kopf.
Nach einem lehrbuchreifen Uchi-mata von Denis Herbst gegen seinen ukrainischen Gegner Razmik Tonoyan jubelten alle Mannschaftsmitglieder und vor allem die vielen mitgereisten Fans aus Leipzig mit Denis um die Wette. Er ist in diesem Moment Europameister geworden.

Dabei sah es anfangs gar nicht so gut aus.
Foto: Gabriel Juan

Gleich nach knapp über einer Minute Kampfzeit gabs einen Yuko für den Ukrainer und nach einer reichlichen weiteren Minute für einen Abtaucher noch einen Yuko drauf. Denis musste also aufholen. Aber 20 Sekunden später drehte er den Spieß um und brachte einen Uchi-mata sauber durch. Ippon und damit der Europameistertitel für Denis.

Auf dem Weg ins Finale dominierte er bereits alle Kämpfe sehr souverän. Seinen ersten Kampf gewann er taktisch diszipliniert und gewann mit Yuko für zwei Bestrafungen (Inaktivität und Herunterziehen) seines Gegners.
Der zweite Kampf war nach einer Minute beendet. Denis gewann mit einer Haltetechnik.

Sein Halbfinale war wohl der stimmungsvollste Kampf dieser Europameisterschaft. Gegen den Lokalmatadoren Lukas Krpalek aus Tschechien standen sich auch zwei Fanlager gegenüber. Die tschechischen Zuschauer auf der einen Seite und Denis´ "persönlicher" Fanblock auf der anderen Seite.
Denis selbst resümiert nach dem Wettkampf, dass dies auch für ihn der schwerste Kampf war.
"Der Tscheche ist schwer zu kämpfen, auch unangenhem und so mehr der hektische Typ - das liegt mir nicht so." Aber Denis gewann gegen ihn genauso wie bereits in Bremen und stand damit im Finale.

 

Der zweite Finalist an diesem Wettkampftag war Dino Pfeiffer in der Klasse bis 90 Kilogramm. Auch er hat einen sehr souveränen Wettkampf gemacht.
Dino gewann seinen ersten Kampf mit Abtaucher und wurde mit zwei weiteren gewonnenen Kämpfen Poolsieger.
Im Halbfinale machte Dino den Kampf und folgerichtig erhielt sein Gegner Kacper Larem aus Polen eine Bestrafung. Dino brachte mit großem Einsatz diesen Koka bis zum Ende des Kampfes über die Runden. Auf den Schlussgong gabs eine weitere Aktion von Dino mit Überstürzer, die jedoch nicht mehr gewertet wurde. Damit stand Dino hoch verdient im Finale der Europameisterschaft.
Das Finale gegen den Georgier Varlam Liparteliani verlief schwerer als erhofft. Dino musste einen recht schnellen Yuko-Rückstand aufholen. Trotz aller Bemühungen musste er die Stärke seines georgischen Gegners anerkennen. Dino musste fortwährend angreifen, dadurch gabs auch einen weiteren Waza-ari. 55 Sekunden vor Schluss gabs fast schon das vorzeitige Aus. Nach Matte flog Dino, der Kampfrichter gab Ippon und die Kommission forderte jedoch zu Recht die Rücknahme. Trotz dieser Chance schaffte Dino die Aufholjagd nicht mehr, kurz vor Schluss gabs sogar noch einen weiteren Koka für den Georgier und Dino wurde nach einem großen Wettkampf Vize-Europameister.

 

André Breitbarth startete ebenfalls hoffnungsvoll im Schwergewicht. Seinen ersten Kampf gewann er eindrucksvoll mit einem schönen Harai-goshi, verlor jedoch seinen zweiten Kampf. Zwar erhielt er bereits nach 40 Sekunden einen Waza-ari, der jedoch gleich danach wieder revidiert wurde. Dann gabs sogar einen Shido, André holte mit Yuko auf, musste jedoch nach drei Minuten Kampfzeit einen Waza-ari hinnehmen, den der Schwede Johansson gleich noch zur Festhalte ausnutzte und damit gewann. Da der Schwede gleich danach das Poolfinale verlor, aber letztendlich noch Bronze gewann, war für André der Wettkampf beendet.

 

Die beiden Mädels traf es an diesem Wettkampftag nicht so gut.
Jana Stucke gewann ihren ersten Kampf in der 78-Kilo-Klasse nach zwei Minuten mit einem Überstürzer und den nachfolgenden Kampf mit einer Festhaltetechnik nach weniger als drei Minuten.
Im Poolfinale gegen die Französin Malika Michel war der Kampf sehr ausgeglichen, jedoch verletzte sich Jana mittendrin schwer am Ellenbogen. Wie sie dennoch die Zähne zusammenbiss und versuchte, doch noch einiges zu retten, nötigt schon allerhöchsten Respekt ab. Allerdings musste sie drei Sekunden vor Schluss noch einen Waza-ari gegen sich einstecken, der das Aus für Jana bedeutete. Aufgrund der Schwere der Verletzung konnte sie nicht weiter kämpfen. Dies ist sicher bitter gewesen, da Jana bis dahin bei dieser EM sehr überzeugend auftrat. Am Ende belegt sie Platz Neun.

 

Im Schwergewicht startete Simone Daher.
In ihrer ersten internationalen Meisterschaft führte sie im ersten Kampf durch Bestrafungen ihrer Gegnerin Antonela Miskovic aus Kroatien mit Yuko gegen zwei Koka. Auf die letzte Sekunde dieses Kampfes gewann sie noch mit einem Seoi-nage Ippon.
In ihrem zweiten Kampf, dem Poolfinale, verlor sie gegen die Russin Belousova nach zwei Minuten.
In der Trostrunde gewann sie mit mehreren Wertungen und letztendlich auch mit Ippon immer für Hane-maki-Komi.
Im vierten Kampf des Tages unterliegt Simone ihrer rumänischen Gegnerin Alina Lotorusano mit einer Festhalte und belegt damit Platz Sieben.

Insgesamt erreichten die deutschen Athleten Gold, Silber, vier Mal Bronze, einen fünften, zwei siebente und zwei neunte Plätze. Von 14 Athleten platzierten sich damit elf Sportler.
Deutschland belegt mit diesem Ergebnis Platz 5 in der Länderwertung.
Mit jeweils drei Siegern sind Frankreich und Russland die erfolgreichsten Länder.

Hier die Ergebnisse der Europameisterschaft U20:

-60 kg:
1. Arsen Galstyan, RUS
2. Anatolii Laskuta, UKR
3. Sarkhan Ahmadov, AZE
3. Ashley Mckenzie, GBR
5. Robert Kopiske, GER
5. Bence Zambori, HUN
7. Steffen From, DEN
7. Fatih Terim, TUR

-66 kg:
1. Tomasz Kowalski, POL
2. Ugo Legrand, FRA
3. Michael Mayr, AUT
3. Musa Mogushkov, RUS
5. Attila Ungvari, HUN
5. Neal Van De Kamer, NED
7. Rene Schneider, GER
7. Victor Scvortov, MDA

-73 kg:
1. Mikhail Machin, RUS
2. Zviad Bazandarashvili, GEO
3. Joachim Bottieau, BEL
3. Christopher Voelk, GER
5. Ismail Serhat Kambur, TUR
5. Piotr Kurkiewicz, POL
7. Ivan Iefanov, UKR
7. David Paco , ESP

-81 kg:
1. Aljaz Sedej, SLO
2. Alibek Bashkaev, RUS
3. Ramin Gurbanov, AZE
3. Artem Vasylenko, UKR
5. Albert Fercher, AUT
5. Luka Lesko, CRO
7. Thorgal Auspert, BEL
7. Matteo Marconcini, ITA

-90 kg:
1. Varlam Liparteliani, GEO
2. Dino Pfeiffer, GER
3. Hakob Arakelyan, ARM
3. Tentore Masmanidis, GRE
5. Alexander Bolataev, RUS
5. Kacper Larem, POL
7. Dmytro Berezhnyi, UKR
7. Edwin Hovanisian, FRA

-100 kg:
1. Denis Herbst, GER
2. Razmik Tonoyan, UKR
3. Yann Azrou, FRA
3. Vladimirs Osnacs, LAT
5. Lukas Krpalek, CZE
5. Gregory Rudelson, ISR
7. Thijs Dekker, NED
7. Goran Komlenovic, BIH

+100 kg:
1. Jeffrey Van Emden, NED
2. Levan Mukeria , GEO
3. Christoffer Johansson, SWE
3. Magomed Nazhmudinov, RUS
5. Cristian Stanciu, ROU
5. Mykola Tereshchenko, UKR
7. Zilvinas Linartas, LTU
7. Djordje Todic, SRB


-48 kg:
1. Leandra Freitas, POR
2. Ewa Konieczny, POL
3. Kay Kraus, GER
3. Barbara Maros, HUN
5. Derya Cibir, TUR
5. Ilaria Ugon, ITA
7. Maryna Cherniak, UKR
7. Turana Seyidi, AZE

-52 kg:
1. Natalia Kuzyutina, RUS
2. Anush Hakobyan, ARM
3. Penelope Bonna, FRA
3. Maureen Groefsema, NED
5. Anja Pecnak, SLO
5. Elena Monica Ungureanu, ROU
7. Shahar Levy, ISR
7. Jovana Rogic, SRB

-57 kg:
1. Automne Pavia, FRA
2. Hedvig Karakas, HUN
3. Hannah Brueck, GER
3. Alessia Regis, ITA
5. Andreea Stefania Chitu, ROU
5. Juul Franssen, NED
7. Dijana Moric, SRB
7. Agata Ozdoba, POL

-63 kg:
1. Alice Schlesinger, ISR
2. Valeriane Etienne, FRA
3. Antoinette Hennink, NED
3. Abigel Joo, HUN
5. Sharone Dinasta, ITA
5. Tine Moellerskov, DEN
7. Marlies Priesner, AUT
7. Narine Zaimtsyan, RUS

-70 kg:
1. Linda Bolder, NED
2. Clarisse Habricot, FRA
3. Barbara Bandel, GER
3. Margarita Gurtsieva, RUS
5. Luiza Gainutdinova, UKR
5. Ninetta Kakonyi, HUN
7. Jennifer Arcq, BEL
7. Branka Mirjanic, SLO

-78 kg:
1. Malika Michel, FRA
2. Hanna Radzevich, BLR
3. Viktoriia Denysenko, UKR
3. Elena Grabova , RUS
5. Lea Murko, SLO
5. Rebecca Telfer, GBR
7. Dovile Danaityte, LTU
7. Tijana Radic, SRB

+78 kg:
1. Ketty Mathe, FRA
2. Svitlana Iaromka, UKR
3. Polina Belousova, RUS
3. Ashley Fleming, GBR
5. Volha Kurkovich, BLR
5. Alina Lotorosanu, ROU
7. Simone Daher, GER
7. Lucia Tangorre, ITA

Text und Fotos: Birgit Arendt

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