Start to talk!

Eins von fünf Kindern ist in Europa von sexualisierter Gewalt betroffen, auch im Sport. Der Deutsche Judo-Bund und die Internationale Judo Föderation rufen auf, sich zu öffnen.

20.10.2021

Eins von fünf Kindern ist in Europa von sexualisierter Gewalt betroffen. 80 % der Täter gehören sogar zum Vertrauenskreis der Kinder. Untersuchungen zeigen, dass die während der Kindheit erlebte sexualisierte Gewalt in der Regel ein Leben lang schwerwiegende Folgen für Betroffene haben, wobei jedes dritte Opfer für immer schweigt.

Sexualisierte Gewalt kommt auch im Sport vor. Machtausübung gegenüber Schwächeren und Diskriminierung lassen sie wachsen. Oft geht sexualisierte Gewalt auch mit anderen Machtformen einher, etwa mit psychischer oder körperlicher Gewalt. Dieser Machtmissbrauch und die damit verbundene Angst und Abhängigkeit kann ein großes Thema sein, das durch unausgeglichene Machtverhältnisse, autoritäre Führungs- und Belohnungsstrukturen geschürt wird. Oft erkennen Kinder den Missbrauch auch gar nicht, da sie in ihren Trainern eine Vorbildfunktion sehen. Scham, Ohnmacht und Verunsicherung der Betroffenen verhindern das Erkennen und die Aufklärung. Genau hier muss man eingreifen, um einen langen Missbrauch zu verhindern und die Kinder zu schützen.

Sport fördert die Persönlichkeitsentwicklung für Kinder. Er macht Spaß und stärkt nicht nur das Wohlbefinden und die körperliche Gesundheit, sondern auch in psychischer und sozialer Hinsicht. Es ist wichtig, dass dies für ALLE Kinder der Fall ist, unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Behinderung.

Also fangt an zu reden! Die Internationale Judo-Föderation bietet nun auf ihrer Seite an, sich mitzuteilen und zu öffnen. Unter dem Punkt „Belästigung/Missbrauch im Sport“ können Menschen anonym oder auch öffentlich von ihrem Missbrauch erzählen. Dazu wird ein Fragenkatalog veröffentlich, der bei der Beantwortung helfen soll. Dieser Bericht wird dann der IJF vorgelegt, die sich um weitere Maßnahmen kümmert. Hier findet ihr die Seite: https://reportintegrity.judobase.org/form

Auch der DJB setzt sich gegen sexualisierte Gewalt im Sport ein und geht aktiv dagegen vor. Er ruft euch auf zu reden und nicht zu schweigen. Meldet euch, wenn ihr davon betroffen seid oder ihr jemanden kennt, der Hilfe benötigt. Lasst uns dafür sorgen, dass Sport keine Angst macht.

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Weitere Infos über den Kinderschutz beim DJB findet ihr auf der Homepage unter der Rubrik: „Jugend“ und „DJB Info: Prävention sexualisierter Gewalt.“

Foto: IJF