Nominierungsleitlinien des Deutschen Judo-Bundes

Die Nominierungsleitlinien des Deutschen Judo-Bundes (DJB) dienen als Grundlage für die Nominierungen zu Wettkampf- und Trainingsmaßnahmen sowie zu den Wettkampfhöhepunkten Europa- und Weltmeisterschaften. Sie dienen dazu, die Nominierungsentscheidungen transparent und nachvollziehbar zu machen.

Leistungsperspektive

Zu DJB-Maßnahmen (Wettkampf- und Trainingsmaßnahmen sowie Wettkampfhöhepunkten) werden Athleten/innen nominiert, die im Hinblick auf eine Teilnahme und ein erfolgreiches Abschneiden bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio die beste Prognose besitzen. Dabei werden sowohl die Vorleistungen bei bisherigen Wettkampfhöhepunkten, das Technikprofil, psychische und physische Leistungsvoraussetzungen sowie das individuelle Steigerungspotenzial des/der Athleten/in berücksichtigt.

Nominierungsfaktoren

Neben der Leistungsperspektive werden bei Nominierungen zu DJB-Maßnahmen folgende weitere Faktoren berücksichtigt:

  • Einhalten der Athletenvereinbarung
  • Leistungsbereitschaft und Belastungsverträglichkeit
  • Weisungen des Bundestrainers: Einhaltung bzw. Umsetzung sämtlicher Vorgaben und Weisungen des Bundestrainers
  • Wettkampfleistungen: Resultate und Leistungen bei relevanten internationalen und nationalen Wettkämpfen (bei Nominierungen zu Wettkampfhöhepunkten die durch die Bundestrainer festgelegten Nominierungs-Wettkämpfe) sowie Vorleistungen bei vorherigen Wettkampfhöhepunkten; besondere Berücksichtigung erfahren Siegleistungen und Siege gegen leistungsstarke Kontrahenten
  • DJB-Trainingsmaßnahmen: engagierte und vollständige Teilnahme an allen Trainingsmaßnahmen des DJB
  • Training am Bundesstützpunkt: alle DJB-Kader-athleten/innen müssen nach Erwerb der Hochschulreife bzw. nach Abschluss der ersten Berufsausbildung ihren Lebensmittelpunkt an einen Bundesstützpunkt verlegen, so dass gewährleistet ist, dass dort zwei mal am Tag trainiert werden kann.
  • Physische Leistungsvoraussetzungen: Schaffung und Ausbau körperlicher Leistungsvoraussetzungen (Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit)
  • Gesundheitsmanagement: leistungssportgerechte Lebensführung (Ernährung, Regeneration, Schlaf etc.); jährliche sportmedizinische Untersuchung
  • Verletzungsmanagement: frühestmögliche Konsultation eines Arztes bei Verletzungen bzw. Erkrankungen, Durchführung aller Maßnahmen zur Wiedererlangung der vollen Leistungsfähigkeit und vollständige Genesung vor Wiederaufnahme des Trainings bzw. Wiedereinstieg in das Wettkampfgeschehen
  • Gewichtsdisziplin: Einhalten des Wettkampfgewichtes
  • Kooperation & Kommunikation: umgehende Unterrichtung des Bundestrainers in allen leistungsrelevanten Belangen, z.B.

  - Nichtteilnahme an DJB-Maßnahmen

  - Verletzungen bzw. Erkrankungen

  - Gewichtsproblemen bzw. Gewichtsklassenwechsel

  - Entscheidungen bzgl. der dualen Leistungssportkarriere