Olympische Spiele um ein Jahr verschoben

Aus 2020 wird nun 2021...

Die Olympischen Spiele in Tokio (ursprünglich 24.07.-09.08.2020) werden nach Ausbruch der neuartigen Atemwegserkrankung COVID-19 und den damit einhergehenden weltweiten Schutz-Maßnahmen um ein Jahr verschoben. Das Datum ist noch nicht bekannt.

24.03.2020

Olympia im Mutterland des Judosports

Japan ist die Geburtsstätte des Judosports. Der „sanfte Weg“ wurde von Kanō Jigorō in Tokio begründet und die Wettkämpfe hätten in diesem Jahr im altehrwürdigen Nippon Budokan stattfinden sollen. Gebaut für die Olympischen Spiele 1964 in Tokio, ist die Wettkampfhalle noch heute ein magischer Ort für jeden Judoka.

Die Olympischen Spiele in Japan sind für jeden Judoka aufgrund der Geschichte ihres Sports etwas ganz Besonderes. Die deutschen Athleten haben sich viele Monate intensiv auf dieses Sportereignis vorbereiten, bei internationalen Wettkämpfen um wichtige Punkte gekämpft und sich mit der nationalen Konkurrenz um die begehrten Startplätze duelliert. Nun ist das Ziel vor Augen zunächst einmal verschwunden.

DJB-Sportdirektor Ruben Goebel findet es jedoch „sehr begrüßenswert, dass die Entscheidung seitens des IOC und dem Gastgeberland Japan nun so schnell getroffen wurde.“ Eine vierwöchige Entscheidungsphase wäre für alle Sportverbände extrem schwer zu Händeln gewesen. „Nun herrscht zumindest in dieser einen von weiteren 1000 Fragen Klarheit. Jetzt müssen wir weitere Informationen von IOC und IJF abwarten, um einen grundlegend neuen Fahrplan für die Spiele 2021 aufzubauen.“ so Goebel. 

Dabei stößt der Deutsche Judo-Bund (DJB) auf viele weitere ungeklärte Frage hinsichtlich der Qualifikation für die Sommerspiele 2021 oder der  Sportförderplätze.

Ruben Goebel spricht von „hohen Anforderungen an die Trainer und das gesamte Team. Wir werden nun erneut individuelle Pläne aufstellen, die das höchste Maß an Flexibilität gewährleisten, um uns quasi täglich an neue Informationen anpassen zu können. Auch das BMI als wichtigster Sponsor gesteht uns diese Flexibilität in der Planung und Durchführung der Maßnahmen zu.“

Keine leichte Situation für den Verband, die Sportler und den gesamten Trainerstab. Die Verlegung der Olympischen Spiele trifft die deutsche Judo-Nationalmannschaft und alle Sportarten weltweit ins Mark. Die Gründe der Verlegung sind zum aktuellen Zeitpunkt aber absolut nachvollziehbar. 

Druck auf IOC nahm zu

Nachdem das internationale Olympische Komitee (IOC) vorgestern noch eine vierwöchige Entscheidungsphase bezüglich der Durchführung der Olympischen Spiele in Tokio bekanntgegeben hatte, ist nun einen Tag später klar, dass die größte Sportveranstaltung der Welt auf das Jahr 2021 verschoben. 

Bereits seit einigen Tagen nahm der Druck auf das IOC und das Gastgeberland Japan deutlich zu und eine Verlegung der Spiele wurde von vielen Seiten gefordert. Mit der offiziellen Absage des kanadischen und australischen Olympia-Komitees sowie vielen weiteren Befürwortern aus Sport und Wissenschaft, wurde der Druck letztendlich zu groß. Die kaum vorhersehbare Entwicklung der Corona-Pandemie lässt keine Chancengleichheit in der sportlichen Vorbereitung zu und die Gefahren vor Ort wären kaum zu kalkulieren.

Ministerpräsident Shinzo Abe gibt Entscheidung bekannt

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe hat nun bekanntgegeben, dass die Olympischen Sommerspiele in Japan erst 2021 stattfinden werden. IOC-Präsident Thomas Bach stimmte dem Vorschlag nach einer Telefonkonferenz zu. Damit kommt es zur ersten Verschiebung der Sommerspiele in Friedenszeiten. Ein historischer Moment in der Sportgeschichte.

Der späteste Termin für die Durchführung der Olympischen Spiele soll der Sommer 2021 sein.