Kata-EM: Drei Titel für DJB-Judokas in Malta

Was für ein Paukenschlag bei den Kata-Europameisterschaften in Pembroke für das deutsche Kata-Team: Mit dreimal Gold, einmal Silber und Bronze kehrt die Mannschaft nach ihrer bisher erfolgreichsten EM die Heimreise an.

09.05.2017 von [Sebastian Frey]

Der Samstag stand ganz im Zeichen „Europameister“. Den Grundstein für das erfolgreiche Wochenende legten Jörn Stermann-Sinsilewski und Volker Degenhart (NW) in der Kime no kata. Mussten sich beide in den zurückliegenden Jahren immer knapp geschlagen geben und mit dem undankbaren vierten Platz begnügen, gelang ihnen dieses Jahr der große Wurf. Als letztes Paar in ihrer Altersklasse startend, lieferten beide eine explosive Kata mit dem Willen der Entschlossenheit Gold zu holen. Sie schenkten sich nichts und gingen bei jeder der 22 Techniken voll auf Angriff. Dies honorierten die Wertungsrichter mit der Höchstpunktzahl in ihrer Altersklasse und ihrem ersten EM-Titel. Am Sonntag legten sie in den Open noch einmal mit Bronze nach.

Die Titel zwei und drei für das DJB-Team gingen an Ulla Loosen und Wolfgang Dax-Romswinkel (NW) in der Ju no kata. Trotz des unbeliebten Startplatzes eins am Samstag demonstrierten beide gleich zu Beginn, wie hoch die Messlatte liegt, die es für die weiteren Teams zu überschreiten galt. Mit 439 Punkten und deutlichem Abstand verwiesen die Routiniers ihre europäische Konkurrenz auf die Folgeplätze und sicherten sich ihren sechsten Titelgewinn seit 2012 in Folge. Das gleiche Kunststück wiederholten sie am Sonntag im Open-Wettbewerb in beeindruckender Weise und wurden verdient Doppel-Europameister.

Auch der Wettbewerb des Randori no kata-Cups, den ersten drei Gruppen der Nage no kata, welcher als Nachwuchswettbewerb Einfluss in die EM findet, stand ganz im Zeichen der DJB-Athleten.

Die Nachwuchs-Teams Andreas Ber/Johannes Eidinger (SH), Christina Ruschitzka/Aurelia Nouvel (NW) sowie Immo Schmidt mit Bruder Hendrik (HE) gingen hochmotiviert in den Wettbewerb. Trotz des jungen Alters konnten alle drei Teams überzeugen. Am besten gelang dies den beiden Newcomer-Teams Ber/Eidinger sowie Ruschitzka/Louvel. Je punktgleich mit den jeweils Pool-Zweiten qualifizierten sie sich für das Sechser-Finale am Sonntag. Etwas Pech hingegen hatte das hessichen Duo Immo und Hendrik. Beim Kata-guruma unterlief ihn eine kleine Unachtsamkeit, welche ihnen die Finalteilnahme kostete. Neben Deutschland komplettierte Frankreich mit allen vier (!) angetretenen Paaren das Finale des Nachwuchswettbewerbs. Eine Medaille war nun das erklärte Ziel. DJB-Coach Sebastian Frey gab noch einmal kleine Hilfestellungen und Tipps. Und es sollte klapppen, Andreas und Johannes setzten die Korrekturhinweise um und boten eine Kata nach Maß. Punktgleich (261 Punkte) mit den Erstplatzierten Franzosen landeten sie aufgrund der schlechteren Unterbewertung auf Platz zwei und sicherten sich Silber. Was für eine tolle Leistung!

Aber auch Christina und Aurelia zeigten, dass sie sich steigern können und die ihnen gegebenen Hinweise umgesetzt haben. Abschließend belegten sie mit 255 Punkten den undankbaren vierten Platz.

In der Kodokan Goshin jutsu vertraten Astrid Machulik mit Uke Marcus Nietner (BE) und Thomas Hofmann mit Daniel Koliander (PF) das deutsche Team. Nach ihren zurückliegenden Leistungen mit Bronze beim EJU-Turnier in Pordenone und sehr guten Platzierungen in Brüssel rechneten sich die Teams Chancen auf einen Podestplatz aus. Im leistungsmäßig stärksten Feld der EM belegten die beiden Berliner letztlich Platz fünf vor Hofmann/Koliander, welche mit neun Punkten Abstand auf Platz sechs folgten. Beide Teams verpassten um sechs bzw. 15 Punkte knapp die
Medaillenränge.

Wolfgang Fanderl und Heike Betz (BY/WÜ) zeigten in der Ju no kata, dass sich stetiger Trainingsfleiß auszahlt. Mit Platz sechs und engem Abstand zu den Medaillengewinnern ein persönlicher Erfolg für die Tübinger.

Michael Zapf und Lukas Stenzel (BB) konnten sich in ihrem ersten Jahr im Wettbewerb der Nage no kata nach den sehr guten Platzierungen in der Randori no kata in den Vorjahren mit Rang sechs im Mittelfeld einreihen.

Sarina und Jochen Müller (HE) in der Kime no kata unterlief indes ein kleiner Wackler nach Ke age, welcher doch mehr Abzüge nach sich zog als zunächst gedacht. Dennoch sind sich beide ihrer aufsteigenden Leistung bewusst, auch wenn die diesjährige Platzierung dies noch nicht widerspiegelt.

Ebenso erging es Christopher Scharf und Sandra Büchler (SH) in der Katame no kata. Beide konnten aufgrund einer Knieverletzung noch nicht ganz an ihre gewohnten Stärken anknüpfen und verpassten genauso wie Godula Thiemann und Jennifer Goldschmidt (NW) die Podiumsplätze.

Mit dreimal Gold sowie je einmal Silber und Bronze rangiert das DJB-Team mit seinem bisher besten Ergebnis im abschließenden Nationenranking hinter Italien (2) und Frankreich (1) auf Platz drei.

Als Wertungsrichter waren Birgit Andruhn, Magnus Jezussek und Stefan Bernreuther in den Vorrunden sowie aufgrund ihrer sehr guten Leistungen als Headjudges in den Finals im Einsatz.


Fotos: EJU
Teamfoto: Wolfgang Fanderl