Internationales Trainingscamp in Sao Paulo

Claudiu Pusa
Die Männer- und Frauen-Nationalmannschaften beim ITC in Sao Paulo

Die Männer- und Frauen-Nationalmannschaften sind derzeit in Sao Paulo zum Internationalen Trainingscamp und bereiten sich auf die weiteren internationalen Wettkämpfe vor.

16.05.2022 von [Birgit Arendt]

Männer-Bundestrainer Pedro Guedes ist bereits vor den Europameisterschaften mit dem ersten Teil der Nationalmannschaft nach Brasilien aufgebrochen, Frauen-Bundestrainer Claudiu Pusa und U23-Bundestrainer Daniel Gürschner folgten unmittelbar nach den Europameisterschaften direkt von Sofia nach Sao Paulo mit dem zweiten Teil der Mannschaft.

Am Rand von Sao Paulo, ab vom Großstadttrubel, trainieren die deutschen Athleten und Athletinnen mit weiteren sechs Nationen in einem Sportressort, das gute Bedingungen für den Leistungssport bietet. Eine große Judohalle mit drei Tatamis, Krafträume innen und sogar draußen, Tennisplätze, Schwimmbad, Sauna, Dampfbad und Warmbecken für die Regeneration – das Ressort bietet beste Bedingungen für die Athleten aus Deutschland, Brasilien und weiteren Nationen. „Es ist hier sehr ruhig, getrennt von der Stadt und wir können richtig Gas geben“, beschreibt Claudiu Pusa die Situation vor Ort.

Pauline Starke, die unmittelbar von Sofia aus ins Camp kam, berichtet, dass die Stimmung richtig cool ist und die Brasilianer gut drauf sind. „Wir machen jeden Tag Randori, haben viele Partner, die teilweise auch aus anderen Nationen kommen, wie z.B. aus Chile, Ecuador, der Ukraine, Spanien und bei den Männern auch aus Frankreich.“

Auch Nadja Bazynski ist begeistert von den Trainingsmöglichkeiten. „Man merkt einfach, dass das Tempo anders ist. Die Brasilianer haben ein anderes Bewegungsgefühl. Und durch die lange Corona-Pause hatten wir ewig nicht mehr solche Kontakte.“ Am Camp nehmen 60-80 Frauen aus den Top-Clubs von Sao Paulo und weiteren Clubs aus dem Umland sowie die internationalen Judoka teil. Dabei sind jüngere Athletinnen, die sehr motiviert sind und Druck machen, aber auch erfahrenere, die stärker sind, eine gute Mischung. „Es ist schön, auch einmal andere Judo-Einflüsse zu spüren, sich anzupassen und zu messen“, sagt Nadja Bazynski. „Da sie sich gut bewegen, kann man auch mit schwereren und auch leichteren Athletinnen trainieren. Wir haben hier eine sehr gute und starke Trainingsgruppe.“

„Ich bin hier sehr zufrieden, es ist alles sehr sympathisch und auf Leistung ausgerichtet. Die Mädels machen einen guten Job und werden von Tag zu Tag stärker“, resümiert Bundestrainer Pusa und schiebt noch nach: "Das alles ist hier kein Ponyhof."

Auch die Männer absolvierten ihr erstes Internationale Trainingscamp nach Corona. Bundestrainer Pedro Guedes ist gemeinsam mit Daniel Gürschner als Trainer vor Ort sehr zufrieden. "Die Sportler haben sehr gut gearbeitet. Es war eine gute Erfahrung für die Sportler und der Teamgeist in der Mannschaft war toll. Sie haben alle gut zusammengehalten", sagt Pedro Guedes. Auch bei den Männern sind die Athleten, die die EM gekämpft haben, mit Trainer Daniel Gürschner direkt von Sofia nach Sao Paulo gereist. "Es war eine wichtige Erfahrung und eine wichtige Trainingszeit in Richtung der Weltmeisterschaften im Oktober."

Neben dem harten Training sind auch Regenerationstage angesetzt, an denen es für die Mannschaften ein Barbecue gibt und auch mal Sightseeing oder Shopping angesagt sind.