Tagung der Schulsportreferenten des DJB in Tübingen
Die Schulsportreferenten des DJB tagten am vom 15.-17. September in der Universitätsstadt Tübingen. "Jugend trainiert für Olympia" war ebenso ein Schwerpunkt wie die Ausgestaltung des Judounterrichts.
Neben der Problematik des Bundeswettbewerbes „Jugend trainiert für Olympia“ ging es schwerpunktmäßig um die Ausgestaltung des Judounterrichts im Kurssystem der Sekundarstufe II an den deutschen Gymnasien und Gesamtschulen und um das immer währende Problem der Bewertung und Zensierung im Judounterricht aller Schularten.
Eine sehr gute Diskussionsgrundlage schuf Dr. Barck von der Universität Rostock mit seinem Eingangsreferat zur Bewertung und Zensierung. Seine wissenschaftlichen Untersuchungen, die mit vielen Praxisbelegen untermauert waren, belegten eindeutig, dass der Judounterricht in allen Bundesländern einen gewissen Stellenwert besitzt. Neben der inhaltlichen Ausgestaltung bewegt sehr viele Sportlehrer, was und wie zensiert wird. Dr. Barck zeigte eine Vielfalt von Bewertungskriterien auf, stellte aber auch eindeutig klar, dass diese durchaus von den Lehrern genutzt werden können, aber kein Dogma sein dürfen.
Auf Vorschlag des Vorsitzenden der Schulsportkommission Dr. Streso (Universität Magdeburg) wird im kommenden Jahr weiter an der Problematik gearbeitet, werden Erfahrungen gesammelt und zur nächsten Tagung der Schulsportreferenten sollen dann Handreichungen von Bewertungskriterien erstellt werden, die über die Schulsportreferenten der Länder an die Sportlehrer als Empfehlung weitergeleitet werden.

Aber nicht nur theoretische Aspekte wurden in Tübingen diskutiert, auch auf der Judomatte wurde Interessantes geboten. Der Hallenser Lehrer St. Wussow veranschaulichte, wie man den Einstieg in den Judounterricht gestalten kann und erläuterte den Aufbau „seines Judounterrichts“.
Für den Schulsport sehr anspruchsvolle Techniken und Bewegungsabläufe wurden von J. Gehrig (Tübingen) unter der Thematik „Wurffamilien“ zur Diskussion gestellt.

Auch die von Dr. Ehmler (Hamburg) gestaltete Stunde zur Thematik „Entspannung und Ausgleich zur körperlichen Belastung im Judo“ fand reges Interesse und trug zur fruchtbaren Diskussion bei.

Zum Abschluss des ersten Tages stellte Dr. Streso zusammenfassend klar, dass die geführte Diskussion bewies, dass in den entscheidenden Positionen Übereinstimmung herrscht, häufig aber Fragen von Begrifflichkeiten Probleme bereiten. Dennoch war allen Fachleuten klar, dass insbesondere die methodische Herangehensweise wichtig ist und dass auch im Judoschulsport die konditionelle und koordinative Vervollkommnung der Schüler einen gewichtigen Platz einnimmt.
Mit großer Sorge zeigte Peter Fischer eine Übersicht der Teilnahme am Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ in den Bundesländern. Dabei wurde deutlich, dass es auch zunehmend den starken Verbänden schwer fällt, die Magdeburger Kriterien zu erfüllen. Aber nur bei der Erfüllung dieser Kriterien ist die Zukunft von Judo beim Bundesfinale gesichert. Abnehmende Schülerzahlen, Schulschließungen, aber auch fehlende Initiativen in einigen wenigen Bundesländern bedrohen insbesondere den Verbleib der Mädchen bei diesem sehr attraktiven Wettbewerb.
An dieser Stelle bedankte sich Peter Fischer insbesondere beim Sächsischen Judoverband für die hervorragende Ausrichtung des Bundesfinales 2006 in Oberwiesenthal und verwies auf die vielfältigen Bemühungen zum Verbleib von Judo im Bundeswettbewerb (siehe Judomagazin 9/2006).
Nachdem die Aufgaben der Schulsportkommission für das laufende Schuljahr und die Planungen für 2007/2008 besprochen wurden, bedankte sich Dr. Streso ausdrücklich bei J. Gehrig für die Vorbereitung und Ausrichtung der Tagung der DJB-Schulsportreferenten und hob den Besuch des Präsidenten und des Vizepräsidenten des Württembergischen Judoverbands als Wertmessung für die Wichtigkeit der Arbeit der Schulsportkommission hervor.
Dietmar Mews
Schulsportreferent M-V
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