WM-Bronze für Kilian Kappelmeier

Andreas Tölzer
Javier Madera, Kilian Kappelmeier und Andreas Tölzer

Kilian Kappelmeier erkämpft die zweite WM-Bronzemedaille für Deutschland. George Udsilauri und Anna Monta Olek scheiden aus.

14.08.2022 von [Birgit Arendt]

Kilian Kappelmeier (TSV Großhadern, BY) ließ nach einem Freilos seinem ersten Gegner Nikola Petrovic aus Kanada keine Chance. Nach 28 Sekunden Waza-ari, nach einer Minute war der Kampf mit der zweiten Waza-ari-Wertung entschieden. Nachdem er in Paks noch gegen ihn verloren hatte, war dieser Sieg sicher auch Motivation für die nachfolgenden Kämpfe. Danach kam jedoch im Poolfinale der Japaner Tomohiro Nakano. Nach knapp über einer Minute erkämpfte sich unser Athlet Waza-ari für einen Fußfeger. Nach fast drei Minuten konterte der Japaner einen Wurfansatz und warf mit einem Gegendreher recht spektakulär. „Eigentlich war der Japaner machbar“, schätzt Kilian Kappelmeier ein. „Ich habe gut angefangen, aber da war der eine doofe Fehler, den der Japaner ausgenutzt hat. Ich war richtig genervt, da mehr drin war.“ Damit kämpfte er weiter in der Trostrunde. Gleich im ersten Kampf gegen den Brasilianer Kayo Santos brauchte er nur 35 Sekunden bis zum Sieg. Dabei war auch dieser Wurf recht spektakulär. Der Brasilianer hob unseren Athleten aus, der drückte jedoch beim Fallen den Brasilianer komplett auf den Rücken und gewann. „Da habe ich mit ganz viel emotionaler Willensstärke und Kraft gewonnen.“ Die zwischenliegende Pause bis zum Kampf um Bronze gegen Daniele Accogi aus Italien nutzte er, um runterzukommen und sich zu sammeln. „Ich wollte dann 100 % clever kämpfen und die Absprachen mit dem Trainer umsetzen“, gibt er Einblicke in seine Vorbereitung auf den Kampf. Letztendlich ging sein Konzept auf und er gewann im Golden Score nach insgesamt reichlich fünf Minuten Kampfzeit mit Waza-ari und damit WM-Bronze. „Es fühlt sich bis jetzt noch etwas unrealistisch an, aber das wird sicher noch kommen“, sagt er nach der Siegerehrung.

„Kilian hatte eine schwierige Vorbereitung. Er hatte sich im Frühjahr das Sprunggelenk verletzt und fiel sechs Wochen aus. Er hat sich dann über Paks mit dem 5. Platz und Prag mit Silber langsam wieder ran gekämpft und die Zeit vor der WM genutzt, um sich optimal vorzubereiten und wieder fit zu werden. Da hat alles sehr gut geklappt und er war heute in einer sehr guten Form“, schätzt Bundestrainer Andreas Tölzer ein.

Die jungen Männer kommen mit der Bronzemedaille und zwei siebten Plätzen von der WM zurück. „Ich bin wahnsinnig froh über die Medaille. Wenn man sieht, wer hier alles schon Medaillen bei IJF-Turnieren gewonnen hat, ist das alles nicht hoch genug einzuordnen. Ich bin sehr stolz auf meine Athleten, die sich hier gut präsentiert haben, insbesondere Kilian, der hier eine starke Leistung gezeigt hat.“

George Udsilauri (TSV Erbach, WÜ) kämpfte nach einem Freilos gegen Benjamin Mataseje aus der Slowakei. Nach fast sieben Minuten Kampfzeit erkämpfte der Slowake die entscheidende Waza-ari-Wertung und unser Athlet schied aus dem Wettkampf aus.

Unsere Welt- und Europameisterin der Junioren Anna Monta Olek (JT Hannover, NS) ist natürlich zu diesen Weltmeisterschaften mit dem Ziel gefahren, ihren Titel zu verteidigen. „Anna bekam mit der Japanerin jedoch das unglücklichste Los, was sie nur haben kann“, sagt Bundestrainer Lorenz Trautmann. „In der regulären Kampfzeit war sie auch die Bessere, im Golden Score ist sie jedoch einen Tick zu viel Risiko eingegangen“, schätzt ihr Bundestrainer ein. Nach insgesamt sechseinhalb Minuten verlor sie gegen Aki Kuroda am Boden mit einer Kombination aus Haltegriff und Hebel. „Es ist sehr, sehr bitter für Anna. Eigentlich war es das vorgezogene Finale, aber leider bereits im ersten Kampf.“

Am Sonntag stehen nun noch die Mixed-Team-Wettkämpfe an.

Sonntag, 14.08.2022

  • Mixed-Team-Wettkämpfe
  • 16:00 Uhr (23:00 Uhr MESZ) Final Block

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