DJB Medientreff – Schwitzen in Kienbaum

Am vergangenen Wochenende fand in Kienbaum der diesjährige DJB-Medientreff statt. Gastreferentin Annett Böhm ist das Leistungszentrum in Brandenburg aus ihrer aktiven Zeit als DJB-Athletin bestens bekannt ist.

10.09.2018 von [Lino Hermanns]

Erinnerungen werden wach

2004 feiert Annett Böhm den größten Erfolg ihrer Karriere. Mit den Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Athen gehört die gebürtige Sächsin endgültig zu den erfolgreichsten deutschen Judoka. Ein Jahr zuvor hatte sie in Osaka bereit einen dritten Platz bei den Weltmeisterschaften erkämpft. 

Grundlage für diese Erfolge waren unter anderem harte und schweißtreibende Trainingseinheiten im altehrwürdigen Leistungszentrum in Kienbaum. Viele unmittelbare Wettkampfvorbereitungen (UWV) hat Annett Böhm hier absolviert und sich auf internationale Top-Wettkämpfe vorbereitet. Der Aufwand hat sich gelohnt. Eine Medaille bei den Olympischen Spielen gehört zu den größten Erfolgen, die ein Leistungssportler erreichen kann. 

Annett Böhm: Nicht mehr auf der Matte, sondern im Seminarraum aktiv

Vierzehn Jahre nach ihrem Triumph in der Athener Ano Lioussia Olympia Halle ist sie nun wieder zu Gast in Kienbaum, jenem Ort wo die Grundlagen für ihre sportlichen Erfolge gelegt wurden. Diesmal jedoch nicht als Athletin auf der Matte, sondern als Referentin beim DJB-Medientreff. Annett Böhm und Sören Starke haben in Rücksprache mit dem Deutschen Judo-Bund (DJB) in Person von Lino Hermanns und Erik Gruhn ein spannendes Programm auf die Beine gestellt. In Kleingruppen musste dabei auch eine Tagesaufgabe bearbeitet werden, bei der so manch ein Teilnehmer ins Schwitzen geriet. Die warmen Temperaturen können dabei auch eine Rolle gespielt haben. 

Storytelling und Fotografie

EJU Medien Direktor Sören Starke wählte zum Einstieg ein Positivbeispiel für gelungenes Storytelling, ehe beide Referenten darauf eingingen, wie man eine spannende Geschichte „erzählen“ kann. Welche Inhalte sind für den Leser interessant? Welche Stilmittel sollten verwendet werden? Welche Zielgruppe wird angesprochen? Diese und viele weitere Fragen wurden beantwortet und gemeinsam mit den Teilnehmern diskutiert. „Es interessieren keine Fakten, sondern die Story, die dahinter steht“ war eine der prägenden Aussagen des Medienwissenschaftlers Starke. Im Rahmen der vorgegebenen Tagesaufgabe wurden Berichte zum diesjährigen Medientreff verfasst. 

Arbeitgruppe "Brandenburg"

Am Nachmittag rückte die Sportfotografie in den Fokus. Sören Starke gewährte einen Einblick in sein Kameraequipment und erläuterte die speziellen Schwierigkeiten der Judo-Fotografie. Zudem wurden beispielsweise Themen wie „Goldener Schnitt“ oder auch „die richtige Kameraeinstellung“ behandelt. Fazit seines Vortrages: Es muss nicht der perfekte Wurf fotografiert werden, um Emotionen zu erzeugen und ein gutes Bild zu erhalten. 

Die erlernten Inhalte wurden im Anschluss direkt in der Praxis angewendet. Wie schon Annett Böhm vierzehn Jahre zuvor, trainiert aktuell auch die Männer-Nationalmannschaft in Kienbaum und bereitet sich auf die anstehende Weltmeisterschaft in Baku vor. Die fotografische Begleitung der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung (UWV) stellte für die Teilnehmer des Medientreffs ein weiteres Highlight dar und die Ergebnisse konnten sich sehen lassen. 

Kampfanalyse am Mattenrand

Nachmittags besuchte DJB-Vizepräsident Dietrich Schneider die Veranstaltung und stellte sich den Fragen der Teilnehmer. Ein Kernthema war die Mitgliederstruktur im DJB und wie dem Trend des Mitgliederrückgangs entgegengewirkt werden kann. 

Im Anschluss wurde die Tagesaufgabe des Seminars ausgewertet. Annett Böhm und Sören Starke hoben die positiven Punkte hervor, gingen aber auch auf die gemachten Fehler ein. Ein wichtiges Feedback für die Teilnehmer, welches beim abendlichen Beisammensein noch einmal vertieft werden konnte. 

Rege Diskussionen 

Der zweite Seminartag stand ganz im Zeichen der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Roman Ronneburger, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht aus Berlin, verschaffte den anwesenden Teilnehmern am Sonntagvormittag einen Überblick und im Laufe des Vortrags entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Im Mittelpunkt standen dabei die Themen Mitgliederdaten, öffentliche und geschlossene Veranstaltungen und Rechte und Pflichten beim Fotografieren. Ergebnis dieser Diskussion war, dass sich Verbände und Vereine mit einem gewissen Aufwand und klaren Strukturen auf die DSGVO einstellen und den Vorgaben gerecht werden können. 

Kienbaum war ein toller Treffpunkt für den DJB-Medientreff. Und ein bisschen Schwitzen gehört hier wohl dazu, sei es als Athlet auf der Matte oder als Medientreff-Teilnehmer im Seminarraum. 

 

Eine Bildergalerie mit den besten Schnappschüssen gibt es hier...