Zu Gast bei den Ippon Girls und den Power Boys

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Ippon Girls in Berlin mit Luise Malzahn und Caroline Fritze

Die Lehrgänge mit Ippon Girls und Power Boys können wieder stattfinden. In Berlin gab es jetzt im Oktober gleich beide Veranstaltungen.

25.10.2021 von [Iljana Marzok]

In den Herbstferien wurde im Sportforum Hohenschönhausen in Berlin für den Nachwuchs einiges geboten. Judoka ab 10 Jahren hatten die Chance, mit Caroline Fritze, Luise Malzahn und Sebastian Seidl zu trainieren.

Ippon Girls mit Caroline Fritze und Luise Malzahn

Am Sonntag, den 10. Oktober 2021, fand ein Ippon Girls-Lehrgang mit Caroline Fritze und Luise Malzahn statt. Die beiden Nationalmannschaftskämpferinnen vom Berliner Bundesstützpunkt leiteten zwei Trainingseinheiten, nahmen sich Zeit für Fragen, Fotos und Autogramme. 37 weibliche Judoka nahmen mit Freude teil. Die meisten Teilnehmerinnen kamen aus Berlin und auch einige aus Sachsen-Anhalt. Sogar eine Judoka aus Nordrhein-Westfalen nutzte den Familienurlaub in der Hauptstadt, um am Tageslehrgang teilzunehmen.

Neben vielen spielerischen Aufgaben erklärten die Topjudoka einiges rund um ihre Haupttechniken: Nicht nur Luise Malzahn kann stark mit der Hüfte werfen, auch Caroline Fritze liegen diese Techniken sehr. So demonstrierten die beiden ihre Variation von O-goshi bzw. Tsuri-goshi. Anschließend erklärte Luise Malzahn genau wie sie nachsetzt, wenn es der Gegnerin gelingt, überzusteigen. Caroline Fritze zeigte, wie sie gegen den Block zum O-uchi-gari umsetzt und worauf sie dabei genau achtetet Im Anschluss gab es noch einige Runden Randori. In der Pause nahmen sich die beiden Top-Judoka Zeit, um viele Fragen zu beantworteten und für Fotos. Durch einen Fotodrucker bekam jede Teilnehmerin eine persönliche Erinnerung, die Luise Malzahn und Caroline Fritze später signierten.

In der zweiten Einheit lernten die Teilnehmerinnen einen Handlungskomplex zur Kata-gatame kennen. Beim anschließenden Bodenrandori konnte das Erlernte direkt ausprobiert werden. Mit viel Spiel und Spaß haben die Judoka einiges für das nächste Training und die nächsten Wettkämpfe mitgenommen. Patrick Stix bedankte sich mit einem Blumenstrauß bei den beiden Trainerinnen und überreichte jeder ein von den Teilnehmerinnen signiertes Ippon-Girls-T-Shirt.

„Es war eine gelungene Veranstaltung. Die Eltern und Kids waren begeistert. Ich bin stolz, dass sich die beiden Topstars Zeit genommen haben“, erzählt Stix. Die beiden Judoka waren in der Wettkampfphase und gehörten zum deutschen Aufgebot beim Grand Slam in Paris. Fritze wurde erst im September Deutsche Meisterin und wurde Dritte beim Grand Prix in Zagreb. In der Klasse bis 57 Kilo will die 21-jährige zeigen, dass sie bereit ist für die nächsten Aufgaben bei den Frauen ist. Malzahn stieg nach den Weltmeisterschaften wieder in den Wettkampf ein. Nach der Vorbereitungsmaßnahme in Köln wurde es statt Regeneration Nachwuchsarbeit bei den Ippon Girls am Sonntag. „Sie haben beide sofort zugesagt. Es ist toll zu sehen, dass es beiden wichtig ist, sich für den Nachwuchs zu engagieren“, erzählt Stix. Eine Woche später konnten die Teilnehmerinnen auch erneut das Können der beiden im Livestream bestaunen: Beim Grand Slam in Paris zog Caroline Fritze ins Finale ein und gewann Silber, Luise Malzahn wurde Dritte.


Power Boys mit Sebastian Seidl

Eine Woche später dirigierte 66-Kilo-Kämpfer Sebastian Seidl das Geschehen auf der Tatami. Der Lehrgang mit dem Olympiamedaillengewinner war ausgebucht. Er gab sein Wissen an 35 männliche Nachwuchsjudoka beim allerersten Power Boys-Lehrgang in Berlin weiter.
In den zwei Einheiten gab es eine bunte Mischung aus Kraft, Ausdauer, Technik, Spiel und Randori. Unterstützt wurde Sebastian Seidl von der ehemaligen Berliner Nationalmannschaftskämpferin und Freundin Johanna Müller. Viel Zeit nahm sich der 31-jährige für seine Spezialtechnik „die Gurke“. Das ist ein Bodenumdreher in die Ura-gatame, mit dem der Olympionike schon einige entscheidende Kämpfe in seiner Karriere gewinnen konnte. Die teilnehmenden Judoka lernten drei Variationen kennen.
Im Stand ging Sebastian Seidl auf seine Varianten von O-uchi-gari und Koshi-guruma ein und zeigte am Ende die Kombination aus beiden. In den anschließenden Runden Randori hatten die jungen Judoka die Chance, den Olympioniken mit der Gurke zu erwischen oder im Stand zu werfen.
Sebastian Seidl lobte die Teilnehmer: „Alle Kinder haben wirklich super mitgemacht. Es hat mir mega viel Spaß gemacht.“ Organisator Patrick Stix sorgte erneut für die Rahmenbedingungen. „Patrick hat alles bestens organisiert“, berichtete Sebastian Seidl zufrieden. „Ich habe mich sehr wohl gefühlt.“ Auch für die Power Boys gab es eine persönliche, signierte Erinnerung aus dem Fotodrucker. Sebastian Seidl erhielt ein Ampelmann-Shirt aus der Hauptstadt als Dankeschön. „Es war alles in allem eine tolle Sache!“, resümierte der Judoka, der im Mixed Team den entscheidenden Siegpunkt zur Bronzemedaille in Tokio beisteuerte.

Für die Nachwuchsjudoka waren die Maßnahme sowie das Teilnehmershirt kostenlos. Ippon Girls und Power Boys waren zwei von drei Veranstaltungen in diesem Jahr, die durch die Deutsche Sportjugend gefördert wurden. Die Initiative zu den Veranstaltungen kam von Patrick Stix, der sowohl vom Deutschen Judo-Bund als auch vom Judo-Verband Berlin grünes Licht bekam. Der Organisator schaut zufrieden auf die beiden Maßnahmen zurück: „Ich bin sehr stolz, innerhalb von acht Tagen vier Top-Judoka nach Berlin geholt zu haben, die mit voller Begeisterung für den Nachwuchs einstehen.“ Das positive Feedback von den Athleten, Kindern und Eltern stimmt Stix optimistisch, bald die nächsten Lehrgänge in 2022 zu planen.