Kata: Weltmeistertitel erfolgreich verteidigt

Foto: IJF-Kata-Kommission/Angelica Tarabelli

Dass eine WM auch für die beiden Routiniers Wolfgang Dax-Romswinkel und Ulla Loosen trotz ihrer bisherigen drei WM-Titel keine Selbstverständlichkeit ist, wissen die beiden nur allzu genau. Denn sie setzen international die Maßstäbe in der Ju no kata und sind damit die „Gejagten“.

06.09.2019 von [Sebastian Frey]

Umso akribischer setzen sich die beiden vor und nach jeder Meisterschaft mit ihrer Kata auseinander, um diese noch weiter zu optimieren. Dies ist jedoch nur ein Schlüssel ihres Erfolgs. Was beide in den letzten Jahren perfektioniert haben, ist die Ausstrahlung einer inneren Ruhe und Gelassenheit in ihren Kata-Demonstration.

Dass beide gewillt waren, ihren Titel zu vereidigen, daran ließen sie zu keinem Zeitpunkt Zweifel aufkommen. Mit Startnummer zwei in ihrem Pool galt es daher gleich zu Beginn der Meisterschaft, ein Signal an die internationale Konkurrenz zu senden. Mit der höchsten Punktzahl der Vorrunde zog das Duo souverän in die Finalrunde ein. Als Erste im Finale startend gelang es ihnen nicht nur, die Wertungsrichter mit ihrer Kata-Demonstration einzufangen und zu überzeugen, auch das Publikum folgte gespannt und erwartungsvoll ihrer Kata. Mit unglaublichen 442,5 Punkten sicherten sich die beiden NRWler erneut die Goldmedaille und wurden zum vierten Mal Weltmeister in der Ju no kata – was für eine Leistung.

Aber auch die weiteren DJB-Teams konnten sich bei der WM sehr gut präsentieren und in Szene setzen. Astrid Machulik und Marcus Nietner konnten in der Kodokan Goshin jutsu überzeugen. In der Vorrunde noch etwas verhalten agierend, wurden sie von den Judges auf Platz drei ihres Pools gewertet, was für die beiden Berliner die erhoffte Finalrunde bedeutete. Nun galt es, sich auf das Finale zu fokussieren und die letzten Hinweise und Korrekturen optimal umzusetzen, und dies sollte ihnen gelingen. Beide demonstrierten eine in Ausdruck und Dynamik sowie im Wechselspiel von Angriff und Verteidigung sehr gute Kata. Letztendlich belohnten sich beide am Ende eines langen Wettkamptages mit Platz fünf der WM und zeigten sich sehr zufrieden mit ihrer Leistung, war der Abstand zu den Medaillenplätzen mit nur 6,5 Punkten doch hauchdünn.

Pech hingegen hatte Jennifer Goldschmidt mit Uke Sebastian Bergmann in ihrem stark besetzten Pool der Kodokan Goshin jutsu. Eine Unkonzentriertheit zum Ende der Kata kostete leider wichtige Punkte und einen erhofften Finaleinzug. Nach dem erst zum Anfang des Jahres erfolgten Rollentausch können die beiden NRWler ihre Kata sicherlich noch weiter festigen und optimieren.

Die beiden Pulheimer Miriam Sikora und Christian Steinert konnten sich bei ihrer ersten WM-Teilnahme sehr gut in Szene setzen und schlossen nahtlos an ihre Leistung bei der EM auf Gran Canaria an. Mit Platz vier in der Vorrunde und nur 3,5 Punkten Abstand zum Drittplatzierten zeigten beide, dass zukünftig auch international mit ihnen zu rechnen sein wird.

Yusuf Arslan und Sergio Sessini fehlte nach eigener Einschätzung in ihrer Nage no kata der notwendige Pepp für eine mögliche Finalteilnahme. Der Einzug in die Runde der letzten Sechs wäre für die Routiniers durchaus möglich gewesen, denn die beiden konnten in zurückliegenden Meisterschaften ihre komplette Pool-Konkurrenz bereits das eine oder andere Mal hinter sich lassen – umso ärgerlicher für die beiden, dass es an diesem Tag nicht gereicht hat.

Michael und Mathias Zapf konnten bei ihrer ersten WM-Teilnahme noch nicht in die gewünschten Punktränge vorstoßen, dennoch wächst der Ehrgeiz, weiter an sich zu arbeiten und sich kontinuierlich zu entwickeln.