Andreas Tölzer und Dimitri Peters holen Bronze

Zum Abschluss der Einzelwettkämpfe bei den Weltmeisterschaften in Rio de Janeiro gab es für den Deutschen Judo-Bund (DJB) zwei Bronzemedaillen: Andreas Tölzer aus Mönchengladbach belegte in der Klasse über 100 kg Rang drei, Dimitri Peters aus Rotenburg wurde Dritter in der Kategorie bis 100 kg. Jasmin Külbs aus Zweibrücken (über 78 kg) belegte Platz sieben.

31.08.2013

Andreas Tölzer hat seinen ersten Kampf gegen Martin Padar aus Estland souverän gewonnen. Padar flüchtete beim ersten Angriff von Tölzer in die Bodenlage und geriet in einen Haltegriff. Der Mönchengladbacher konnte so eine Yuko-Wertung verbuchen, jedoch konnte sein Kontrahent noch einmal entkommen. Im weiteren Kampfverlauf erhielt der Kämpfer aus Estland vier Shido-Bestrafungen.


Im Achtelfinale legte Tölzer nach einer knappen Minute Joseph Bebeze aus Kamerun sanft mit Uchi-mata auf die Matte, erhielt Wazaari und beendete den Kampf mit anschließendem Haltegriff.




Gegen Faicel Jaballah aus Tunesien ging es nach einem Sumi-gaeshi-Ansatz in die Bodenlage. Der 33-Jährige konnte seinen "Tölz-Umdreher" anwenden und beendete den Kampf vorzeitig.




Im Halbfinale trafen die beiden Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele von London aufeinander. Andreas Tölzer und Rafael Silva aus Brasilien agierten sehr vorsichtig, um nicht vom Gegner gekontert zu werden. Zunächst erhielten beide Kämpfer einen Shido, Andreas Tölzer einen weiteren. Mehr passierte nicht mehr, so dass der Brasilianer in das Finale einzog, für den Mönchengladbacher blieb noch die Chance im "kleinen Finale" auf die Bronzemedaille.




Die Begegnung um die Bronzemedaille zwischen Andreas Tölzer und dem Russen Alexander Mikhaylin war sicherlich kein schöner Kampf. Der Griffkampf dominierte und es gab keine technischen Höhepunkte. Am Ende hatte Mikhaylin drei Strafen auf seinem Konto, Tölzer zwei. Für Andreas Tölzer war der Gewinn der Bronzemedaille bei diesen Weltmeisterschaften ein gelungener Abschluss seiner sehr erfolgreichen Wettkampfkarriere.




Dimitri Peters dominierte den Kampf gegen Renan Nunes aus Brasilien. Bei zwei starken Angriffen mit O-uchi-gari wurden ihm die Yuko-Wertungen verwehrt. Der Brasilianer erhielt Shido. Schließlich erzielte der Rotenburger doch noch eine Yuko-Wertung. Damit stand er in der zweiten Runde.




Chancenlos war Sergio Garcia aus Mexiko gegen den DJB-Athleten. Nach 34 Sekunden siegte Peters durch O-soto-gari.


Dimitri Peters und Elmar Gasimov aus Aserbaidschan, Dritter in diesem Jahr beim World Masters in Tyumen, tasteten sich in der ersten Kampfminute vorsichtig ab. Dann folgte ein starker Uchi-mata des Niedersachsen, bei dem sich Gasimov noch auf den Bauch retten konnte. Der Kämpfer aus Aserbaidschan hatte dem Deutschen nicht viel entgegenzusetzen und erhielt zwei Shido für Inaktivität. Ein Yuko für Seoi-nage von Peters sorgte am Ende für die Entscheidung.




Der Viertelfinalkampf zwischen den beiden Olympia-Dritten Dimitri Peters und Henk Grol aus den Niederlanden verlief sehr ausgeglichen. Die Entscheidung zugunsten des Niederländers fiel durch zwei Bestrafungen für den DJB-Kämpfer.




Dimitri Peters machte in der Trostrunde gegen Ramziddin Sayidov aus Usbekistan einen starken Kampf. Von Anfang an übernahm er die Initiative und setzte seinen Kontrahenten unter Druck. Doch dieser hielt dagegen und erzielte durch Seoi-nage eine Yuko-Wertung. Beide Kämpfer versuchten die Entscheidung zu erzielen. Erst 20 Sekunden vor Ende des Kampfes gelang dem Rotenburger eine Wazaari-Wertung für Harai-goshi. Im anschließenden Haltegriff gab der Usebeke auf.




Um Bronze ging es gegen Soyib Kurbanov aus Usbekistan. Schon in der ersten Kampfminnute zeigte der Niedersachse zwei starke Seoi-nage-Ansätze. Einen weiteren Seoi-nage-Ansatz konterte Kurbanov aus und erhielt dafür Yuko. "Dima" machte einen starken Kampf, gab trotz Rückstand nicht auf und warf Sekunden vor Schluss mit Seoi-nage. Hierfür gab es Wazaari und die hoch verdiente Bronzemedaille für eine tolle Leistung an diesem Tag.




Jasmin Külbs und Maryna Slutskaya aus Weißrussland zeigten eine Begegnung ohne große Höhepunkte. Die Kämpferin aus Zweibrücken war stets die Aktivere. Slutskaya erhielt drei Shido-Rollen, die nach der vollen Kampfzeit für die Entscheidung sorgten.




Im Kampf gegen Idalys Ortiz aus Kuba, Olympiasiegerin von London, gab es keine Wertungen. Die Entscheidung fiel nach fünf Minuten Kampfzeit durch die Bestrafungen. Leider hatte Külbs zwei Shido und die Kubanerin eine. Ortiz siegte mit dem Bonus einer Olympiasiegerin, denn auch sie hätte durchaus noch weitere Bestrafungen in der Begegnung erhalten können.




In ihrem Trostrundenkampf gegen Jung Eun Lee aus Südkorea überließ Külbs ihrer Gegnerin zu sehr den Kampf und erhielt zwei Shido-Bestrafungen. Die Koreanerin erzielte zunächst eine Yuko-Wertung für O-uchi-gari und mit der gleichen Technik schließlich auch noch einen Wazaari. Für Jasmin Külbs blieb damit Rang sieben.


Robert Zimmermann begann seinen Kampf gegen den Südkoreaner Soo-Whan Kim offensiv. Der Koreaner erhielt Shido. Dann erzielt Kim Yuko für Sasae-tsuri-komi-ashi und Zimmermann ebenfalls Yuko für Sumi-gaeshi. Nach 3:07 Minuten gewann Kim durch Soto-maki-komi.




Text: Erik Gruhn

Fotos: Reinhard Nimz