Heide Wollert und Franziska Konitz gewinnen EM-Bronze, Michael Pinske und Andreas Tölzer wurden Fünfte. Dimitri Peters wurde Siebter.
bis 78 kg:
Titelverteidigerin Heide Wollert, seit Januar dieses Jahres für den JC Leipzig startend, kämpfte zuerst gegen die Portugiesin Yahima Ramirez, die sie nach einem harten Gefecht mit Waza-ari bezwingen konnte. Gegen die Spanierin Esther San Miguel, Fünfte der Olympischen Spiele von Peking, konnte sie eine große Chance nicht nutzen, als es ihrer Gegnerin gelang, sich nach 10 Sekunden aus der Festhalte zu befreien. So ging der Kampf in die Verlängerung und das anschließende Hantei mit 3:0 an die Spanierin.
Im Kampf um Bronze gegen die Russin Natalia Kazantseva kam sie zunächst nicht gut zurecht. Nach Rückstand durch Bestrafung erkämpfte sie einen Yuko und hielt die Russin bis zum Ippon fest. Das war Bronze für Heide!

1. Esther San Miguel, ESP
2. Maryna Pryshchepa, UKR
3. Sviatlana Tsimashenka, BLR
3. Heide Wollert, GER
5. Natalia Kazantseva, RUS
5. Celine Lebrun, FRA
7. Assunta Galeone, ITA
7. Yahima Ramirez, POR
über 78 kg:
Franziska Konitz vom SV Georg Knorr Berlin stand im ersten Kampf Maryna Prokofyeva (Ukraine) gegenüber. Die erfahrene Ukrainerin, bereits 2004 Europameisterin, bezwang sie vorzeitig mit Yuko und zwei Waza-ari-Wertungen. Im Kampf um den Einzug in das Finale unterlag Franziska der physisch stärkeren Russin Elena Ivashchenko nach drei Minuten. Im Kampf um die Bronzemedaille musste sie sich mit der georgischen Sportlerin Irine Leonidze auseinandersetzen. Hier gelang ihr nach 36 Sekunden ein Uchi-mata, der den Kampf vorzeitig entschied. Damit nach der Bronzemedaille 2008 erneut Edelmetall für Franziska Konitz.

1. Elena Ivashchenko, RUS
2. Ursula Sadkowska, POL
3. Gulsah Kocaturk, TUR
3. Franziska Konitz, GER
5. Irine Leonidze, GEO
5. Lucija Polavder, SLO
7. Maryna Prokofyeva, UKR
bis 90 kg:
Michael Pinske (SC Berlin) donnerte in seinem ersten Kampf Alon Sason (Israel) auf die Matte, nachdem er schon mit Waza-ari in Führung lag, aber auch kurzzeitig in eine Festhalte geriet. Im nächsten Kampf gegen den Aserbaidschaner Elkhan Mammadov, den Vizeeuropameister des Jahres 2008, benötigte er nur 50 Sekunden um mit einem herrlichen Seoi-otoshi Ippon zu erzielen und für eine positive Überraschung zu sorgen. Im Kampf um den Einzug in das Finale verlor Michael dann gegen den 3. der Europameisterschaften 2008, Kazusoniak (Weißrussland).
Im Kampf um Bronze konnte sein Gegner Bauza (Litauen) bereits nach 33 Sekunden einen Angriff von Michael Pinske kontern und den Kampf entscheiden. Somit blieb für den DJB-Starter in der Gewichtsklasse bis 90 kg der 5. Platz.
1. Andrei Kazusionak, BLR
2. Varlam Liparteliani, GEO
3. Karolis Bauza, LTU
3. Elkhan Mammadov, AZE
5. David Alarza, ESP
5. Michael Pinske, GER
7. Ivan Pershin, RUS
7. Vadym Synyavsky, UKR
bis 100 kg:Dimitri Peters (TuS Rotenburg) ging am letzen Wettkampftag als erster Kämpfer des DJB auf die Matte. Gegen den Serben Milan Disovic konnte er zwei Waza-ari erzielen und den Kampf nach zwei Minuten vorzeitig erfolgreich beenden. Im nächsten Kampf konnte der erfahrene französische Judoka Matthieu Bataille nur kurze Zeit gegenhalten, bevor er nach 39 Sekunden mit Ko-soto-gake auf die Matte befördert wurde. Der Weißrusse Yauhen Biadulin, beim Super Grand Slam in Paris in diesem Jahr im Finale, nutzte im Kampf um den Poolsieg eine Unachtsamkeit von Dimitri und warf ihn nach der Hälfte der Kampfzeit mit Harai-goshi auf Ippon. Nach dieser Niederlage stand ihm in der Hoffnungsrunde Ariel Zeevi (Israel) gegenüber. Dimitri lieferte dem mehrfachen Europameister einen starken Kampf, musste nach Yuko-Gleichstand am Ende der regulären Kampfzeit ins Golden Score. Nach weiteren drei Minuten entschieden sich die Kampfrichter beim Hantei mit 3:0 für Ariel Zeevi. Damit für Dimitri Peters Platz 7 bei diesen Europameisterschaften.
1. Tagir Khaibulaev, RUS
2. Henk Grol, NED
3. Jevgenijs Borodavko, LAT
3. Daniel Brata, ROU
5. Yauhen Biadulin, BLR
5. Ariel Zeevi, ISR
7. Daniel Hadfi, HUN
7. Dimitri Peters, GER
über 100 kg:Andreas Tölzer (JC Mönchengladbach) traf im Schwergewicht zunächst auf den Moldawier Vladimir Starcencov, den er mit seinem ersten Angriff nach 23 Sekunden mit Uchi-mata bezwang. Im nächsten Kampf gegen den Weißrussen Ihar Makarau musste er eine vorzeitige Niederlage hinnehmen. In seinem 3. Kampf des Turniers in der Hoffnungsrunde traf der Zeitsoldat auf den Georgier Adam Okroashvili, der in diesem Kampf vom einheimischen Publikum frenetisch angefeuert wurde. Nachdem Andreas mit Yuko in Rückstand geriet, konnte er den Georgier mit seinem „Spezial-Umdreher“ in die Festhalte nehmen und gewann mit Ippon.
Im Kampf um die Bronzemedaille hatte er als Gegner den Doppelweltmeister von München 2001 und Weltmeister von 2005, Alexander Mikhaylin (Russland). Nach fünf Minuten verbissenem Fassartkampf, der im Golden Score drei Minuten fortgesetzt wurde, entschieden sich die Kampfrichter beim Hantei für Mikhalyin. Damit 5. Platz für Andreas Tölzer.
1. Martin Padar, EST
2. GRIM Vuijsters, NED
3. Ihar Makarau, BLR
3. Alexander Mikhaylin, RUS
5. Andreas Toelzer, GER
5. Janusz Wojnarowicz, POL
7. Adam Okroashvili, GEO
7. Pierre Robin, FRA
Erneut stand Stephan Bode in Finals und Medaillenkämpfen im Blickpunkt des Geschehens und hat sich mit seinen in allen drei Wettkampftagen gezeigten Leistungen wohl nachdrücklich für die Nominierung zu den Weltmeisterschaften in Rotterdam empfohlen. 