__________________________________________________________________________________
Frage 3: "Ich bin 47 Jahre alt und mache seit 40 Jahren Judo. Aufgrund einer angeborenen Hüftfehlstellung habe ich eine Hüftgelenksarthrose und ein neues Hüftgelenk bekommen. Kann ich nach der Reha wieder Judo betreiben?
Antwort: Training NUR mit Kata-Charakter und ausgewählten Partnern mit guter Selbstkontrolle. Fallen vermeiden oder gut geführtes Ablegen, frühester Einsatz nach sechs Monaten, zuvor gutes Muskel- und Gelenktraining (Junker).
Wenn man die Muskulatur so auftrainiert, dass der Hüftkopf gut in die Hüftpfanne gezogen wird und man beim Fallen seine Technik an die Hüft-TEP adaptiert, müßte es eigentlich auf Breitensportniveau möglich sein Judo zu betreiben (Laubsch).
Die Hüfte sollte grundsätzlich belastungsstabil sein, wobei individuelle Unterschiede zu berücksichtigen sind. Judo sollte in dosiertem Umfang möglich sein (Ganschow).
Es gibt leider keine evidenten Literaturdaten zu der Frage "Sportfähigkeit nach Hüftgelenkersatz". Problem ist, das nicht abschätzbare Mikro- und Makrotraumen auf das Prothesen-Knochen-Interface auch mit einer Bildgebung schwer zu erkennen sind. Eine Lockerung der Kappe ist möglich. Tip: Eher kein Judo. (Gosse; Chefarzt Orthopädie).
Bei korrekter Lage der Prothese und stabilisierter Muskulatur ist Judo durchaus möglich, dafür gibt es viele Beispiele..(Grasmück)
Frage 4: "Was muss ich als Trainer beachten, wenn ein älterer Judoka mal einen stillen Herzinfarkt hatte und nun 3 Stents in den Herzgefäßen trägt?"
Antwort: Direkte Absprache mit dem betreuenden Arzt wichtig! Fallen als Uke, starke Belastung des Brustkorbs bei Bodentechniken und Randori nicht oder nur eingeschränkt empfehlenswert. Technische Übungen, Tandoku-renchu und Uchi-komi-geiko sollten möglich sein. Ebenso die Arbeit als Übungsleiter (Müller-Deck).
Grundsätzliches Risiko eines erneuten Herzinfarktes! Gefahr von Herzrhythmusstörungen durch Fallen. Kata und dosiertes Techniktraining sollte jedoch möglich sein. Belastungsspitzen und statische Belastungen vermeiden. Teilnahme am Training NUR auf eigene Verantwortung (ggf. schriftlich einholen) und unter ständiger ärztlicher Kontrolle. Besser: Training in einer Koronarsportgruppe (Ganschow)
Frage 5: "Kann ich mit einer künstlichen Aortenklappe und Einnahme von Marcumar zur Blutverdünnung meine Braungurtprüfung ablegen?"
Antwort: Grundsätzliche Risiken: Rhythmusstörungen, Blutungsrisiko und zu starke Belastung des Herzmuskels. Nicht zu empfehlen sind starke Belastungen, Würgetechniken und Randoris/Wettkämpfe. Die Ablegung der Braungurtprüfung sollte möglich sein (Modul-System optimal). Die geplante Kampfrichter- und Übungsleiterlizenz ist sehr zu begrüßen, gegen diesen Tätigkeiten spricht natürlich nichts (Müller-Deck, Laubsch, Ganschow).
__________________________________________________________________________________
Frage 6: "Ich betreue Kämpfer im U14/U17-Bereich. Schnelligkeit und Beweglichkeit sind immer wieder Schwachpunkte im Kampfverhalten. Wie können wir hier im Training gegensteuern?"
Antwort: Solche komplexe Fragestellungen können nur im Rahmen der Trainer-Aus-und-Fortbildung beantwortet werden (siehe DJB-Angebote). Spezielle Rückfragen auch direkt an die Zuständigen. (Kessler).
Erster Schritt: Ermittlung aussagefähiger konditioneller Parameter im allgemeinen und speziellen Bereich. Ansprechpartner z.B. DJB-Bundestrainer für den Nachwuchs (Nowoisky).
Das ausführliche Manuskript von H. Nowoisky "Bedeutung der Kraft und des Krafttrainings im Judo" wurde zugestellt.
In einigen Wochen erscheint zu diesem Thema das Buch "Der Weg zum Top-Judoka. Fundgrube der Methodik des Trainings im modernen Wettkampfjudo" (Müller-Deck).
Frage 7: "Gibt es Langzeituntersuchungen zur Schädigung des Körpers durch die hohen Belastungen des Fallens bei Hochleistungsjudokas?"
Antwort: Gute Langzeitstudien zum Zusammenhang von Wirkungen des "intensiven" Fallens im Hochleistungsbereich und den daraus möglicherweise resultierenden körperlichen Schäden sind allen Teilnehmern des Epertenteams nicht bekannt. Aspekte aus trainingsmethodischer Sicht sind jedoch vielfältig (Müller-Deck; wurde auch direkt beantwortet).
Eine wissenschaftliche Studie zur Biomechanik des Fallens befindet sich derzeit im Druck (siehe Literaturliste, Nr. 10, Groen) (Röhrl).
Frage 8: "Was tun bei `frozen shoulder`(eingefrorener Schulter)?"
Antwort: Es handelt sich um einen noch nicht vollständig verstandenem Krankheitsbild. Nur sehr selten muss eine Schulterprothese diskutiert werden, meist handelt es ich um einen "selbstheilenden" Zustand in mehreren Stadien.Nur symtomatische Therapie (Röhrll). Handelt es sich wirklich um eine "frozen shoulder"? Ggf. zweite Meinung einholen, denn ein Schultergelenkersatz ist bei dieser Diagnose sehr fragwürdig (Laubsch).
Frage 9: "Wann kann ich nach Kreuzbandplastik (nach Riss des vorderen Kreubands) wieder Judo machen?"
Antwort: Entscheidend ist die korrekte Durchführung der Operation und die Nachbehandlung. Nach OP beginnt sofort das Aufbauprogramm mit Krankengymnastik und physikalischer Therapie. Dieses wird dann schrittweise gesteigert. Nach 5 Monaten sollte ein judospezifisches Training bei vielen wieder möglich sein. Wichtig ist ein guter Aufbauplan nach OP (Missalla).
Frage 10: "Was hilft bei Fußheberschwäche nach operiertem Bandscheibenvorfall? Kann ich weiter Judo machen?"
Antwort: Training und Zeit! (Laubsch, Röhrl, Missalla). Pronose ist gut, kann aber alles lange dauern. Prognose ist vom Ausmaß der Schädigung abhängig. Hilfreich: Krankengymnastik, elektrisches Muskelstimulationsgerät, gutes Aufbautraining für die Rücken- und Bauchmuskulatur (Missalla). Judo sollte später wieder möglich sein, ggf. mit gewissen Einschränkungen (Alle).
Frage 11: "Judo nach unfallbedingter Schulterluxation bei meiner Tochter?"
Antwort: Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sollte immer eine Schulterstabilisationsoperation diskutiert werden, wenn weiterhin aktiv Judo betrieben werden soll. Darüber hinaus: Schulter stabilisierende Übungen und korrekte Judotechniken (Missalla). Wenn Operation, dann vom Spezialisten. Komplikationen sind ebenfalls zu berücksichtigen (Laubsch).
Frage 12: "Ich habe Bewegungsstörungen bei einer Myotonica congenita Typ Becker.und nehme Mexiletin ein. Steht das Medikament auf der Doping-Liste und kann ich trotz der Einschränkungen den 1. Dan machen?"
Antwort: Mexiletin steht nicht auf der Dopingliste und es wäre auch eine med. Ausnahmegenehmigung möglich. Gürtelprüfungen sind grundsätzlich auch bei "Einschränkungen" möglich. Dieses sollte frühzeitig mit dem Prüfungsreferenten besprochen werden.(Feodoroff/Junker/Müller-Deck/Ganschow).
_____________________________________________________
Frage 13: "Ich habe eine Bandscheibenprothese HWS C5/C6, kann ich damit Judo machen?"
Antwort: Eher kein Judo (Junker/Feodoroff/Ganschow). Einige Judoka machen jedoch weiter. Das entsprechende Bewegungsangebot sollte in Zusammenarbeit mit einem Sportarzt und einem erfahrenen Trainer individuell ausgesucht werden (Müller-Deck). Zusammenfassung: Es muss im Einzelfall individuell entschieden werden.
_____________________________________________________
Frage 14: "Mein Sohn ist 6 Jahre alt und hat Morbus Schlatter. Was muss ich beachten?"
Antwort: Die Erkrankung des Knies ist relativ häufig und bessert sich meist im Erwachsenenalter. Judo ist möglich, ggf. Kniebandage tragen. Physiotherapie ist hilfreich.Kein OP, kein Cortisol. (Junker/Feodoroff/Ingwersen/Ganschow).
_____________________________________________________
Frage 15: "Kann ich in der 7. Schwangerschatswoche noch an einem Wettkampf teilnehmen?"
Antwort: Auf keinen Fall! Ich würde sogar strikt vom Judotraining in der Schwangerschaft abraten, da das Risiko schlichtweg viel zu hoch ist. Es gibt einen Fall, wo es in der Frühschwangerschaft durch das Judotraining zu einem Abort kam (Ganschow).
_____________________________________________________
Frage 16: "Wie soll ich mich mit einem nachgewiesenen Nagelpilz beim Judotraining verhalten?"
Antwort: Der sogenannte "Ringerpilz" ist sehr hartnäckig und kann über die Sanitäranlagen (Dusche) auf anderer Judoka übertragen werden. Das Tragen von Socken während des Trainings ist sinnvoll, ebenso die spezifische Therapie. Ggf. müssen die Sanitäranlagen und auch die Judomatten bei Verbreitung des Pilzes mit Spezialdesinfektionsmitteln behandelt werden (Ganschow).
Frage 17: "Wann und wie darf ein 15-Jähriger nach Schlüsselbeinfraktur wieder mit dem Judotraining anfangen?"
Antwort: Die operative Behandlung sollte erfolgen. Wenn schmerzfreie Beweglichkeit erreich ist, normalerweise nach 4-8 Wochen, dann kann wieder Judo betrieben werden (Feodoroff).
Nach einer Behandlungszeit von mehreren Wochen ist mit einer Beeinträchtigung oder einem erhöhten Risiko nicht mehr zu rechnen (Junker).
Frage 18: "Wann kann ich nach vorderer Kreuzbandplastik wieder Judo machen?"
Antwort: Wichtig sind Krafttraining und Stabilisierungstraining im Rahmen der Reha! In der Regel kann Judo so richtig erst wieder nach 12 Monaten aufgenommen werden (Feodoroff).
Nach einigen Wochen kann dosiert bereits wieder mit gewissen Judo-Techniken begonnen werden. Unter Vermeidung von beinverdrehender Belastung (Junker).
Ein individuelles Judotraining, von konsequenter Physiotherapie begleitet, kann in etwa 5 Monate nach der Verletzung erfolgen (Müller-Deck).
Frage 19: "Gibt es spezielle Trainingsformen oder Vorgehensweisen für ein 7-jähriges Kind mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADHS)?"
Antwort: Grundlage der Therapie ist leider eine medikamentöse. Klare Empfehlungen für den Judo-Unterricht gibt es nicht, aber dieser sollte in jedem Fall in die richtige Richtung unterstützen. Problematisch kann es werden, wenn ein betroffenes Kind die gesamte Judogruppen-Struktur beeinflusst. In der Regel muss eine individuelle Entscheidung bei ADHS-Kindern getroffen werden.
Frage 20: "Ich habe erst mit 43 Jahren mit Judo begonnen und bekomme schon bei kleineren Drehbewegungen Schwindelgefühle. Wie ist zu verfahren?"
Antwort: Es sollte unbedingt eine neurologische und kardiologische Abklärung erfolgen, um kein Risiko mit dem Judosport einzugehen. Diverse Ursachen sind für den Schwindel denkbar. Alles andere wäre unvernünftig! (Ganschow)
Frage 21: "Ist die Kühlung des Gelenkes nach Armhebel und resultierenden starken Schmerzen angebracht?"
Antwort: Eine Kühlung eines traumatisierten Gelenkes ist bis zur weiteren Diagnostik und Therapie immer sinnvoll! (Diverse)
Frage 22: "Kann ich nach Vorderwandinfarkt wieder Judo machen?"
Antwort: Judo ist nach Herzinfarkt definitiv nicht der optimale Sport. Es können Rhythmusstörungen auftreten udn Blutdruckspitzen können ebenso problematisch sein. Sport in sog. "Herzsportgruppen" würde ich ganz klar empfehlen (Ganschow).
Ein dosiertes und kontrolliertes Judo-Training kann möglich sein (Müller-Deck).
Sofern Belastungs-EKG okay und die medikamentöse Einstellung normale Blutdruckwerte garantiert ist ein dosiertes Judotraining (kein Wettkampf!) möglich.(Junker).
Dosiertes Judotraining möglich, sofern keine Herzinsuffizienz oder Marcumartherapie vorliegt (Laubsch).
Judo ist nach Herzinfarkt eher ungünstig, besser sind Ausdauersportarten unter Pulskontrolle (Feodoroff).
Frage 23: "Ich bin 32-jähriger Judowiedereinsteier (6. Kyu) und habe Bluthochdruck (160/100). Bei Belastung im Training werde ich kurzatmig und fühle mich schlapp. Wie soll ich mich verhalten?"
Antwort: Es sollte auf jeden Fall ein Belastungs-EKG durchgeführt werden und der erhöhte Blutdruck muss medikamentös gut eingestellt werden. Unter regelmäßigen Kontrolluntersuchungen sollte der Judosport dann kein Problem sein.
Frage 24: "Mein 16-jähriger Sohn hatte eine Bandverletzung am Unterarm und jetzt eine Kapselverletzungen am Finger. Gibt es Möglichkeiten, solche Verletzungen zukünftig zu vermeiden?"
Antwort: Leider sind dieses typische Judo-Verletzungen, die auftreten können. Eine gute Judo-Grifftechnik sollte wie auch eine gute allgemeine Judo-Ausbildung Verletzungen ein wenig vorbeugen. Eine Stabilisierung des Bewegungsapparates durch gezieltes Krafttraining kann darüber hinaus hilfreich sein.
Frage 25: "Ich habe vor 4 Jahren einen Autounfall gehabt und ich war eine Zeit lang bewußtlos. Das EEG ist auffällig. Darf ich überhaupt kein Judo mehr betreiben?
Antwort: "Judo ist natürlich dennoch möglich, wobei bei Würgetechniken besondere Vorsicht geboten ist.
Frage 26: Ab wann darf man nach der Geburt eines Kindes wieder Judo trainieren?
Antwort: Nach Geburt eines Kindes ist es kein Problem, ab dem 3. Monat wieder wohl dosiert Judo zu betreiben. Es kommt natürlich immer auf die Dosis des Trainings an. Bezüglich Wettkämpfe muss im Einzelfall entschieden werden.
Frage 27: "Nach der Geburt meines Kindes wurde ein Nerv fast vollständig durchtrennt, so dass das rechte Bein vorübergehend gelähmt war. Aktuell ist nur noch die Fußsohle etwas taub. Kann beim Judo der Nerv weiter geschädigt werden?"
Antwort: "Es spricht absolut nichts gegen eine Wiederaufnahme des Judotrainings. Der Nerv kann nicht weiter geschädigt werden."
Frage 28: "Ich habe häufig Probleme mit meinen Gelenkkapseln an den Fingern. Kann ich außer Taping etwas anderes machen?"
Antwort: " Leider sind die Gelenkkapselverletzungen gewöhnlich sehr hartnäckig und außer einer Trainingspause hilft nur konsequentes Taping."
Frage 29: "Nach den Grundlagen der Trainingslehre sollten auch Judoka im Rahmen eines 45-60 minütigen Trainings zwischendurch Wasser trinken. Einige Trainer lassen dieses nicht zu. Welcher Standpunkt ist richtig?"
Antwort: "Grundsätzlich ist es aus sportmedizinischer und sportwissenschaftlicher Sicht in der Tat so, dass bei intensiver körperlicher Betätigung regelmäßig Flüssigkeit zugeführt werden sollte. Es gilt jedoch immer abzuwägen, inwieweit dieses einzuhalten beim Judotraining unbedingt notwendig ist. Judo ist letztendlich ein traditionsbewußter und sehr disziplinierter Sport, bei dem einige Trainer eventuell nicht zu Unrecht "störende" Trinkpausen während des Trainings nicht dulden. Es kommt ganz klar auf das Niveau an. Im Breitensport kann eine Trainingseinheit definitiv gut ohne Rehydrierung durchgezogen werden, je höher das Niveau, desto wichtiger jedoch die zwischenzeitliche Flüssigkeitszufuhr."
Frage 30: "Meine 16-jährige Tochter betreibt Judo im Leistungssportbereich und hat sich eine komplette vordere Kreuzbandruptur zugezogen. Ist eine OP zwingend notwendig, wenn sie weiter Leistungssport machen will?
Antwort:
"In vielen Fällen ist eine zunächst konservative Therapie ausreichend" (Röhrl; Hinweis auf einen Artikel in Acta Orthopaedica 2010).
"Wenn ein junger Patient und noch dazu sehr aktiver Sportler eine vordere Kreuzbandruptur erlitten hat, ist es unbedingt notwendig, das Knie zu stabilisieren um Folgeschäden zu vermeiden: Miniskusrisse u. Knorpelschäden. Besonders, wenn man sog. Pivot-Shift-Sportarten betreibt, das heißt, der Sportler macht eine Bewegung nach innen und es kommt zu kleinen und großen "Schlägen" im Kniegelenk, so dass sich eine Kniegelenksarthrose entwickeln kann. Die operative Kreuzbandversorgung sollte immer von einem sehr erfahrenen Operateur durchgeführt werden" (Missalla).
Frage 30:
"Ein 12-jähriger Junde möchte Judo leistungssportorientiert betreiten. Sportärztliche Untersuchungen sind nur für Kader-Mitglieder vorgesehen. Was ist zu empfehlen?"
Antwort:
Ich würde in jedem Fall eine sportmedizinische Untersuchung empfehlen! Diese kann, sofern gut gemacht, sehr hilfreich sein. Leider muss die ärztliche Leistung privat bezahlt werden. Die Auswahl des entsprechenden Sportmediziners ist sicherlich nicht einfach...
(R Ganschow)
Frage 31:
"Mein Sohn ist 7 Jahre alt und hat seit Januar 2009 die Diagnose Diabetes Typ 1. Kann er grundsätzlich Judo machen?
Antwort:
Selbstverständlich! Sport ist sogar für Diabetiker empfohlen, wobei der Trainer unterrichtet werden sollte und entsprechende Maßnahmen für eventuelle metabolische "Notfälle" getroffen werden sollten .Selbst unter den Leistungssportlern befinden sich viele Diabetiker!
Frage 32:
"Ich bin 48 Jahre alt und würde gern als ehemaliger Blaugurt wieder mit dem Judo-Training auf Freizeitniveau beginnen. Allerdings habe ich gelegentliche "Rückenprobleme".
Antwort:
Es bestehen keinerleit Bedenken für die Wiederaufnahme des Judo-Trainings im Breitensportbereich! Im Gegenteil kann sich durch Stabilisierung der Rumpfmuskulatur sogar die Rückenproblematik verbessern. Auf eine gute Judo-Technik ist jedoch bei bestehenden Rückenproblemen zu achten.
Frage 33:
"Mein Sohn muss seit dem letzten Jahr aufgrund eines Asthmas entsprechende Medikamente einnehmen. Ist diesbezüglich für Turnierteilnahmen etwas zu berücksichtigen?"
Antwort:
Verschiedene Asthma-Medikamente, z.B. Steroide, müssen der NADA über eine sog. TUE gemeldet werden, sobald Ihr Sohn Kadermitglied ist oder an großen Meisterschaften mit Dopingkontrollen teilnimmt. Für den Breitensportbereich gibt es keine Vorgaben.
Frage 34:
"Bei mir wurden Nieren- und Leberzysten entdeckt. Kann ich trotzdem mit Judo anfangen oder sind die Aufprälle nach den Würfen zu hart?"
Antwort:
Nieren- oder Leberzysten können durch sportliche Betätigung und auch durch Judotraining nicht "rupturieren" (platzen). Insofern können Sie gern den Judosport aufnehmen!"
Frage 35:
"Ich bin weiblich, 49 Jahre alt und möchte mit dem Judo beginnen. Vor 15 Jahren hatte ich jedoch einen Bandscheibenvorfall sowie vor einem Jahr einen Reitunfall. Kann ich trotz der Vorerkrankungen Judo machen?"
Antwort:
Grundsätzlich können Sie sicher, in welchem Umfang auch immer, mit dem Judosport beginnen. Es sollte wegen der Vorerkrankungen jedoch eine gute sportmedizinische Untersuchung vorab erfolgen, in der eventuelle Einschränkungen Ihrer Sporttauglichkeit festgestellt werden können.