Best Practice: HSV Stöckte stets kreativ

Seit Beginn der Corona-Pandemie setzt der HSV Stöckte in regelmäßigen Abständen neue Projekte um und bietet seinen Mitgliedern auch in schweren Zeiten Abwechslung und sportlichen Spaß. Der Verein berichtet und bietet einen interessanten Rückblick auf das Corona-Jahr 2020. 

07.01.2021

Zu Ostern, dem Beginn der ersten Zwangspause, gab es Zaunbesuche bei einigen Judoka inklusive kurzem Fitnesstraining auf Distanz. Osterhasen und Briefe landeten bei allen im „Osternest“. Ein Dankeschön für unsere treuen Mitglieder.

Alternative Trainingsmethoden im Freien mit Special

Es folgten in den kommenden Wochen Athletiktraining-Sessions im Livestream, später auf dem Sportplatz im Freien. Im unter Berücksichtigung der geltenden Corona-Regeln. Jede Stunde Training im Freien und unter der prallen Sonne endete mit einem anschließenden Special. So wurden der Ippon- und der Shido-Eisbecher kreiert, Sportler-Cocktails genossen oder eine Wasserschlacht auf Distanz erlebt, um die vergangenen Wochen zu verdrängen und vom anstrengenden Alternativprogramm in praller Sonne abzulenken.

Mit Judotraining, Sport und Spaß durch die Sommerferien (Ferien vor Ort)

In den Sommerferien wurden den Judoka jede Menge Aktivitäten in kleinen Gruppen im Freien geboten. Viel brauchte es nicht für Flugspaß und kühles Nass – eine Brücke, ein quer gespanntes Drahtseil und ein Rollhacken, schon konnte es losgehen. Ob alleine oder zu zweit am Seil hängend, in einem Klettergurt oder doch komplett freihängend hangelnd, das blieb jedem selbstüberlassen. Hauptsache, man kam trocken am anderen Ende an…oder ließ sich in der Mitte des Flusses ins Wasser fallen. In zwei aufeinander folgenden Gruppen zu je 10 Personen entsprach diese spaßige Aktion allen zu dem Zeitpunkt gültigen Vorgaben und machte viele Kinder glücklich.

Training im Freien

Für ein Gleichgewichtstraining der besonderen Art fuhren die Eltern die Kinder zu einem See. Dort befanden wir uns im Freien, auf Abstand und waren doch zusammen. Den Judoanzug kurzfristig für den Neoprenanzug liegen gelassen, ging es für uns auf ein wackeliges Brett statt auf die Tatami. Das Gleichgewicht, welches gerade für viele einbeinige Würfe gut zu schulen ist, wurde einfach mal in einem anderen Element trainiert. Mut und Respekt vor dem Wetter fehlten hier nicht.

Da immer nur kleine Gruppen erlaubt waren, gab es weitere Angebote, um den Kindern ein wenig Normalität zurückzugeben. Zwei Wochen vor den Osterferien wurde das Training ausgesetzt und bis zum Beginn der Sommerferien änderte sich nichts daran, dass Judo mit einem echten Partner nicht gestattet war. Es ging mit einer kleinen Gruppe (8 Judoka incl. Trainer) nach Fehmarn. Dort angekommen probierte man sich im Wellenreiten und badete im Meer, bevor es zum Adventure Golf weiterging. Im Sonnenuntergang aß die Gruppe im Sand Pizza ehe sie, in zweierlei Hinsicht gestärkt, die Heimfahrt antrat.

Nachdem die Kinder schon zwei Wochen zu Hause waren, wagten wir uns ab Mitte der Sommerferien ein erstes Training ohne Abstand mit einem festen Partnern je Trainingswoche auf einer farblich markierten Fläche. Im Anschluss gab es an unterschiedlichen Trainingstagen noch ein vielfältiges, zusätzliches Angebot: Origami-Falten und Chaos-Spiel in der Dämmerung, Erlebnispädagogik mit der Pedalo-Teambox und bei Sommerwetter Balancierübungen, Abwerfspiele und Gleichgewichtskämpfe mit der Schwimmnudel auf einem Balken über zwei Planschbecken.

Training mit Fiebermessen und Co

Nach den Sommerferien folgten ca. sechs Wochen Training mit Fiebermessen, festem Partnern und auf einer fest zugewiesenen Mattenfläche, eben der neuen Normalität bis zum Beginn der Herbstferien entsprechend. Bei den Kleineren, wo farbliche Markierungen keine Barrikaden darstellten, wurden einzelne Matten-Inseln gelegt.

Statt im Sommer mit ca.35 Kindern und 10 Betreuern ins legendäre Zeltlager aufzubrechen, konnte kurzfristig eine Gruppe von 9 Kindern und 3 Betreuern eine Ausfahrt unter Einhaltung sämtlicher Vorschriften realisieren.

Fieber messen am Morgen, Desinfektionsmittel in allen Aggregatzuständen überall bereithalten, Handys unterwegs nicht anfassen, Handys täglich den Trainern zur Desinfektion geben, u.v.m. 

Die Gruppe hat während der vier Tage die Judowerte in allen Facetten nicht nur gelebt, sondern auch erlebt. Disc-Golf spielen mit unterschiedlichen Scheiben, Strandsegeln, Besuch der Phänomenta mit Wachestehen, damit kein Fremder der Gruppe zu nahekommt, Hotdog essen bei der bekanntesten Hotdog-Bude der Welt, Escape-Room, Drachen basteln und steigen lassen und vieles mehr standen auf dem Programm. 

Die zweite Zwangspause

An Halloween, zwei Tage vor der zweiten Zwangspause, gingen die beiden Abteilungsleiterinnen mit dem Vereinsbus auf Tour und verteilten Halloween-Muffins, Süßigkeiten, Trainingstipps für zu Hause und lieferten an ein paar glückliche Kinder Dummys für das Home-Training aus. 

Das Training lief an drei Tagen die Woche für 5 Gruppen zusammengefasst im Livestream. Besonders ist, dass eine neue Anfängergruppe nur ein einziges Mal zuvor in der Halle trainiert hat, nun im Livestream die ersten Grundlagen erlernt und stetigen Zuwachs hat. Zudem wurden Lehrvideos mit dem Dummy für diverse Techniken sowie eine Bastelanleitung für einen eigenen Dummy online bereitgestellt.

Dezember-Specials

Als Belohnung für die rege Teilnahme am Live-Training wurde der bei den Stöckter Trainerinnen beliebte Trainer, Jens Keidel, für jeweils eine Einheit für die Anfänger und Fortgeschrittenen gewonnen. Die Kinder und mitmachenden Eltern waren begeistert! 

Es wurde online ein Vortrag über Japan, Live-Cooking, gemeinsames Weihnachtsbasteln vor der Kamera, Speck-Weg-Workout nach dem Fest sowie ein Workshop live aus Japan organisiert und angeboten.

Außerdem gab es einen interaktiven Adventskalender. Hinter jedem Türchen versteckt sich ein Workout, zusätzlich ein Link zu einem Video, welches an vergangene Aktivitäten erinnert, oder zu einem Keksrezept oder einer Origamianleitung. Und das Beste zum Schluss: Mit einem Feedback für das Judojahr 2020, Wünsche für die Zukunft oder eine Aussage über sein bestes Judoerlebnis konnte man sich für den Gewinn eines Preises, der sich hinter den 24 Türchen versteckt, bewerben und täglich gespannt nachschauen, ob sein Name darinsteht.

Im neuen Jahr werden sicherlich weitere kreative Angebote folgen.