Samira Bock gewinnt WM-Bronze

Samira Bock
Sarah Mehlau und Samira Bock

Zur Junioren-WM gewinnt Samira Bock Bronze, Sarah Mehlau wird Fünfte und Tom Droste Siebter.

13.08.2022 von [Birgit Arendt]

Samira Bock (TSV Großhadern, BY) begann ihren Wettkampf mit zwei Festhalte-Siegen. Zunächst gegen Nika Koren aus Slowenien nach reichlich einer Minute, dann gegen die Kubanerin Idelannis Gomez Feria nach reichlich drei Minuten. Im Halbfinale wurde sie jedoch durch die Spanierin Ai Tsunoda Roustant gestoppt und verlor nach zwei Minuten den Kampf. Im Kleinen Finale traf sie dann auf die vorjährige Junioren-WM-Dritte und U21-Europameisterin von 2020, Katarzyna Sobierajska aus Polen. In einem sehr ausgeglichenen Kampf gelang Samira Bock nach drei Minuten der entscheidende Ippon und sie gewinnt damit WM-Bronze. „Ich kann es noch gar nicht glauben und habe mich so gefreut“, sagt die WM-Dritte nach ihrem Wettkampf. „Es ist für mich der bisher größte Erfolg, den ich jemals hatte. Ich hab die ganze Zeit geweint und gelacht“, beschreibt sie die Achterbahn ihrer Gefühle.

In der gleichen Gewichtsklasse bis 70 kg stand auch Sarah Mehlau (SV Winnenden, WÜ) im Kleinen Finale. Sie begann gegen die Chilenin Jade Ulloa mit einem schnellen Sieg. Nach 34 Sekunden erhielt sie Ippon für einen Armhebel. Auch im zweiten Kampf gegen die Bulgarin Lidia Brancheva siegte sie am Boden. Nach einer Waza-ari-Wertung setzte sie am Boden nach und gewann nach drei Minuten mit einer Haltetechnik. Im Poolfinale gegen Isabella Garriga aus den USA siegte sie nach weniger als zwei Minuten mit Ippon und stand damit im Halbfinale. Aber auch bei ihr endete der Traum vom Finale. Die Türkin Fidau Ogel gewann mit zwei Waza-ari-Wertungen.  Im Kleinen Finale stand sie der Kubanerin Idelannis Gomez Feria gegenüber. Dieser Kampf sollte sehr kräftezehrend werden. Nach 90 Sekunden Kampfzeit punktete unsere Judoka zwar mit Waza-ari, die Kubanerin egalisierte jedoch 13 Sekunden vor Ende der Kampfzeit. In einer sehr unübersichtlichen Kampfsituation ließ die Kampfrichterin überraschenderweise sogar noch eine Festhalte der Kubanerin zu, sodass mit der letzten Sekunde Ippon gegeben wurde. Diese Situation wurde jedoch aufgelöst und durch das Kampfgericht revidiert, sodass es ins Golden Score ging. In einem weiterhin ausgesprochen ausgeglichenen Kampf erhielten die beiden Kämpferinnen noch Bestrafungen für Inaktivität und letztendlich gewann die Kubanerin nach insgesamt 10:42 min Kampfzeit mit Ippon. Sarah Mehlau wurde damit Fünfte der Weltmeisterschaften. „Mein Los war heute gut, ich habe mich auch gut gefühlt, hatte Spaß am Kämpfen. Es hat alles so funktioniert, wie wir es besprochen haben“, sagt sie über ihren Wettkampf. „Aber dann war ich doch sehr, sehr enttäuscht, dass ich die Medaille nicht gewonnen habe. Der 5. Platz ist immer sehr undankbar“, lässt sie ihren Emotionen freien Lauf und schaut aber dennoch optimistisch in die Zukunft. „Ich lass den Kopf nicht hängen und hoffe, dass es nun bei der EM eine Medaille wird.“

Bei den jungen Männern startete Tom Droste (Dattelner Judo Club, NW) in der 90-Kilo-Klasse. Er gewann die ersten beiden Kämpfe jeweils in den ersten Sekunden im Golden Score durch die dritte Strafe für seinen jeweiligen Gegner. Im Poolfinale erging es jedoch Tom Droste ebenso, er erhielt gegen den Ungarn Peter Safrany nach fast drei Minuten die dritte Strafe und wurde damit in die Trostrunde geschickt. Dort erarbeitete er sich gegen den Georgier Tornike Poladishvili bereits nach 23 Sekunden einen Waza-ari, nach zwei Minuten gab es jedoch den Ausgleich und der Georgier erkämpfte eine Minute später den zweiten Waza-ari. Tom Droste wird damit WM-Siebter.

Am Vortag kämpften in der Klasse bis 73 kg Jano Rübo (SSF Bonn, NW) und bis 63 kg Viktoria Folger (Sportfreunde Kladow, BE). Beide gewannen ihre Auftaktkämpfe, verloren jedoch dann jeweils den zweiten Kampf und schieden damit aus.

Am Samstag finden die Wettkämpfe in den oberen Klassen statt. Unsere Welt- und Europameisterin der Junioren Anna Monta Olek (JT Hannover, NS) steht nach einem Freilos der Japanerin Aki Kuroda gegenüber. Die beiden haben noch nie gegeneinander gekämpft, aber die Japanerin hat in diesem Jahr ebenso wie auch unsere Athletin einen European-Open-Wettkampf gewonnen.  Bei den Männern stehen George Udsilauri (TSV Erbach, WÜ) und Kilian Kappelmeier (TSV Großhadern, BY) in der 100-Kilo-Klasse auf der Tatami. Bei Beiden steht nach einem Freilos der Gegner noch nicht fest.  

Samstag, 13.08.2022

  • Gewichtsklassen Frauen: -78 kg, +78 kg; Männer: -100 kg, +100 kg
  • 12:00 Uhr (19:00 Uhr MESZ) Vorrunde
  • 16:00 Uhr (23:00 Uhr MESZ) Final Block

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