Juniorteam-Spotlight: Der erfolgreiche Nachzügler aus Berlin

Klaus Mueller

Er gehört zu den Kandidaten, die am vergangenen Wochenende bei der Europameisterschaft der Junioren besonders überrascht haben. Janosch Hunfeld, welcher als Außenseiter gehandelt wurde, überzeugte am Ende mit einem starken fünften Platz.

18.09.2017 von [Karolin Huse]

Für das Berliner Nachwuchstalent war es die Nominierung im letzten Anlauf, im nächsten Jahr wird er bereits bei den Erwachsenen mitkämpfen. So kommt sein internationaler Durchbruch also genau zur richtigen Zeit. Für die kontinentale Meisterschaft empfahl sich Janosch durch einen dritten Platz beim U21-Europacup in Kaunas. Der deutsche Vizemeistertitel und der siebte Platz beim Heim-Europacup in Berlin unterstrichen seine Bemühungen, den Bundestrainer von sich zu überzeugen.

Nach drei Siegen stand der junge Berliner plötzlich im EM-Halbfinale. Namhafte Konkurrenz ließ er auf seinem Weg hinter sich. So bezwang er unter anderem den Ukrainer Krivchav, der in diesem Jahr den siebten Platz beim Grand Slam in Paris erkämpfen konnte. Obgleich seines guten Startes verlor Janosch die folgenden Kämpfe. Dennoch ist der fünfte Platz ein respektables Ergebnis für den 20-jährigen, der in Maribor (Slowenien) das erste Mal bei einer Europameisterschaft dabei war. Viele positive Eindrücke hat er dort gewinnen können. Besonders die Atmosphäre und den Zusammenhalt im Team bewertete er positiv, genauso wie die Unterstützung durch die Trainer. Dennoch wird ihm auch ein negativer Aspekt besonders in Erinnerung bleiben. Im Kampf um Bronze nutzte er eine Gelegenheit im Boden nicht effektiv aus und verschenkte somit die Chance auf eine Medaille.

Der Sportler aus der Hauptstadt feierte schon in vergangenen Jahren internationale Erfolge. Zwei fünfte Plätze bei den Top-Europacups in Berlin und Lignano konnte Janosch verbuchen. Nach dieser Saison steht der Wechsel in die neue Altersklasse an. Erfahrung im Männerbereich holt sich er sich bereits in der ersten Bundesliga. Janosch startet für den Judo Club Ettlingen und konnte dort schon wichtige Punkte für die Mannschaft sichern.

Janoschs Kampfkonzept ist simpel. Mit kleinen Ritualen bereitet er Körper und Geist auf den Kampf vor. Beispielsweise nimmt Janosch kurz vor dem Kampfbeginn Traubenzucker zu sich. Bevor er die Matte betritt, klopft er sich die Beine ab und springt zweimal in die Luft. Mit diesen Mitteln versucht Janosch, dem Wettkampf einen festen Ablauf zu geben. Unterstützend dazu kommt seine mentale Einstellung. Der Student für Sicherheitsmanagement denkt von Kampf zu Kampf und bleibt dabei bescheiden und realistisch.

Wir wünschen ihm bei seiner weiteren Entwicklung viel Erfolg!

Das "Juniorteam-Spotlight" ist ein Format, das vom DJB Juniorteam ins Leben gerufen wurde. Junge, erfolgreiche Athleten sollen jeden Dienstag vorgestellt werden. Die jungen Engagierten arbeiten dazu mit der Bundesjugendleitung und den "Helden von Morgen" zusammen, um ihre Bekanntheit zu steigern. Vorschläge und Wünsche können auf der Facebookseite des DJB Juniorteams geäußert werden oder per direkt per Mail beim Jugendmedienteam des DJB unter jungemedien(at)judobund.de.