Sven Maresch ist Europameister!
In einem beherzten Wettkampf hat Sven fünf Gegner souverän bezwungen und gewann höchstverdient die Goldmedaille
Europameister in der Klasse bis 81 kg: Sven Maresch
Der 19-jährige Sven Maresch hat einstmals beim PSV Erfurt bei Jura Scholz seine ersten Judo-Sporen verdient. Seit einigen Jahren trainiert er beim SC Berlin am Bundesstützpunkt Berlin und wird von Trainer Jochen Bech betreut. Dieser freute sich heute besonders über den Titel seines Schützlings und konnte den Triumpf persönlich in Tallinn erleben.
Sven ist seit elf Jahren Judoka und trägt den 1. Dan.
Mit dem Europameistertitel war es ein erfolgreicher Tag. Auch die anderen Teilnehmer haben sich gut in Szene setzen können.
Am zweiten Tag der Europameisterschaft starteten die Judoka in vier Gewichtsklassen.
In der Klasse bis 63 kg nahm aus unserer Delegation Katharina Waldoch teil. Katharina machte einen sehr guten ersten Kampf gegen die Lettin Pukite, sicherte sich mit einem O-uchi-gari nach ca. zwei Minuten einen Waza-ari, den sie immer kampfbestimmend, aber dennoch taktisch klug über die Zeit brachte. Den zweiten Kampf in der Hauptrunde verlor sie leider bereits nach 18 Sekunden mit einem Harai-maki-komi und kam dann in die Trostrunde. Dort gewann sie ihren nächsten Kampf mit einer Festhalte nach zwei Minuten, verlor aber den nächsten Kampf im Golden Score und wurde damit Neunte.
Katharina Hilger startete in der Klasse bis 70 kg. Sie musste in diesem ersten Kampf in das Golden Score und verlor letztendlich. Ihre Gegnerin, die Italienerin Pitzanti verlor dann jedoch den nächsten Kampf gegen die Französin Florentin und damit war für Katharina der Wettkampf beendet.
Ein Unglücksrabe war an diesem Tag Alexander Holzmann. Schon im ersten Kampf gab es einen großen Schreck, als Alex den Kampf unterbrochen wähnte, sein italienischer Gegner Carnebianca jedoch von hinten kommend weiter kämpfte und damit eine Yuko-Wertung erhielt. Dazu kam noch ein Koka als Bestrafung und Alex musste nun aufholen. Eine Minute vor Schluss erkämpfte er einen Waza-ari und kurz danach noch einen Yuko mit anschließender Würge und damit Ippon.
Damit war der Weg frei für die nächste Runde. Alex war gegen den Türken Ozerler kampfbestimmend. Endlich erhielt er dann auch einen Koka für eine Passivitätsbestrafung des Türken. Sein schon fast sicher geglaubter Sieg schien ihm auch kaum noch zu nehmen sein, bis er unmittelbar in wirklich allerletzter Sekunde einen taktischen Fehler machte und dem Kampfrichter regelrecht eine Bestrafung für Herunterziehen "anbot". Damit gab es Golden Score, mit dem Alex keinesfalls gerechnet hatte. Sein Gegner drehte nach diesem "Geschenk" noch einmal tüchtig auf und konte eine Minute später eine entscheidende Wertung erringen. Bereits im nächsten Kampf konnte er jedoch dem späteren Europameister Remilien aus Frankreich kaum etwas entgegensetzen und verlor mit Ippon. Damit war der Wettkampf für Alexander leider beendet.
Sven Maresch war auf den Tag fit für die EM. Er steigerte sich von Kampf zu Kampf und es war eine Freude, ihm zuzuschauen. Er war stets der aktivere, konditionsstark und reaktionsschnell. Er musste in allen Kämpfen über die Zeit gehen, verstand es aber hervorragend, auch kleine Wertungen taktisch gut zu verwerten und über die Zeit zu retten. Der Europameistertitel war der Lohn für seinen tollen Auftritt in Tallinn.
Am Sonntag und letzten Tag der EM sind die "Schweren" dran. Bei den Mädels starten die beiden oberen Gewichtsklassen -78 kg (Jana-Sabrina Stucke) und +78 kg (Beatrice Rietz). Die jungen Männer starten in den Klassen -90 kg (Robert Zimermann), -100 kg (Dominik Gerzer) und +100 kg (Tino Bierau).
Die Stimmung in der Mannschaft ist gut, außerdem sind nunmehr eine Reihe von "Schlachtenbummlern" angereist und unterstützen die Kämpfer lautstark in der Halle.
Berichterstattung und Fotos: Birgit Arendt