Anna-Maria Wagner gewinnt EM-Bronze in Tel Aviv

Fotos: Reinhard Nimz

Anna Maria Wagner vom KJC Ravensburg holte am Abschlusstag der Judo-Europameisterschaften in Tel Aviv Bronze in der Klasse bis 78 kg und damit die dritte Medaille für den Deutschen Judo-Bund (DJB) bei diesen kontinentalen Meisterschaften. Im Kampf um Platz drei besiegte die 21-jährige Deutsche Meisterin nach mehr als sieben Minuten Kampfzeit die Niederländerin Karen Stevenson.

28.04.2018 von [Erik Gruhn]

Die Kämpfe der deutschen Athleten:

Klasse bis 78 kg


Anna-Maria Wagner fand gegen Linda Politi aus Italien zunächst kein Mittel und musste nach vier Minuten in die Golden-Score-Verlängerung. Hier gelang der 21-jährigen Ravensburgerin nach 24 Sekunden die entscheidende Wertung durch O-soto-gari. Im Viertelfinale lieferte sich die Deutsche Meisterin einen offenen Schlagabtausch mit der WM-Dritten Natalie Powell aus Großbritannien. Schon nach 18 Sekunden konterte Wagner den Angriff ihrer Kontrahentin und ging mit Wazaari-Wertung in Führung. Im weiteren Kampfverlauf gelang Powell der Ausgleich. Nach drei Minuten musste sich die Württembergerin im Haltegriff geschlagen geben. In der Trostrunde besiegte die DJB-Athletin Patricia Sampaio aus Portugal, Dritte der Juniorenweltmeisterschaften, vorzeitig mit Uchi-mata. Der Kampf um die Bronzemedaille gegen Karen Stevenson aus den Niederlanden wurde zur Audauerleistung. Beide Kämpferinnen attackierten sich unentwegt, konnten aber über mehr als sieben Minuten keine Wertung erzielen. Nach 7:25 Minuten gelang Wagner mit O-uchi-gari die Entscheidung.

Männer bis 90 kg

Falk Petersilka
vom 1. Godesberger JC ging in seinem Auftaktkampf gegen Li Kochman aus Israel durch einen Fußfeger mit Wazaari-Wertung in Führung und beendete die Begegnung mit Haltetechnik. Im Achtelfinale kam das Aus für den 19-jährigen Bonner gegen Noel van t End aus den Niederlanden nach einer Minute Kampfzeit durch Ko-uchi-maki-komi.

Männer bis 100 kg

Philipp Galandi
vom UJKC Potsdam ging offensiv in seinen Kampf gegen Karolis Bauza aus Litauen, musste aber einen Wazaari-Rückstand hinnehmen und unterlag nach 2:26 Minuten vorzeitig.


Das deutsche Männerteam war nicht mit der ersten Garde in Tel Aviv am Start. Bundestrainer Richard Trautmann schickte ein Perspektivteam auf die Matte, welches einen starken Auftritt lieferte, auch wenn es nicht zu einer Medaille reichte. Der Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf den Weltmeisterschaften, die vom 20. bis 27. September in Baku (Aserbaidschan) ausgetragen werden.

Im Medaillenspiegel belegte Russland mit vier Goldmedaillen, einer Silbermedaille und drei Bronzemedaillen den ersten Platz vor Frankreich (3/2/0), Belgien, Slowenien und dem Kosovo (je 1/1/0).

Frank Wolf war von deutscher Seite als Kampfrichter auf der Matte. Am Abschlusstag durfte er das Frauenfinale in der Klasse bis 78 kg leiten, ein Beleg für eine starke Leistung bei den Europameisterschaften.


Die Ergebnisse vom dritten Wettkampftag:

Frauen

-78 kg:

1. Madeleine Malonga, FRA
2. Audrey Tcheumeo, FRA
3. Natalie Powell, GBR
3. Anna Maria Wagner, GER
5. Yahima Ramirez, POR
5. Karen Stevenson, NED
7. Loriana Kuka, KOS
7. Patricia Sampaio, POR

+78 kg:
1. Romane Dicko, FRA
2. Larisa Ceric, BIH
3. Yelyzaveta Kalanina, UKR
3. Tessie Savelkouls, NED
5. Ivana Maranic, CRO
5. Galyna Tarasova, UKR
7. Iryna Kindzerska, AZE
7. Kayra Sayit, TUR

Männer

-90 kg:
1. Mikhail Igolnikov, RUS
2. Nemanja Majdov, SRB
3. Nikoloz Sherazadishvili, ESP
3. Theodoros Tselidis, GRE
5. Noel Van T End, NED
5. Yahor Varapayeu, BLR
7. Batuhan Efemgil, TUR
7. Beka Gviniashvili, GEO

-100 kg:
1. Toma Nikiforov, BEL
2. Cyrille Maret, FRA
3. Zelym Kotsoiev, AZE
3. Peter Paltchik, ISR
5. Niiaz Bilalov, RUS
5. Daniel Mukete, BLR
7. Aaron Fara, AUT
7. Jorge Fonseca, POR

+100 kg:
1. Lukas Krpalek, CZE
2. Tamerlan Bashaev, RUS
3. Henk Grol, NED
3. Stephan Hegyi, AUT
5. Roy Meyer, NED
5. Guram Tushishvili, GEO
7. Oleksandr Gordiienko, UKR
7. Maciej Sarnacki, POL


Ergebnisse: http://www.ippon.org/eju_sen2018.php