Trainingsaufenthalt der DJB-Männer in Japan

Das DJB-Männer-Team in Japan

Unmittelbar nach dem dritten Kampftag der Judo-Bundesliga startete Bundestrainer Richard Trautmann mit zehn Athleten, Co-Trainer Slavko Tekic und Physio Michael Frensdorff nach Japan. Nachfolgend berichtet der Chef-Coach der Männer über den Aufenthalt.

16.05.2018

"Physisch vorbereitet haben wir uns auf diesen Asientrip mit einem dreiwöchigen Konditionstrainingslager, welches wir im Heimtraining überwiegend in Köln absolviert haben. Shamil Dzavbatyrov und Dominic Ressel sind schon eine Woche früher losgeflogen, haben auf eigene Faust eine Woche an der Tsukuba-Universität trainiert und sind danach zu uns gestoßen.

Erste Station ist für das Team die legendäre Tokai-Universität, seit Jahren Japans erste Adresse für Weltmeister und Olympiasieger. Von hier stammen Judogrößen wie Sato Sensai, Yasuhiro Yamashita, die Nakamura-Brüder oder Kosei Inoue. Aktuell trainieren hier japanische Topathleten wie Takato, Baker, Wolf oder Haga. Das Training läuft wie folgt ab:

Jeden morgen wird um 7:00 Uhr gestartet. Das Vormittagstraining führt die deutsche Mannschaft alleine durch. Es besteht im Wechsel aus Lauf und Technik, Krafttraining oder Intervalltraining. Jeden Abend nehmen wir dann am Randoritraining der Tokai-Universität teil. Von 17:00 bis 19:00 Uhr findet in erster Linie Randori statt. Dabei stehen immer ca. 80-100 Japaner auf der Matte, dazu die deutsche und die kanadische Männermannschaft sowie seit heute Teddy Riner.

Am Samstagmorgen hatten wir das Glück an einem Techniktraining mit Nakanishi-Sensei, Yamashita Sensei und Sato Sensai teilnehmen zu dürfen, zu dem sich alle Tokai-Studenten um 8:45 Uhr auf der Matte einfanden. Thematisiert wurden dabei neben technische Grundlagen von Haupttechniken wie O-soto-gari oder Morote-seoi-nage vor allem Kumi-kata-Situationen.

Der Kraftraum der Tokai-Uni, den wir nach Absprache benutzen dürfen, ist bereits größer als die meisten deutschen Dojos und bestens bestückt mit zwölf Gewichtheber-Plattformen und allem anderen was das Trainerherz begehrt. Das Dojo ist pickobello sauber, mit drei Wettkampftatami ausreichend groß und wird vor jedem Training von den Studenten mit dem Besen gesäubert. Die Unterkunft ist einfach und hat sich die letzten 30 Jahre kaum verändert. 

Am heutigen Mittwoch werden wir zur Nittaidai-Universität weiterreisen, der Universität von Yamamoto-Sensei, dem Superstar der WM 1987 in Essen, von Toshihiko Koga, Ryoko Tani und Hifumi Abe. Dort werden wir unter ebenfalls besten Bedingungen eine weitere Woche trainieren und dann zum Grand Prix Hohhot, dem ersten GP der Olympiaqualifikation, weiterreisen.

Die Stimmung in der Mannschaft ist gut und alle strengen sich hier mächtig an, um für die kommenden Events, vor allem die WM in Baku im September diesen Jahres, in Topform zu kommen."

Das DJB-Team in Japan

-66 kg: Sebastian Seidl
-73 kg: Igor Wandtke, Anthony Zingg, Shamil Dzavbatyrov
-81 kg: Alex Wieczerzak, Dominic Ressel, Tim Gramkow
-90 kg: Eduard Trippel, Dario Kurbjeweit-Garcia
-100 kg: Karl-Richard Frey
+100 kg: Johannes Frey, Sven Heinle

Trainer: Richard Trautmann
Co-Trainer: Slovko Tekic
Physio: Michael Frensdorff