Hilfe und Schutz bei sexuellem Missbrauch

Der Deutsche Judo-Bund (DJB) setzt sich schon seit vielen Jahren mit diesem wichtigen Thema auseinander und hat auf der Verbands-Website Informationen zum Kinderschutz zusammengetragen. Neben der Auflistung wichtiger Anlaufstellen und Bereitstellung von Materialien wurde von der Deutschen Judo-Jugend auch ein Ehrenkodex sowie Verhaltensregeln entwickelt. 

22.11.2019

All diese Inhalte sind unter https://www.judobund.de/jugend/kinderschutz/ abzurufen. Der organisierte Sport trägt eine hohe Verantwortung für das Wohlergehen aller Engagierten und Aktiven. Dazu gehört auch die Motivation sich für den Schutz vor sexualisierter Gewalt einzusetzen. Verbände, Vereine und alle im Sport aktiven Menschen sollten das Ziel haben gemeinsam gegen sexuelle Gewalt zu kämpfen und die Gesellschaft darauf aufmerksam zu machen.

Der DJB unterstützt und befürwortet zudem die Arbeit und den Aufruf der Aufarbeitungskommission des UBSKM (Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs).
Sexueller Missbrauch im Sport soll in Deutschland systematisch aufgearbeitet werden. Die Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch ruft daher Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf, Missbrauchsvergehen beim Sport zu melden. Dieser Bereich sei besonders stark tabuisiert. Es fehle an Wissen, welche Bedingungen und Strukturen dort in der Vergangenheit Missbrauch ermöglicht und begünstigt hätten.

Der DJB setzt sich dafür ein, dass alle Sportverbände und -vereine bei Kindeswohlgefährdung und sexualisierter Gewalt hinschauen. Der Dachverband der deutschen Judoka will für dieses Thema sensibilisieren und unterstützen. Sowohl im Hinblick auf Vereine, die Schutzkonzepte erarbeiten wollen, als auch als Ansprechpartner für Betroffene. Auf der DJB-Website werden die entsprechenden Ansprechpartner genannt und wichtige Informationen im Hinblick auf das Thema „Prävention sexualisierter Gewalt im Judo“ gegeben. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Geschehnisse, ist eine Enttabuisierung dieses Themas extrem wichtig.

Die Aufarbeitungskommission des UBSKM wurde vom Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, einberufen. Sie soll Strukturen aufdecken, die Missbrauch möglich machen. Die Kommission ermögliche es den Opfern, die beim Freizeit-, Breiten- oder Leistungssport sexualisierte Gewalt erlitten hätten, in einem vertraulichen Rahmen zu sprechen.
Als Dachverband wollen und müssen wir Haltung und Verantwortungsbewusstsein zeigen. Der DJB schließt sich der Positionierung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und der Deutschen Sportjugend (DSJ) an und befürwortet eine enge Zusammenarbeit mit der Aufarbeitungskommission.

Sexualisierte Gewalt ist ein gesellschaftliches Problem und auch für den organisierten Sport ein wichtiges Thema. DOSB und dsj sehen den Aufruf als wichtigen Beitrag, damit das noch immer vorhandene Tabu weiter gebrochen wird und Betroffene von sexualisierter Gewalt sich einer unabhängigen Stelle anvertrauen können. Die Geschichten von Betroffenen könnten auch anderen helfen, sich zu öffnen. DOSB und dsj versprechen sich davon auch weitere Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Prävention von sexualisierter Gewalt im Kinder- und Jugendsport, die bei ihnen einen hohen Stellenwert hat. Zudem richten sie ebenso den Blick auf den Kampf gegen sexuelle Belästigung und Gewalt im Erwachsenensport.

Alle Informationen zum Aufruf erhalten Interessierte unter www.aufarbeitungskommission.de/sport oder telefonisch unter 0800 40 300 40 (kostenfrei und anonym). Darüber hinaus sind Betroffene, Zeitzeugen und Angehörige, die von sexuellem Kindesmissbrauch in anderen Bereichen berichten möchten, weiterhin eingeladen, sich bei der Kommission für eine vertrauliche Anhörung anzumelden oder einen schriftlichen Bericht einzureichen. Zudem existiert das Kinder- und Jugendtelefon. Dort können sich Kinder und Jugendliche bei Problemen jeglicher Art anonym und kostenlos melden. Die Nummer lauter 116111.

Die Ansprechpartner beim DJB sind Anika Walldorf (awalldorf(at)judobund.de) und Peter Wiese (p.wiese95(at)gmail.com). 

 

Hier kann zudem folgendes Plakat und Entwürfe anderer Sportarten heruntergeladen werden: