Juniorteam-Spotlight: Mit Links, Leichtigkeit und Snickers

Klaus Mueller

Endlich ist der Knoten geplatzt! Nach zahlreichen nationalen Erfolgen war der internationale Durchbruch nicht mehr weit entfernt. 2017 bestätigte Friederike Stolze in Gyor, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Gleichzeitig bewies sie, dass Sachsen-Anhalt nicht nur die Athletinnen Luise Mahlzahn und Teresa Zenker als Aushängeschilder inne hat.

08.05.2018 von [Karolin Huse]

Verein: SV Halle
Landesverband: LV Sachsen-Anhalt
Gewichtsklasse: -63 kg
Jahrgang: 2001
Beruf: Schüler
Größter Erfolg: 1. Platz Internationaler Thüringenpokal 2018

 

Der Europacup in Gyor gehörte nicht zu den Nominierungsturnieren des Deutschen Judo-Bundes (DJB), somit fiel auch der Druck, der auf Friederike wirkte, geringer aus. Die Sportschülerin aus Halle kämpfte locker und befreit. Das Ziel war Bronze, doch es wurde mehr. Den Dank für die richtige mentale Einstellung nahm Friederike am Ende des Wettkampftages in Form der Deutschen Nationalhymne wahr. Der Sieg war sogleich die erste Europacupplatzierung für die Zehntklässlerin. Zuvor wurde sie bereits siebte beim Top Europacup in Berlin, sowie dritte beim Bundessichtungsturnier in Berlin. Die Erfolge im letzten Jahr sind die Früchte einer intensiven Trainingsphase. Auch ein internationales Trainingslager mit der U18-Nationalmannschaft in Japan trug zur Erfolgsbilanz bei.

 „Seit meinem Europacupsieg bin ich so motiviert, wie nie zuvor. Das Ziel hatte ich klar vor Augen: die Nominierung für die Europameisterschaft in Sarajevo.“ Vor zwei Wochen hatte das Warten ein Ende. Ein Anruf von Bundestrainerin Lena Göldi löste einen Jubelschrei bei der Weltranglistenelften (Stand: 30.04.2018) aus. Einer der zwei Nominierungsplätze wurde Friederike zugesprochen. Die vierte der Weltrangliste, Dewi de Vries, wird gemeinsam mit der Hallenserin die Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm aufmischen. 

Vier deutsche Nachwuchstalente gingen um den Kampf um die Nominierungsplätze an den Start. Friederike bewies bereits bei den nationalen Meisterschaften ihre Ambitionen, als sie in den Altersklassen U18 und U21 Bronzemedaillen errang. Kurze Zeit darauf übertraf die 16-jährige sich in Bad Blankenburg selbst. Bei einem der prestigeträchtigsten Turniere der Jugend in Europa setzte sie sich in einem starken Teilnehmerfeld durch. Ihrem Trainer Stephan Fröhlich bescherte sie damit eine besondere Freude. Denn auch Friederikes Freundin und Vereinskameradin Teresa Zenker holte an diesem Tag Gold.

 Beim Europacup setzte ihr die Favoritenrolle besonders zu. „Durch meine Nervosität und Anspannung schied ich früh aus“, bedauert Friederike, die ausgerechnet an diesem Tag ihren blauen Wärmemantel nicht dabei hatte. Der begleitet die Linkskämpferin auf jedem Wettkampf und dient als Talisman. Auch das obligatorische Snickers ist immer in der Wettkampftasche zu finden. Im tschechischen Teplice waren beide Glücksbringer wieder im Gepäck. Mit Bronze sicherte sich Friederike dort letztendlich das Ticket für ihren ersten Einsatz bei kontinentalen Meisterschaften. 

Das sportliche Talent wurde der Mitteldeutschen quasi in die Wiege gelegt. Friederike wuchs in einer Sportfamilie auf. Ihr Vater ist ein ehemaliger Leistungsschwimmer, die Mutter war Läuferin.
Der Sportgeist spiegelt sich maßgeblich in Friederikes Charakter wider. Die Linkskämpferin gewinnt nicht gern „dreckig“. Selbst wenn sie gewinnen will, geht die Athletin stets respektvoll mit ihren Konkurrentinnen um. Sich selbst zufrieden zu stellen, motiviert den Youngster während des Trainings am meisten, denn Friederike will stets das Beste aus sich herausholen.

Wir wünschen ihr für die anstehende Europameisterschaft und den weiteren Weg den bestmöglichen Erfolg!

Das "Juniorteam-Spotlight" ist ein Format, das vom DJB Juniorteam ins Leben gerufen wurde. Junge, erfolgreiche Athleten sollen jeden Dienstag vorgestellt werden. Die jungen Engagierten arbeiten dazu mit der Bundesjugendleitung und den "Helden von Morgen" zusammen, um ihre Bekanntheit zu steigern. Vorschläge und Wünsche können auf der Facebookseite des DJB Juniorteams geäußert werden oder per direkt per Mail beim Jugendmedienteam des DJB unter jungemedien(at)judobund.de.