Der Judosport hat viele Facetten in vielen Betätigungsfeldern.
Der Deutsche Judobund ist bestrebt, all diese Felder zu bedienen und inhaltlich entsprechend der Intentionen der Judoka auszufüllen. Beispiele hierfür sind Judo ab dem 5. Lebensjahr, der Breitensport, der Behindertensport, die Wettkämpfe und natürlich auch der Hochleistungssport.
Betätigungsfelder, für die sowohl die Verantwortlichen als auch die Sportler selbst die Rahmenbedingungen für ein solides Training schaffen. Dies wird auf vielfältige Weise in Form von Ausbildungsempfehlungen und Richtlinien oder mit einer breit gefächerten Übungsleiter- bzw. Traineraus- und -fortbildung gewährleistet.
Nachdem es vor einigen Jahren der Schulsportkommission nach langem und zähem Ringen gelungen war, Judo in dem Bundesfinale „Jugend trainiert für Olympia“ zu platzieren, ist Judo als Schulsport wieder mehr in den Fokus der Judogemeinde geraten – zwar mit teilweise kontroversen Vorstellungen zur Rolle des Judo, aber immerhin, es wird darüber gesprochen.
Auch bei den Sportlehrern und den Verantwortlichen in den Ländern und Ministerien spürt man diesbezüglich ein langsames Umdenken.
Betrachtet man die Lehrpläne und Rahmenrichtlinien der einzelnen Bundesländer, so kann man feststellen, dass es in fast allen Bundesländern in irgendeiner Weise möglich ist, Kampfsport (Judo) in den Schulen zu lehren. Zwar geschieht dies mit unterschiedlichen Bezeichnungen der Stoff- oder Lehrgebiete und mit verschiedenen Diktionen, aber Kampfsport spielt eine Rolle, in einigen Bundesländern sogar als Pflichtfach.
Die Realität zeigt dennoch, dass Kampfsport von den Sportlehrern noch längst nicht in dem Maße unterrichtet wird, wie es möglich wäre und wie wir Judokas es gerne sehen würden. Gründe dafür gibt es viele. Einige sind berechtigt, andere nicht ganz so akzeptabel.
Hier ist der Ansatzpunkt der Schulsportkommission: durch flächendeckende Aus- und Fortbildungen den Lehrern das Stoffgebiet Kampfsport oder Judo bzw. Ringen und Raufen schmackhaft zu machen. Wir möchten den Lehrern vermitteln, dass der Kampfsport einen wesentlichen Beitrag für die Erfüllung der Ziele von Lehrplänen und Rahmenrichtlinien leisten kann. Und wir möchten ihnen Mut machen, Judo zu unterrichten. Wir sind auch deshalb der Auffassung, dass alle Sportlehrer aufgrund einer soliden Ausbildung in der Lage sind, die Lehrplananforderungen zu erfüllen- auch wenn sie keine unmittelbare Kampfsportausbildung hatten. Sie müssen sich nur trauen! Und dieses Vertrauen wollen wir vermitteln, indem wir ihnen kleine fachspezifische Ratschläge geben, unter anderem mittels dieser Internetseite. Wir als Judoka wollen und müssen die Sportlehrer als Partner betrachten, die mit ihrem Unterricht Werbung für unsere Sportart machen können. Und wenn es aus dem Sportunterricht heraus gelingt, Schüler für unsere Sportart zu begeistern, ist das für den Judosport ein Gewinn.
Herzlichst,
Ihr Wolfram Streso
Schulsportreferent im
Deutschen Judobund