Judo Bundesliga


Dan-Träger


Stärke zeigen


Judo-Weltmeisterschaften in Rotterdam, 3. Tag

Ole Bischof aus Reutlingen (bis 81 kg) und Claudia Malzahn aus Halle (bis 63 kg) gewannen am dritten Tag der Weltmeisterschaften in Rotterdam jeweils eine Bronzemedaille. Nach dem Medaillengewinn von Romy Tarangul am Vortag hat der Deutsche Judo-Bund inzwischen dreimal Bronze auf seinem Konto.


Claudia Malzahn ging gegen Angela Valles aus Kolumbien mit Yuko in Führung und beendete den Kampf vorzeitig durch Tani-otoshi. Gegen Faith Pitman aus Großbritannien machte sie von Anfang an Druck und holte eine Yuko-Wertung für Ura-nage und einen Wazaari für O-uchi-gari. Die Britin startete noch einige gefährliche Aktionen, doch die DJB-Kämpferin sicherte sich den Sieg und den Einzug in Runde drei, um den Einzug in das Halbfinale. Hier musste sie sich vorzeitig durch einen Ausheber gegen Vera Koval aus Russland geschlagen geben.





Claudia Malzahn mit Tani-otoshi gegen Angela Valles aus Kolumbien


Im Trostrundenfinale geriet Claudia Malzahn gegen die Südkoreanerin Ja-Young Kong zunächst mit Yuko in Rückstand, legte aber nach zwei Minuten Kampfzeit die Asiatin mit Seoi-nage auf den Rücken und stand im „kleinen Finale“. Auch in den Kampf um die Bronzemedaille ging sie sehr selbstbewusst, setzte die Slowenin Urska Zolnir von Anfang an unter Druck. Nach einer Yuko-Führung erzielte sie Wazaari durch O-uchi-gari und beendete die Begegnung vorzeitig mit anschließendem Haltegriff. Groß war die Freude über die Bronzemedaille, die sie bei der Siegerehrung aus den Händen von IOC-Vizepräsident und DOSB-Präsident Thomas Bach entgegen nehmen durfte.

Ole Bischof erwischte einen souveränen Start. Nach einer halben Kampfminute nahm er in Runde eins den Luxemburger Denis Leider in einen Haltegriff, aus dem dieser nicht mehr entkommen konnte. Seine technische Vielfalt demonstrierte der Reutlinger gegen Jaromir Jezek aus Tschechien. Einem Wazaari durch O-uchi-gari folgten ein Yuko für Uchi-mata und schließlich der entscheidende Ippon durch Seoi-nage. Ebenfalls mit Seoi-nage besiegte er Shokir Muminov aus Usbekistan.







Ole Bischof mit Uchi-mata gegen Jaromir Jezek aus Tschechien


Im Kampf um den Poolsieg stand er überraschenderweise nicht dem Japaner Tomouchi gegenüber. Dieser hatte zuvor gegen den Schweizer Christoph Keller verloren. Ole Bischof schaffte gegen Keller bereits nach wenigen Kampfsekunden mit einem Ippon für Seoi-nage den Einzug in das Halbfinale.


Ole Bischof bedankt sich bei den Fans für die lautstarke Unterstützung


Hier übernahm er gegen Ivan Nifontov aus Russland wieder direkt die Initiative und attackierte den Osteuropäer, so dass dieser mit Shido für Inaktivität bestraft wurde. Einen weiteren Angriff konterte der Russe mit Hiza-guruma und der Olympiasieger von 2008 musste sich mit Ippon geschlagen geben. Gold konnte es zwar nicht mehr werden, aber die Medaille wollte der DJB-Kämpfer, der am Vortag seinen 30. Geburtstag gefeiert hatte, unbedingt gewinnen. So begann er auch den Kampf um die Bronzemedaille wieder sehr offensiv, setzte Srdjan Mrvaljevic aus Montenegro direkt mächtig unter Druck. Nach 1:41 Minuten legte er seinen Kontrahenten mit Beinfasser auf den Rücken und die WM-Medaille war eingefahren.


Am Samstag treten für den Deutschen Judo-Bund Kerstin Thiele aus Leipzig (bis 70 kg), Heide Wollert aus Leipzig (bis 78 kg) und Michael Pinske aus Berlin (bis 90 kg) in Rotterdam an.


Die Ergebnisse vom 3. Wettkampftag

Frauen



-63 kg:

1. Yoshie Ueno, JPN
2. Elisabeth Willeboordse, NED
3. Claudia Malzahn, GER
3. Alice Schlesinger, ISR
5. Vera Koval, RUS
5. Urska Zolnir, SLO
7. Ana Cachola, POR
7. Ja-Young Kong, KOR

Männer


-81 kg:

1. Ivan Nifontov, RUS
2. Siarhei Shundzikau, BLR
3. Ole Bischof, GER
3. Jae-Bum Kim, KOR
5. Antonio Ciano, ITA
5. Srdjan Mrvaljevic, MNE
7. Axel Clerget, FRA
7. Christoph Keller, SUI


Text und Fotos: Erik Gruhn


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