Juniorteam-Spotlight: Der Münchner Herzensmensch

Klaus Müller

Der gebürtige Kieler ist mit seinen 1,78 Meter nicht der Größte, im Sport steht er den ganz Großen allerdings um nicht viel nach. Spätestens seit seinem zweiten Platz bei der Europameisterschaft 2017 zählt er selbst zu den Athleten, die um einen Startplatz für die Olympischen Spiele in Tokio kämpfen. Nur wenige Deutsche könnten Dominic Ressel den Startplatz streitig machen.

14.03.2018 von [Karolin Huse]

Verein: TSV Kronshagen 
Landesverband: LV Schleswig-Holstein
Gewichtsklasse: -81 kg
Jahrgang: 1993
Beruf: Bundespolizist
Größter Erfolg: Vize-Europameister -81 kg 2017

Den elften Platz in der Weltrangliste (Stand: 12.03.18) hat der fünffache Deutsche Meister im Moment inne. Damit ist er zurzeit der beste Deutsche in dieser Gewichtsklasse, er liegt sogar noch vor Weltmeister Alexander Wieczerzak. Außer Wieczerzak könnte ihm perspektivisch nur noch Tim Gramkow den Platz streitig machen. „Tim ist zwar noch recht jung, aber er bringt frischen Wind in die Gewichtsklasse“, spekuliert Dominic, der am vergangenen Wochenende in Marokko knapp am Grand Prix Podest vorbeigerutscht ist. Er scheiterte im Kampf um Platz drei an dem WM Dritten von 2017, Khalmurzaev (Russland).

Dennoch ist die gute Form erkennbar, in der sich der angehende Bundespolizist befindet. Nach seinem dritten Deutschen Meistertitel in Folge holte der 24-jährige Bronze bei den European Open in Oberwart und beim Heim Grand Slam in Düsseldorf. „Beim ersten deutschen Grand Slam eine Medaille zu holen ist etwas Besonderes“, blickt Dominic zurück, dessen auffällige Geste nach dem Sieg im kleinen Finale auf zahlreichen Fotos festgehalten wurde. „Das stellt ein Herz dar. Es ist für meine Familie und Freunde, die extra angereist sind, um mich zu unterstützen. Das bekommt man auch nur vor heimischer Kulisse zu sehen“, verrät der Wahlmünchner, der für den Sport weit weg von seiner Familie gezogen ist. Vor fünf Jahren hat er den Sprung von Kiel nach München gewagt, aufgrund der Trainingsrichtlinien für Nationalkaderathleten. Dort wohnt der stets gut gelaunte Athlet in einer Judo-WG, zusammen mit Dario Kurbjeweit-Garcia und Maxim Shitov.

Ein Leben ohne den Sport ist für den Vollblutjudoka nicht mehr vorstellbar. „Ob ich manchmal das Gefühl hatte, dass ich durch den Sport etwas verpasse? Na klar, vor allem in den jüngeren Jahren. Party machen und Spitzenleistungen erbringen lassen sich nicht gut vereinbaren. Doch egal, wie viel ich für den Erfolg geopfert habe, Judo gibt es mir doppelt und dreifach zurück“, erklärt der aus einer Judofamilie stammende Sportler. Besonders bedeutend sind für ihn der Vize-Europameistertitel aus dem vergangenen Jahr und die Silbermedaille vom Grand Slam in Tokio 2016.

Seine Ziele sind in Hinblick auf den Beginn der Olympiaqualifikationsphase einfach formuliert. In erster Linie will Dominic den Weltmeister einholen. Nach dem jetzigen Stand hat er dieses Ziel bereits erreicht, aber ein oder zwei Turniere können die Lage erheblich ändern. Doch bei einem guten Auftreten bei der anstehenden Europameisterschaft könnte der Vorsprung ausgebaut und die Führung gesichert werden. Und wenn dazu die Verletzungen ausbleiben, dann fehlt nicht mehr viel zum großen Ziel: eine Medaille bei den Olympischen Spielen in Tokio 2020.

Wir wünschen ihm auf diesem Weg viel Erfolg und das nötige Quäntchen Glück!

Das "Juniorteam-Spotlight" ist ein Format, das vom DJB Juniorteam ins Leben gerufen wurde. Junge, erfolgreiche Athleten sollen jeden Dienstag vorgestellt werden. Die jungen Engagierten arbeiten dazu mit der Bundesjugendleitung und den "Helden von Morgen" zusammen, um ihre Bekanntheit zu steigern. Vorschläge und Wünsche können auf der Facebookseite des DJB Juniorteams geäußert werden oder per direkt per Mail beim Jugendmedienteam des DJB unter jungemedien(at)judobund.de.