Alina Böhm gewinnt Ehrenpunkt
In einer hochklassigen Veranstaltung im brasilianischen Blumenau gewinnt Brasilien den Team-Wettkampf mit 5:1.
Birgit Arendt

Die Nationalmannschaften sind derzeit im brasilianischen Pindamonhangaba in der Nähe von Sao Paulo zum Trainingscamp und die Athleten bereiten sich gemeinsam mit anderen Nationen auf die kommenden Aufgaben in Peru und Lausanne und vielen weiteren Events in den kommenden Wochen und Monaten vor.
Der Deutsche Judo-Bund erhielt darüber hinaus eine Einladung nach Blumenau zu einem Mixed-Team-Wettkampf zwischen Brasilien und Deutschland.
Aus deutscher Sicht wurden Seija Ballhaus, Miriam Butkereit und Alina Böhm sowie Kevin Abeltshauser, Paul Friedrichs und Louis Mai nominiert. Die Brasilianer boten international sehr erfahrene Athleten auf, die Olympia-, WM- und Kontinentalmeisterschafts-Medaillen als Referenz vorweisen konnten.
Entsprechend spannend sollte dann der Mixed-Team-Wettkampf werden. Gekämpft wurde nach internationalen Regeln, jedoch war von Anfang an klar, dass alle sechs aufgestellten Athleten auch kämpfen werden, egal, wie das Ergebnis ausfällt.
In der vergangenen Nacht war es nun soweit. In einer ausverkauften Halle gab es zunächst einen Vorkampf und als Höhepunkt dann die Begegnung Brasilien-Deutschland.

Seija Ballhaus stand als erstes der aktuellen WM-Dritten Shirlen Nascimento gegenüber. Es war ein ausgeglichener Kampf, die Brasilianerin erhielt eine Strafe und die beiden Athletinnen gingen ins Golden Score. Bereits nach 16 Sekunden nutzte die Brasilianerin einen Angriff von Seija Ballhaus aus, konterte und der Kampf endete mit Ippon. Damit stand es 1:0 für Brasilien.
Kevin Abeltshauser stand dann Daniel Cargnin gegenüber. Der 28-Jährige ist aktueller Vize-Weltmeister, gewann in Tokio Olympiabronze und war unter anderem bereits vier Mal Kontinentalmeister. Nach nicht mal eineinhalb Minuten erreicht der Brasilianer eine Yuko-Wertung und nach über zwei Minuten besiegte er Kevin Abeltshauser mit einer Haltetechnik. Es stand damit 2:0.
Große Hoffnungen lagen auf Miriam Butkereit im dritten Team-Kampf gegen Rafaela Silva. Bereits nach einer Minute erzielt die Brasilianerin eine Waza-ari-Wertung. Nach zwei Minuten Kampfzeit übernahm die Rio-Olympiasiegerin und Fünfte von Paris sowie zweifache Weltmeisterin einen Ansatz von Miriam Butkereit, die sich nicht mehr retten konnte und auf Ippon fiel. Damit 3:0.
Auch der vierte Punkt ging an Brasilien. Paul Friedrichs verlor den Kampf gegen den zweifachen Kontinentalmeister Rafael Macedo am Ende durch eine Hebeltechnik.
Alina Böhm ging hoch motiviert in den Kampf gegen die Brasilianerin Beatriz Freitas. Die 24-Jährige ist Bronzegewinnerin bei den Kontinentalmeisterschaften. Eine Yuko-Wertung in der ersten Kampfminute wurde wieder zurückgenommen, Die Brasilianerin erhielt noch eine Strafe und vierzig Sekunden vor Ende des Kampfes gelingt Alina Böhm eine Waza-ari-Wertung, die sie clever über die Zeit bringt. Damit ging der Punkt an Deutschland.
Louis Mai musste sich im letzten Kampf mit einer Hebeltechnik dem Brasilianer Leonardo Goncalves geschlagen geben. Der dreifache Kontinentalmeister stellte damit das Endergebnis 5:1 her.

„Wir konnten heute nicht alles zeigen, das wir drauf haben“, bedauert Frauen-Nationaltrainer Claudiu Pusa das Ergebnis. „Heute waren die Brasilianer zu Hause sehr stark, aber wenn wir zur WM die Revanche bekommen sollten, werden wir zeigen, was wir können“, macht er Geschmack auf mehr. Gerade Seija Ballhaus und Miriam Butkereit hatten durchaus die Chance zu gewinnen. „Silva hat es sehr clever gemacht und Miriam kam im Boden nicht zum Zuge“, schätzt er ein.
Die Veranstaltung war auch in Brasilien ein echtes Highlight. Die Halle war voll und es herrschte eine unglaublich tolle Stimmung. „Ich hatte Gänsehaut beim Einlaufen und bin unfassbar dankbar, dass ich sowas erleben durfte“, sagt Alina Böhm. „Die Brasilianer können geile Judoevents ausrichten.“
Im Anschluss gabs noch eine kleine After-Wettkampf-Party. „Jetzt trinken wir noch ein deutsches Radler und verkraften das 5:1“, sagt Alina Böhm.
Heute fliegt unser Team mit den Trainern Claudiu Pusa, Mario Schendel und der Physiotherapeutin Lea Wieneke wieder zurück nach Pinda ins Trainingscamp.
