In Fulda gestaltet die Jugend mit

Foto: 1. Fuldaer JC

Nach der Jahrtausendwende wurde in Deutschland der Gedanke von ehrenamtlichen jungem Engagement wieder neu angegriffen. Die Deutsche Sportjugend (dsj) war einer der Vorreiter dieser Bewegung. Schnell breitete sich der Gedanke in der Bundesrepublik aus. Inzwischen gibt es nahezu in jedem Spitzenverband Vereinigungen von jungen Menschen, die das Vereins- und Verbandsleben gestalten und neue, innovative Ideen hervorbringen. 2008 wurde im Deutschen Judo Bund (DJB) ein solches gegründet, welches sich in den letzten Jahren etabliert hat. Der Gedanke hat sich jedoch auch auf Vereinsebene verbreitet.

16.11.2016 von [Karolin Huse]

Der 1. Fuldaer Judo-Club, der stolze 250 Mitglieder aufweisen kann, geht mit gutem Beispiel voran. 2012 entstand die Ursprungsform des heutigen Teams. Aus Gründen der beruflichen Umstrukturierung wurde 2014 ein elfköpfiges neues Team gebildet. Aufnahmekriterien waren unter anderem die Eigenschaften Zuverlässigkeit, Kontaktfreudigkeit und Teamfähigkeit. Aber auch die Leistungsbereitschaft und die Freude am Sport und Verein spielten eine Rolle.

Strukturiert ist diese Vereinigung wie der Vorstand eines Vereins. Es gibt zwei ausgewählte „Teamsprecher“, die für die Kommunikation mit dem Vorstand verantwortlich sind. Das System scheint sehr gut zu funktionieren, zählt doch der Fuldaer Judo-Club zu den aktiveren und erfolgreichen Vereinen in Hessen.

Die Aufgaben des Juniorteams sind vielfältig und mit definierter Struktur verzeichnet. Damit der Vorstand entlastet wird und sich auf andere wichtige Aufgaben konzentrieren kann, nimmt das Team bei Veranstaltungen sämtliche Organisationsmaßnahmen selbst in die Hand. Bei Judo-Freizeiten ist der Vorstand nur anwesend, während sich die Jugend freiwillig um Betreuung, Catering, Dienste und Auf- und Abbau kümmert. Auch die Pressearbeit gehört zu den Aufgaben des Juniorteams. Die Nachwuchsjudoka kümmern sich selbstständig um die Berichterstattung, Bildbearbeitung und die Betreuung der Internetpräsenzen.

Gewünschte Projekte und Aktivitäten werden am Jahresbeginn mit dem Vorstand abgesprochen und danach selbstständig erarbeitet. Auch im sportlichen Bereich dürfen die Jugendlichen viele Aufgaben übernehmen, wie die Trainer- oder Kampfrichtertätigkeit. Hier geht die Ausbildung Hand in Hand mit der Übernahme von Verantwortlichkeit. Die jungen Leute lernen sowohl „harte Kompetenzen“ als auch weiche Faktoren, wie Charakterentwicklung.

Neben ihren eigentlichen Aufgaben werden die Teamleiter auch gleichzeitig in repräsentative Aufgaben im Vorstand eingebunden, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie arbeitsintensiv es ist, einen Verein zu finanzieren und zu organisieren. Dazu gehören neben Schulungen im Bereich des Datenschutzes auch Veranstaltungen vom Hessischen Judoverband, der dsj, dem DOSB sowie der Besuch von Finanzämtern.  

Kassenwartin Heike Thiel ist besonders stolz auf den Zusammenhalt im Team und dessen Einsatzbereitschaft. „Es beruhigt ungemein, dass wir durch die Initiative des Juniorteams die Zukunft unseres Vereins sichern können. Es macht großen Spaß, mit den Jugendlichen zusammen zu arbeiten, da wir immer auf sie zählen können.“ Doch nicht nur das Engagement im eigenen Verein zeichnet den Club aus. Mike Thiel, Trainer im Fuldaer JC, besetzt das Amt des Breitensportreferenten und gehört zum erweiterten Vorstand des hessischen Judoverbandes. Außerdem gehören zum neu gebildeten Hessischen Juniorteam auch bereits vier Mitglieder aus Fulda.

Karolin Huse ist Mitglied des DJB Juniorteams. Die Leipzigerin recherchierte diesen Bericht und arbeitete dazu mit verschiedenen Vertretern des 1. Fuldaer Judo-Clubs zusammen. Sie unterstützt die Öffentlichkeitsarbeit des DJB als Teil des Jugend-Medienteams. Themenvorschläge sammelt der stellvertretende Bundesjugendleiter Fabian May.