Der Judosport trauert um Paul Barth
Paul Barth, Bronzemedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 1972 in München, ist im Alter von 80 Jahren verstorben.
Elli Grünewald/EG

Mit Paul Barth verliert die deutsche Judo-Familie eine ihrer prägenden Persönlichkeiten. Der Münchener Judoka gehörte in den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren zur Weltspitze seines Sports. Zu seinen größten Erfolgen zählen die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 1972 in München und die Bronzemedaille bei den Europameisterschaften 1968 in Lausanne. Darüber hinaus vertrat er Deutschland bei den Weltmeisterschaften 1969 in Mexiko-Stadt und 1971 in Ludwigshafen und belegte hier jeweils einen fünften Platz. Für seine sportlichen Leistungen erhielt er 1972 vom Bundespräsidenten das Silberne Lorbeerblatt.
Doch Paul Barth war weit mehr als ein erfolgreicher Athlet. Über Jahrzehnte engagierte er sich mit großer Leidenschaft für die Entwicklung des Judosports in Bayern und in Deutschland. Als Trainer, Funktionär, Botschafter und Vorbild vermittelte er die Werte des Judo weit über die Wettkampfmatte hinaus. Seine Verdienste wurden unter anderem mit dem 6. Dan und 2021 mit der Ernennung zum Ehrenmitglied des Bayerischen Judo-Verbandes gewürdigt.
Mit der Gründung der Judo-Abteilung des 1. SC Gröbenzell im Jahr 1973 schuf Paul Barth die Grundlage für eine Erfolgsgeschichte, die bis heute fortwirkt. Generationen von Kindern, Jugendlichen und Leistungssportlern fanden unter seiner Anleitung den Weg zum Judo. Sein unermüdlicher Einsatz als Trainer, Abteilungsleiter und Mentor machte Gröbenzell weit über die Grenzen Bayerns hinaus zu einem anerkannten Judo-Standort. Die Benennung der Paul-Barth-Halle im Jahr 2022 würdigte deshalb nicht nur den Olympia-Dritten von München 1972, sondern vor allem den Menschen Paul Barth, der den Judosport mit Herz, Bescheidenheit und großer Menschlichkeit lebte.
Paul Barth war eine Persönlichkeit, die Menschen zusammenführte, Begeisterung für den Judosport weckte und unzählige Judoka geprägt hat. Sein Name wird für immer mit den großen Erfolgen des bayerischen und deutschen Judos verbunden bleiben.
Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seinen Freunden und allen, die ihm verbunden waren.