Für die U23-Europameisterin im Jahr 2005 Marlen Hein aus Prenzlau ist es die erste Weltmeisterschaft der Frauen.
Sie war durch ihre Leistungen vor Olympia Ersatzstarterin für Peking. Sie steht an 17. Stelle der Weltrangliste.
Bereits mit fünf Jahren versuchte sie sich im Judo, sicher vor allem angespornt durch ihren Vater, der selbst Judo gemacht hat. Auf Grund ihrer sportlichen Leistungen ging Marlen Hein nach der Grundschule in Prenzlau an die Sportschule nach Frankfurt (Oder). Dort trainierte sie in einer Trainingsgruppe mit sehr starken Kämpferinnen in ihrem Gewichtsbereich. Damit konnte sie sich kontinuierlich weiter entwickeln und bestimmt neben Olympiasiegerin Yvonne Bönisch seit Jahren das deutsche Niveau.
Nach dem Abitur konnte sie ihren langjährigen Berufswunsch erfüllen: „ Ich wollte immer zur Polizei und das Leistungssportprojekt der Bundespolizei bot für mich eine optimale Verbindung von Sport und Beruf.“
Erst einmal will sie noch etwas Erfahrung gewinnen und sich im Beruf ausprobieren, dann kann sie sich durchaus eine Zukunft in der Richtung Kriminalistik vorstellen.
Die ehrgeizige Sportlerin empfindet die Nominierung zur WM als ein großes Glück, sieht aber auch die Anspannung, sich immer wieder selbst etwas beweisen zu wollen, sich Ziele zu setzen und diese auch zu erreichen. „Nicht zu vergessen der Spaß und dass ich ohne Judo einfach nicht mehr leben kann“, bringt sie einen wichtigen Aspekt für ihre Motivation, die sie immer wieder zu Höchstleistungen treibt.
Trotzdem Marlen Hein bereits sehr früh von zu Hause ins Internat gezogen ist, hat sie einen sehr engen Kontakt nach Hause. Ihre Eltern geben ihr sehr viel Unterstützung und stehen hinter ihr. Große Unterstützung erfährt sie aber auch von ihrem Freund und ihren Trainern, die ihr viel auf ihren Weg mitgegeben haben. Nach der WM ist dann erst einmal Urlaub angesagt, danach geht sie ins Praktikum bei der Bundespolizei.
Auf die WM stimmt sie sich auf ihre Weise ein: „Ich versuche möglichst wenig darüber nachzudenken, um mir den Druck zu nehmen. Das ändert jedoch nichts an der Sache, dass ich die Beste sein will.“
Text und Foto: Birgit Arendt