Judo als Gewaltprävention
Kinder jeden Alters haben das Bedürfnis, zu rangeln und zu raufen. Das Kräfte messen ist für die psychische, soziale und körperliche Entwicklung sehr bedeutsam. Dies kann jedoch zum Problem werden, wenn die Gelegenheiten fehlen Zweikämpfe in kontrollierter und verantwortungsvoller Form auszutragen und es an Fähigkeiten und Kenntnisse hapert.
Durch Judo wird ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Partner vermittelt. Das Respektieren und Einhalten von Regeln bei fairen Zweikämpfen hat oberste Priorität.
Weitere Vorteile von Judo in der Gewaltprävention sind:
- Judo setzt an den Stärken von Kindern und Jugendlichen, ihrem Erlebniswunsch und Bewegungsdrang an
- Judo bietet einen ganzheitlichen Zugang im Sinne von Körper-Seele-Geist-Einheit
- Judo bietet einen geschützten Erfahrungsraum zum Erleben verdeckter Gefühle und Erproben neuer Verhaltensweisen, insbesondere mit Gefühlen wie Angst, Unsicherheit, Wut, Aggression
- Judo gibt durch den klaren sozialen und äußeren Rahmen klare Wertvorstellungen, Orientierungs-, und Verhaltenssicherheit
- Judo ermöglicht die Erfahrung körperlicher Sinnlichkeit und fordert die Körperwahrnehmung
- Judo ermöglicht direkte Erfolgserlebnisse über Körper- und Technikbeherrschung
- Kinder und Jugendliche lernen am Modell, am Vorbild des Trainers, der Trainerin
- Judo fördert soziales Lernen, insbesondere Rücksichtnahme, Respekt,Verantwortung für sich und andere
Ziele des Einsatztes von Judo in der Gewaltprävention
Unter Zuhilfenahme der Differenzierung nach primärer, sekundärer und tertiärer Prävention lassen sich folgende Ziele und Begründungen des Einsatzes von Judo in der Gewaltprävention formulieren:
1. Primäre Gewaltprävention
- Schaffung von Bewegungsanlässen und –angeboten
- Stärkung des Selbstwertgefühls, Aufbauen von Selbstbewusstsein
- Menschen die auf Grund ihrer körperlichen Verfasstheit meist Opfer körperlicher Gewalt sind, wehrhaft und angstfreier zu machen
2. Sekundäre Gewaltprävention
- Anleitung zu Selbstdisziplin und Selbstkontrolle
- Stärkung des Selbstwertgefühls
- Aggressions- und Frustrationsabbau; Lernen, Überschuss an physischer Energie auf angemessene Weise durch strukturierte Aktivität umzusetzen
- Akzeptieren von gesteckten Rahmenbedingungen (Erarbeiten und Einhalten von Verhaltensregeln)
- Stärken der eigenen Verhaltenskontrollmechanismen
3. Tertiäre Gewaltprävention
- Thematisierungen und Durchbrechungen von gewaltförmigen Durchsetzungs und Selbstbehauptungs-Strategien
- Konsequentes Einschreiten gegen Gewalt mit anschließender pädagogischer Bearbeitung (z.B. Täter-Opfer-Ausgleich) nicht aber (Vereins-)ausschluss.
Weitere Ziele des Deutschen Judo-Bundes e.V. zur Gewaltprävention finden Sie in der
Präambel.
Trainer Fortbildung
Der DJB bietet zum Thema Gewaltprävention und Selbstverteidigung Trainer Fortbildungen an.
Ab 2011 wird die Ausbildung zum Trainer-B Selbstverteidigung nochmals reformiert.
Nähere Infos finden Sie im Bereich
Ausbildung.