Juniorteam-Spotlight: Das Allroundtalent aus Hannover

Klaus Mueller

Deutschlandweit bekannt wurde das Nachwuchstalent lange bevor ihrem sportlichen Durchbruch. 2013 erlangte sie nach dem Gewinn im TV Duell „Klein gegen Groß“ mediale Aufmerksamkeit, als sie den Olympiadritten Dimitri Peters im Judohangeln besiegte. Dass sich Anna Monta Olek auch in ihrer Altersklasse beweisen kann, demonstrierte sie sie in jüngster Vergangenheit eindrucksvoll.

21.05.2018 von [Karolin Huse]

Verein: Judo-Team Hannover
Landesverband: Niedersachsen
Gewichtsklasse: -70 kg
Jahrgang: 2002
Beruf: Schüler
Größter Erfolg: 1. Platz Internationaler Thüringenpokal 2018

 

2017, in Annas erstem Kadettenjahr, sammelte sie erste Erfahrungen und platzierte sich bei internationalen Turnieren in Sankt Gallen, Holzwickede und Bremen. In Gyor verpasste sie mit Platz fünf nur knapp das Europacup-Podest. Für eine Platzierung auf dieser Ebene reichte es bis jetzt noch nicht, doch seit Jahresbeginn macht Anna ihren Konkurrentinnen sichtlich das Leben schwer.
Raffaela Igl, die seit Monaten die Weltrangliste bis -70 Kilogramm anführt, biss sich zweimal die Zähne an dem aufstrebenden Youngster aus. Bei den Deutschen Meisterschaften der U18 in Herne besiegte Anna Raffaela im Halbfinale und holte nach Bronze im Vorjahr nun Silber. In Bad Blankenburg wiederholte sie ihren Triumph im Finale des Internationalen Thüringenpokals. Auch dort zog Raffaela den Kürzeren und musste Anna den Vortritt zu ihrem bis jetzt bedeutendstem Erfolg lassen. Zwei fünfte Plätze bei den Europacups in Follonica und Berlin rundeten die Qualifikationssaison ab.

„Eine Qualifikation zu der Europameisterschaft war seitens meiner Trainer in diesem Jahr nicht geplant“, sagt die Schülerin des Sportgymnasiums Hannover und verweist auf die starke nationale Konkurrenz. Raffaela Igl und Cheyenne Schneider, beide im Endjahrgang der U18, dürfen sich über die Qualifikation zur Europameisterschaft freuen, Anna ist immerhin Nachrückerin. Etwas traurig ist die Zehntklässlerin über die verpasste Chance, doch weiß sie: „2019 wird mein Jahr!“  
Am Olympiastützpunkt Hannover werden ihr die optimalen Bedingungen für ihre ambitionierten Ziele geboten. Zudem kann sich die Kämpferin im 70-Kilo-Limit einiges von Giovanna Scoccimarro abschauen, in der Anna eine hervorragende Trainingspartnerin und Freundin gefunden hat.

Langfristig peilt die Niedersächsin jedoch an, in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten. Als aktiver Judoka nahm er an den Olympischen Spielen 1992 und 1996 teil, jetzt trainiert er seine ehrgeizige Tochter. Auch Annas Mutter kann als Wasserballspielerin in der Nationalmannschaft auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken. Es ist also kein Wunder, wie Anna zu ihrem Sporttalent kam. Bevor sie Judo leistungssportlich betrieb, standen Turniere im Triathlon und im Schwimmen an. Auch auf dem Surfbrett macht die 15-jährige keine schlechte Figur. 


2013 wurde das Allroundtalent auf eine Spendensammlung für krebskranke Kinder aufmerksam. Mit einer zündenden Idee sammelte Anna in den kommenden zwei Jahren tausende Euros, die dem „Verein für krebskranke Kinder“ in Hannover zugute kam. Dafür bastelte sie kleine Glücksperlen aus Ton (??), die die engagierte Ehrenamtliche auf vielen verschiedenen Festen und Anlässen verkaufte. 

Wir wünschen Anna auf der Matte sowie im Ehrenamt alles Gute!

Das "Juniorteam-Spotlight" ist ein Format, das vom DJB Juniorteam ins Leben gerufen wurde. Junge, erfolgreiche Athleten sollen jeden Dienstag vorgestellt werden. Die jungen Engagierten arbeiten dazu mit der Bundesjugendleitung und den "Helden von Morgen" zusammen, um ihre Bekanntheit zu steigern. Vorschläge und Wünsche können auf der Facebookseite des DJB Juniorteams geäußert werden oder per direkt per Mail beim Jugendmedienteam des DJB unter jungemedien(at)judobund.de.