Die Vize-Europameisterin Kerstin Thiele aus Leipzig startet in der Klasse bis 70 Kilogramm. Bereits als Nachwuchsathletin war sie erfolgreich und war unter anderem Junioren-Europameisterin 2005.
Kerstin Thiele kam mit acht Jahren zum Judo, als sie in der Grundschule ihrer Heimatstadt Riesa zum Schnupperkurs eingeladen wurde. Durch ihre Leistungen ging sie 2001 nach Leipzig zum Sportgymnasium und legte dort 2003 ihr Abitur ab. Beruflich schlug sie die Laufbahn als Polizeianwärterin bei der Bundespolizei ein und wird 2010 ihren Abschluss machen. Direkt nach der WM beginnt sofort das letzte Ausbildungsjahr.
Die zielstrebige und ehrgeizige Athletin sieht ihre großen Vorteile in ihrer Schnelligkeit und Vielseitigkeit. Dabei versucht sie sich immer, auf ihre Leistungen zu konzentrieren und sich Stück für Stück nach vorn zu kämpfen. Sie will immer das Bestmögliche erreichen und hat als großes Ziel Olympia 2012 vor Augen.
Eine besondere Motivation ist für sie, dass sie sich mit ihren Leistungen bei ihrer Mutter bedanken möchte, die ihr sehr viel Unterstützung für die leistungssportliche Entwicklung gegeben hat. „Ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen. Sie hat mich von Anfang an unterstützt und ich möchte ihr mit meinen Erfolgen einen Teil davon zurück geben.“
Überhaupt sind ihr Freunde und Familie sehr wichtig und immer der gewisse Ruhepol nach Wettkämpfen und Trainingslagern.
Die Vorfreude auf ihre erste WM steht ihr ins Gesicht geschrieben. „Ich bin froh und stolz, für meine erste Frauen-WM nominiert zu sein und freue mich auf den Wettkampf.“ Die richtigen Emotionen werden sicher erst beim unmittelbaren Wettkampf kommen.
Bei der WM will sie ihr Bestes geben und sich von Kampf zu Kampf konzentrieren. „Eine Medaille wäre das Größte, aber ich bin auch sehr realistisch und will mich da nicht unter Druck setzen. Am Ende will ich mit meiner Leistung zufrieden sein“, gibt sie sich ein klares Ziel vor.
Text und Foto: Birgit Arendt